Stellen die neue Einstiegsstelle vor: (v.l.) Christiane Pfanstiel aus dem Rathaus, Bürgermeister Andreas Weiß und Doris Miller von der Firma Green Solutions.
+
Stellen die neue Einstiegsstelle vor: (v.l.) Christiane Pfanstiel aus dem Rathaus, Bürgermeister Andreas Weiß und Doris Miller von der Firma Green Solutions.

Lösung gefunden?

Staffelsee: Nach zahlreichen Konflikten - Neue Regeln für Wassersportler und Badegäste

  • Andreas Mayr
    VonAndreas Mayr
    schließen

Immer wieder gibt es am Staffelsee Konflikte zwischen Stand-Up-Paddlern und anderen Badegästen. Das soll sich nun ändern. Die Lösung der Gemeinde Uffing: eine gesonderte Einstiegsstelle für die Wassersportler.

Uffing - Wenige kennen den Staffelsee besser als Gerry Meyer. Der Seehauser ist Geschäftsführer der Staffelsee Motorschifffahrt und damit stets am Puls der Seegäste. Der Druck auf die Gewässer, sagt er, sei in den vergangenen fünf Jahren enorm gestiegen.

Staffelsee: Ärger mit Stand-Up-Paddlern - Gemeinde schafft gesonderte Einstiegstrasse

Einen Teil dazu beigetragen haben die Stand-Up-Paddler, über die Meyer sagt: „Es werden eher immer noch mehr. Sie sind rund um die Uhr unterwegs.“ 2018 hatte das Strandbad Seehausen für Schlagzeilen gesorgt, als es die Bretter verbot. Einheimische, das bestätigt Meyer, verpönen die Boards nach wie vor, schimpfen über die Nutzer, weil viele mit dem Auto anrücken. „Die mag keiner so recht“, diesen Eindruck hat der Seehauser.

Klingt nach vielen Konflikten – und genau diese will jetzt Uffings Bürgermeister Andreas Weiß (parteifrei) angehen. Am Nordufer lief und läuft es ja nicht anders. Gerade im Gemeindebad gebe es erfahrungsgemäß „die meisten SUPer“, wie der Rathauschef erklärt. Um Ärger mit Badegästen zu vermeiden, hat die Gemeinde nun direkt neben der öffentlichen Badestelle eine gesonderte Einstiegstrasse hergerichtet, etwa zwei Meter breit. Sie führt vom Parkplatz direkt an den See. „Im Endeffekt, damit man den konkurrierenden Nutzern eigene Zugänge ermöglichen kann“, erklärt dazu Weiß.

Staffelsee: Durch Lösung soll SUP-Verkehr vom Badbereich losgekoppelt sein

Die Uffinger erhoffen sich von der innovativen Lösung, den SUP-Verkehr vom Badbereich loszukoppeln. Schwimmer und Gäste klagen häufig über den Lärm, den die Bretter beim Luft-Ablassen verursachen, über rücksichtslose Paddler, die gen Wasser stiefeln, über Platznot im Badebereich. Uffing möchte versöhnen und auf jeden Fall vermeiden, dass die Gruppen gegeneinander ausgespielt werden.

Auf der Suche, wie so eine eigene SUP-Zone aussehen könnte, fuhren die Macher – Christiane Pfanstiel aus dem Rathaus und Doris Miller von der Firma Green Solutions (sie entwickelte das Konzept zur Besucherlenkung) – bis an den Bodensee. Nur um festzustellen, dass es eigentlich noch nichts Vergleichbares gibt. „Wir haben ganz schön Gas gegeben“, betont Miller.

In Abstimmung mit den Fischern, dem Naturschutz und dem deutschen Kanuverband, der offiziell für Stand-Up-Paddler verantwortlich ist, stellten sie Regeln für jedermann auf, die nun auf einer großen Übersichtstafel am Einstieg gelistet sind. Auf den Weg zum Wasser schraubte die Gemeinde Piktogramme, die den Verhaltenskodex noch einmal grafisch erörtern. Im Wasser legten die Macher eine Trennleine zum Schutz der Schwimmblattzone aus. Dadurch möchte die Kommune die SUPer auf den See hinaus lenken weg von den Gebieten, in denen sich auch viele Fische aufhalten.

Neue Regeln am Staffelsee: Übersichtstafel am Einstieg

Bürgermeister Weiß sieht in dem neuen Konzept ein „Vorzeigemodell“. „Wir sind die Ersten, die so ein Angebot schaffen.“ Die Leute hätten schön langsam verstanden, wie sie die neue Einstiegsstelle zu nutzen haben. Allerdings, ergänzt Miller, hänge die Akzeptanz an einer Pumpstation, die direkt am Parkplatz eingerichtet werden soll. Dazu haben die Uffinger einen Bereich – etwa 50 Quadratmeter groß – von den Stellflächen abgetrennt. Dort können Nutzer ihre Bretter aufpumpen. Im September wird Weiß das Konzept den Bürgermeisterkollegen Markus Hörmann (Seehausen) und Rolf Beuting (Murnau) vorstellen und empfehlen. Weiß hofft auf Nachahmer, um die Konflikte beizulegen.

Die Regeln im Überblick

1. Lokale Regeln beachten wie etwa das ganzjährige Befahrungsverbot der Ach.
2. Wetter prüfen, im Zweifel an Land bleiben.
3. Abstand halten, grundsätzlich zwei Meter zu allen Wassersportlern und Badegästen, Linienschiffe und Fahrzeuge im Noteinsatz haben immer Vorrang.
4. Natur respektieren, Abstand zu Schilf- und Uferflächen sowie Tieren.
5. Müll vermeiden und in Behältern vor Ort entsorgen.
6. Vorbild sein, andere Nutzer aufklären.

Noch mehr Nachrichten aus der Region Garmisch-Partenkirchen lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen GAP-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare