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Saubere Energie: der Vispiron-Solarpark in Penzberg. Die Anlage in Schöffau wäre genauso groß. 

Saubere Energie aus Schöffau

Positive Signale für Solarpark-Projekt

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Bekommt Schöffau in einem zweiten Anlauf nun doch einen Solarpark? Noch ist nichts entschieden, aber die politischen Signale aus dem Uffinger Ortsteil klingen positiv. Als nächstes steht jetzt die Besichtigung einer vergleichbaren Anlage an.

Uffing – Für den Bau eines freistehenden Photovoltaikfeldes kommen aufgrund der gesetzlichen Vorgaben nur bestimmte Standorte in Frage. Flächen entlang von Autobahnen zählen beispielsweise dazu. Oder ehemalige Deponie-Areale wie das im Uffinger Ortsteil Schöffau in der Nähe des Weilers Schachmoos. Vor über einem Jahr wollte dort ein Privatinvestor schon einmal eine Anlage zur Ökostrom-Gewinnung errichten. Doch das Vorhaben fand damals im Gemeinderat keine Mehrheit. Befürchtungen, das Landschaftsbild könnte leiden, machten die Runde.

Jetzt startet ein anderes Unternehmen einen erneuten Versuch, dessen Erfolgsaussichten deutlich gestiegen sind: Der Münchner Solarspezialist Vispiron möchte zusammen mit den Penzberger Stadtwerken auf dem Gelände, wo früher Schutt abgelagert wurde, ein stark abgespecktes Konzept verwirklichen. Konkret geht es um eine rund 650 000 Euro teure und 14 000 Quadratmeter große Einrichtung, die pro Jahr um die 800 000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Der Grund wurde anscheinend schon gekauft. Uffings Gemeinderat hat sich noch nicht festgelegt, ob er dem Ganzen zustimmt. Nach einer ersten Präsentation in einer Sitzung des Gremiums wollen sich nun die Volksvertreter eine bestehende und vergleichbare Vispiron-Anlage in Penzberg anschauen, die vergangenes Jahr im Sommer ans Netz ging. Die Mandatsträger dürften sich neben technischen Fragen vor allem dafür interessieren, wie sich die vielen Module in die Natur einfügen.

Bürgermeister Rupert Wintermeier (Wahlgemeinschaft Uffing) steht dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber. Man dürfe nicht nur von der Energiewende reden, sondern müsse dazu auch einen Beitrag leisten, lautet sein Argument. „Irgendwo muss ja der Strom herkommen“, sagt der Rathaus-Chef. Ihm wäre es außerdem wichtig, dass sich Kommune und Bürger daran beteiligen können. Nach Ansicht Wintermeiers kommt es aber letztlich auf die Schöffauer an. Sollten sich diese gegen den Solarpark sperren, werde vermutlich auch der Gemeinderat Nein sagen. Die Stimmungslage könnte man im Rahmen einer Info-Veranstaltung ausloten.

Nach Ablehnung sieht es bislang nicht aus – im Gegenteil. „Ich könnte mir das in dieser Größe schon vorstellen“, findet Gemeinderat Michael Gretschmann, der zusammen mit Josef Popp und Regina Schuster die Fraktion der Wählergemeinschaft Schöffau bildet. Er gehe davon aus, dass sich seine Kollegen ähnlich positionieren. Nur müsste man auf dem besagten Gelände eine Hecke als Sichtschutz pflanzen. Wichtig sei außerdem, dass die Photovoltaikelemente nicht zu hoch aufgeständert werden. Wie Wintermeier ist auch Gretschmann der Meinung, dass die Kommune den Umstieg auf erneuerbare Energien fördern sollte.

Vispiron-Chef Florian Schönberger – die Firma betreibt deutschlandweit über 50 Solarparks, unter anderem einen in Eschenlohe – ist zuversichtlich, dass das Projekt in Schöffau zustande kommt. Generell stünden immer mehr Menschen dieser Technologie aufgeschlossen gegenüber, berichtet der Geschäfsführer. Die vielen Klima-Demos zeigten, wie wichtig sauberer Strom sei. Den Standort in Schöffau hält Schönberger für ideal: „Vom Ort aus ist die Anlage nicht sichtbar.“ Auch sei sein Unternehmen offen für Beteiligungsformen.

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