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Umweltaktivist Felix Finkbeiner kann sich freuen: Seine Stiftung „Plant-for-the-Planet“ erhält den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens . 

Stiftung „Plant-for-the-Planets“ ausgezeichnet

Ritterschlag für Uffinger  Umweltaktivisten

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Vorläufige Krönung einer Karriere: Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens 2020 geht unter anderem an die Stiftung „Plant-for-the-Planet“ des Klimaschützers Felix Finkbeiner. Doch es bleibt ein Schatten: Der Sitz der Organisation wird wahrscheinlich nicht mehr in Uffing sein.

Alexis Tsipras, Zoran Zaev: Es sind klingende Namen, die sich seit vergangenem Mittwoch mit Felix Finkbeiner verbinden. Alle drei – die ehemaligen Ministerpräsidenten von Griechenland und Mazedonien sowie der prominente Klimaschützer aus Uffing („die deutsche Greta Thunberg“) – haben eines gemeinsam: Sie sind diese Woche mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2020 ausgezeichnet worden. Die beiden Politiker für ihre Verdienste um die Einigung im mazedonischen Namensstreit, der 22-Jährige für seine Stiftung „Plant-for-the-Planet“, die längst internationalen Bekanntheitsgrad erlangt hat.

Wie es in der Laudatio heißt, sei die Stiftung, die sich die Aufforstung gerodeter

Wälder auf die Fahnen geschrieben und weltweit bereits sage und schreibe 13,6 Milliarden Bäume gepflanzt hat, wegen dieser Leistung nicht nur ein Umwelt-, sondern auch ein Friedensprojekt: „Sie hat für unser aller Zukunft und Zusammenleben wesentliche Akzente gesetzt und tut dies weiterhin“, heißt es in dem Papier. Die Preisträger zeigten, wie wichtig es sei, „nicht an Morgen, sondern rechtzeitig an Übermorgen zu denken“.

Finkbeiner, der die Munich International School in Starnberg besucht hat und derzeit über ein Thema im Fachgebiet Ökologie promoviert, hatte im Jahr 2007 als damals gerade mal Neunjähriger „Plant-for-the-Planet“ mitbegründet. Angefangen hat alles mit einem Schulreferat, mittlerweile ist aus der Initiative eine globale Bewegung für den Umweltschutz geworden, der mehr als 88 000 junge „Botschafter für Klimagerechtigkeit“ angehören. Eines der größten Projekte läuft gerade in Mexiko: die Aufforstung riesiger gerodeter Flächen auf der Yucatán- Halbinsel. Fünf Millionen Bäume wurden dort in den vergangenen Jahren bereits gepflanzt, heuer sollen es noch einmal drei Millionen werden. Das Ziel bewegt sich in astronomischen Sphären: „Wir wollen die Menschen aktivieren, weltweit 1000 Milliarden Bäume zu pflanzen“, schildert Finkbeiner im Tagblatt-Gespräch. Das sei nicht bloße Utopie, sondern umsetzbar, ist sich der Uffinger sicher – dank der effizienten Strukturen der Stiftung und der vielen Kinder weltweit, die sich ffür das Projekt begeistern. Die Auszeichnung mit dem Preisgeld in Höhe von rund 33 000 Euro wird er im September bei der Verleihung dankbar entgegen nehmen: „Das ist für mich eine Wahnsinnsbestätigung – dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Doch Zukunftssorgen hat die Stiftung in anderer Hinsicht. Wegen baurechtlicher Probleme muss die Stiftung mit Sitz in Uffing wahrscheinlich aus dem dortigen Bahnhofsgebäude ausziehen. Unter anderem geht es um eine angeblich unzulässige Wohnnutzung im oberen Stockwerk. Finkbeiner plant, den Sitz übergangsweise in einem anderen Büro einzurichten. Im Gespräch ist Tutzing oder Zürich. Die Arbeit für „Plant-the-Planet“ sieht Finkbeiner nicht gefährdet.

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