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Bei der Übergabe des VdK-Ergebnisprotokolls: (v. l.) Gisela Spensberger (Behindertenbeauftragte des Gemeinderats), Karl-Heinz Moser (Zweiter Vorsitzender der VdK-Ortsgruppe), Erich Wawacek (Erster Vorsitzender), Bürgermeister Rupert Wintermeier, Prüfer Reinhold Nöth, Tourismusberater Edi Schieder und VdK-Frauenbeauftragte Sybille Moser. 

Wie behindertengerecht ist Uffing?

Kleine Hindernisse, große Probleme

Der Sozialverband VdK hat die Gemeinde Uffing hinsichtlich der Barrierefreiheit genau unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse wurden jetzt vorgestellt.

Uffing – Uffing wird bald weitgehend barrierefrei sein, wenn es nach dem VdK geht. „Weg mit den Barrieren!“, lautet der Titel einer bundesweiten Kampagne des Sozialverbandes, der damit allen Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und Senioren ermöglichen will, uneingeschränkt am öffentlichen Leben teilzunehmen. Im November fanden sich in Uffing die VdK-Experten Edi Schieder, Tourismusberater für barrierefreies Reisen, Prüfer Reinhold Nöth (beide aus Altenstadt) sowie Mitglieder des VdK-Ortsverbandes zusammen, um verschiedene Einrichtungen im Ortszentrum auf ihre Zugänglichkeit zu untersuchen.

Doch die Liste ihrer Beanstandungen ist überschaubar. Auch Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) war mit von der Partie – und bekam eine Spezialbrille und einen Langstock überreicht. Bei einem „Blindflug“ durch die ihm ansonsten bestens vertrauten Straßen und Wege geriet er wiederholt ins Staunen, wie er bei der Übergabe des Ergebnisprotokolls kürzlich im Rathaus erklärte. „Zeitweise hab’ ich mich gefragt, wo ich überhaupt bin“, gestand Wintermeier. Vorsichtig ertastete er etwa den Zugang zur Raiffeisenbank, den er als in Ordnung befand.

Zu Testzwecken mit dem Rollator unterwegs waren der VdK-Ortsvorsitzende Erich Wawacek und Mitglied Christine Killermann im Rollstuhl. Mit der Stufe des Rathaus-Haupteingangs hatten alle beide mit ihrem Gefährt so ihre Probleme. „Wir wollten den Umbau schon heuer in Angriff nehmen, aber durch das Gaufest hat sich alles verzögert“, sagte der Bürgermeister. Geplant sei eine Rampe und ein automatischer Türöffner, die 2018 verwirklicht werden sollen. Allerdings kann das Rathaus wie bisher durch den Hintereingang barrierefrei befahren werden.

Oftmals sind es Kleinigkeiten, die einem Körperbehinderten das Leben schwer machen. So ist beispielsweise ein Blumenkübel an der Apotheke so unglücklich platziert, dass ein Rollstuhlfahrer die Nachtglocke kaum erreichen kann, wie Edi Schieder erklärte. Weiter erfuhr Wintermeier von ihm, dass das Geländer an der Rampe vor der Poststelle an der Hauptstraße 4 zu kurz geraten ist und aus Sicherheitsgründen verlängert werden sollte.

Bereits Ende Oktober hatte Schieder den neuen Zugang zur Kirche St. Agatha ausprobiert und als durchweg positiv empfunden. Allerdings riet er Rollstuhlfahrern, den bis zu 13 Prozent steilen Weg am Seerestaurant Alpenblick hinunter zur Anlegestelle des Motorschiffs MS Seehausen nur mit einer Begleitperson zu bewältigen. „Auf dem Schiff selbst ist es mit dem Rollstuhl sehr angenehm“, befand Schieder.

Wintermeier versprach die rasche Umsetzung der beanstandeten Punkte. Dass der Bahnsteig am Uffinger „Plus-Energie-Bahnhof“ wegen der geringen Frequenz in absehbarer Zeit nicht angehoben werden soll, beurteilten Schieder und Nöth allerdings kritisch. Großes Lob fand Schieder für die Mitglieder der Uffinger VdK-Ortsgruppe und auch den Bürgermeister: „Sie haben alle ganz großartig mitgemacht – es war eine Super-Zusammenarbeit.“

Heino Herpen

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