Felix Finkbeiner ist Gründer der Kinder- und Jugendorganisation, Uffing, Stiftung.
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Felix Finkbeiner ist Gründer der Kinder- und Jugendorganisation.

Nach kritischen Berichten über „Plant for the Planet“

Unterstützer gehen auf Distanz zu Uffinger Stiftung

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Die Kinder- und Jugendinitiative „Plant for the Planet“ ist angeschlagen. Mehrere Medien veröffentlichten kritische Berichte. Nun will die Uffinger Stiftung einiges verbessern.

Uffing – So berühmt wie Greta Thunberg war Felix Finkbeiner nie. Doch schon Jahre bevor die junge Schwedin und Fridays for Future auf den Plan traten, galt der 23-jährige Gründer der Kinder- und Jugendinitiative „Plant for the Planet“ als das Gesicht einer von jungen Leuten getragenen Klimaschutzbewegung. In letzter Zeit hat das Image der Stiftung mit Sitz in Uffing erhebliche Kratzer bekommen. Ihr schwimmen die Felle davon. Zunächst veröffentlichte die Wochenzeitung Die Zeit mehrere kritische Artikel. Derjenige vom Dezember 2020 trug die Überschrift „Der Märchenwald“, die Unterzeile lautete: „Wie die Organisation Plant for the Planet mit zweifelhaften Versprechen und fragwürdigen Zahlen bei Unternehmen und Privatspendern um Geld für den Klima-schutz wirbt.“

Das Magazin Stern stellte daraufhin eigene Recherchen an. Diese hat sie nun in einem zehnseitigen Artikel publiziert. Dabei wuchsen die Bedenken an der Arbeit der Stiftung. „Im Kern handelt es sich bei den Defiziten um die zweifelhafte Struktur der Organisation, die strittige wissenschaftliche Fundierung, die mangelnde fachliche Begleitung und die fehlende Nachprüfbarkeit von Erfolgsmeldungen.“ Gruner+Jahr – der Verlag, in dem der Stern erscheint – hat daher beschlossen, die Unterstützung für Plant for the Planet vorerst ruhen zu lassen. Er hatte seit Dezember 2019 die Organisation und ihre Idee unterstützt, mit Baumpflanzungen die Klimaerwärmung zu bremsen.

Zahlungen ausgesetzt

Im Zuge der kritischen Berichterstattung distanzierten sich auch andere Unternehmen. Die Bitburger Braugruppe erklärte laut Zeit, sie habe bereits im Januar ihre Zahlungen an Plant for the Planet ausgesetzt. Auch der Getränkehersteller Eckes Granini habe sich früh von der Kooperation zurückgezogen. Der Senffabrikant und McDonald’s-Zulieferer Develey will demnach ebenfalls die Kooperationen mit der Uffinger Stiftung vorerst stilllegen. Bemerkenswert: Denn das Unternehmen war einer der engsten Partnern. Develey-Geschäftsführer Michael Durach gehört dem Vorstand der Stiftung an. „Auch der Großkonzern Procter & Gamble, der noch Anfang des Jahres einen ,Pampers-Wald‘ in Mexiko pflanzen ließ, sowie der Käsehersteller Hochland und die Münchner PR-Agentur Engel & Zimmermann werden die Zusammenarbeit ruhen lassen“, schreibt der Stern auf seiner Webseite.

Felix Finkbeiner, Vorstandsmitglied der Stiftung, wollte sich auf Tagblatt-Nachfrage nicht äußern. Silke Schuffenhauer, bei Plant for the Planet für Public Relations zuständig, bittet um Verständnis. Sie weist darauf hin, dass sich die Stiftung aktuell, wie in ihrem Blog angekündigt, mit der Aufarbeitung der ganzen Themen auseinandersetzt. Dort ist nachzulesen, welche Schritte die Stiftung unternehmen will, um die Transparenz zu erhöhen. Unter anderem soll ein Expertengremium die Bepflanzungsplanung der von der Stiftung beauftragten Ökologen in Mexiko jährlich kritisch und unabhängig prüfen. Zudem habe man eine so genannte TreeMapper-App entwickelt, durch die jeder täglich sehen könne, wie viele Bäume welcher Baumart, wo genau an welchem Tag gepflanzt wurden. Die Stiftung plant weitere Schritte, um aus den negativen Schlagzeilen zu kommen. „Um die Qualität unserer Arbeit zu erhöhen, haben wir unser Projektteam auf der Yucatán-Halbinsel in Mexiko deutlich ausgebaut“, schreiben Finkbeiner und sein Vorstandskollege Sagar Aryal.

Strukturen überprüfen

Man möchte die gewachsenen Strukturen „überprüfen und uns strukturell neu aufstellen. Wir werden nun intensiv über grundlegende strukturelle Veränderungen beraten und im zweiten Halbjahr 2021 festlegen, welche Veränderungen bis Ende des Jahres eingeleitet sein sollen“.

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