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Hier sollen 2018 die Bagger anrücken. Die Fliederstraße im Uffinger Süden. 

Projekt an Rosen- und Fliederstraße in der Kritik

Heftiger Streit um Straßenausbau

Die geplante erstmalig Erschließung der Rosen- und Fliederstraße in Uffing erregt die Gemüter der Anlieger. Sie beklagen, dass der Bürger zu wenig einbezogen werde. Zudem stößt das Ausmaß des Vorhabens auf massive Kritik.

Zum Hintergrund: Der Gemeinderat hat beschlossen, mehrere Straßen im Ort erstmalig herzustellen. Beim Bürger sind diese Projekte nicht übermäßig beliebt, muss er doch 90 Prozent der Kosten tragen. Den Ausbau der Rosen- und der Fliederstraße hatte das Gremium bereits vor mehr als einem Jahr auf den Weg gebracht. Bisher gibt es dort nur einen Schotterbelag. Die beiden Routen sollen nun eine Asphaltdecke mit 4,20 Metern Breite erhalten und durch einen Ringschluss miteinander verbunden werden. „Es wird Zeit, dass dort eine geordnete Zufahrt geschaffen wird, wie es der Gesetzgeber vorsieht“, hatte Rathauschef Rupert Wintermeier (WGU) vor einem Jahr betont.

Nun lag der Bebauungsplan öffentlich aus. Es zeigte sich: Viele der knapp 20 Anlieger sind nach wie vor nicht glücklich mit dem Projekt der Kommune. „Es wird mutwillig ein Stück Dorfidylle zerstört“, beklagt Josefine Pointner-Diagne. Wenn man im Gemeinderat etwas sage, werde man „belächelt und abgekanzelt. So kann man mit Bürgern, die sich nichts zu Schulden haben kommen lassen, einfach nicht umgehen“, schimpft die Anwohnerin. Sie sehe auch kein großes öffentliches Interesse, einen Ringschluss zu machen. Andere bezweifeln ebenfalls, dass ein solcher nötig sei.

Kritik kommt auch von Anwohner Oliver Michael: „Wir dürfen zwar was sagen, das wird aber nicht wahrgenommen“, moniert er. Das sei „ziemlich frustrierend“. Es werde zwar immer groß von Bürgerbeteiligung geredet. „Wenn es aber konkret wird, ist es damit nicht weit her.“

Viele Anlieger sagen laut Michael: „Es wäre richtig, schade, wenn es so würde, wie geplant.“ Es würde viel Ruhe, Lebensqualität und Sicherheit geopfert. Michael fragt sich: „Muss die Maximallösung durchgepeitscht werden, oder geht auch ein Ausbau mit geringerem Umfang?“ Michael, Pointer-Diagne und andere Anlieger betonen in einer Stellungnahme, dass die bisherige Straßenführung und die Wendemöglichkeit aus ihrer Sicht „ausreichend“ seien. Die Straße zu verbreitern führe dazu, dass erstmals die Möglichkeit geschaffen werde, Autos auf der Straße abzustellen. Dies sei für spielende Kinder ein Sicherheitsrisiko. 

Michaels Wunsch wäre, dass sich die Anlieger mit dem Bürgermeister, dem Bauausschuss und dem Planer zusammensetzen, um verschiedene Lösungen zu bereden. „Wir sind offen und gesprächsbereit.“ Wintermeier zeigt in gewisser Weise Verständnis. „Wer zahlt schon gern und gibt seinen Grund her.“ Dennoch: Der Gemeinderat habe beschlossen, mehrere Straßen erstmalig zu erschließen. „Die Bürger können sich äußern.“ Einwände würden abgewogen.

Mancher befürchtet, dass mehr Verkehr in den beiden Straßen entsteht. Der Bürgermeister sieht diese Gefahr nicht. „Es entstehen keine zusätzlichen Häuser.“ Bei der Gemeinde verweist man in Sachen Erschließung auf das Baugesetzbuch. „Diese Aufgabe liegt nach dem Gesetz nicht im freien Ermessen der Gemeinde, es handelt sich um eine Pflichtaufgabe.“

Die Erschließung, die 2018 erfolgen soll, ist auch am Donnerstag Thema im Gemeinderat (ab 20 Uhr). Dabei geht es um Wendehämmer und wie viel Grund dafür gebraucht würde. Wintermeier sagt: Für den Ringschluss werde vergleichsweise „deutlich weniger“ Fläche benötigt.

Das Geld ist auch noch Thema. Und Grundabtretungen. Pointner-Diagne soll 76 Quadratmeter hergeben. Für 16 Euro pro Quadratmeter. Doch Wintermeier kann die Anwohnerin beruhigen. Man habe den Gutachterausschuss des Landkreises eingeschaltet. Der Rathauschef denkt, dass es „einige hundert Euro“ pro Quadratmeter werden, die die Gemeinde bezahlt.

Roland Lory

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