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Vermietet keine Ferienwohnungen mehr: der Blaslhof in Schöffau/Kalkofen.

Tourismus in Uffing

Großes Minus bei Übernachtungen

Der Blaslhof in Schöffau bietet keine Gästezimmer mehr an. Das ist einer der Gründe, warum die Übernachtungszahlen in Uffing deutlich zurückgegangen sind. Die Chefin des Touristikvereins betont derweil, dass man im Ort fremdenverkehrstechnisch viel mehr machen könnte.

Uffing – Die Zahl der Übernachtungen ist 2017 in Uffing erheblich gesunken. Waren es 2016 noch 46 715, so registrierte man im Vorjahr nur noch 37 688. Diese Zahlen gab Rathauschef Rupert Wintermeier (WGU) im Gemeinderat bekannt. Einer der Gründe für den Rückgang ist, dass die Familie Taffertshofer am Blaslhof in Schöffau keine Gästezimmer mehr anbietet. Sepp Taffertshofer nennt den Generationswechsel als Grund dafür. „Die Jungen wollen das anders machen“, teilt der 65-Jährige mit. Er übergab den Hof bereits vor ein paar Jahren an seinen Sohn.

Rund 40 Jahre lang hat die Familie vermietet. „Ich habe es mit Leib und Seele gemacht.“ An 220 Tagen im Jahr sei das Haus voll gewesen. Bis 2016 hatten die Taffertshofers drei Ferienwohnungen und vier so genannte Familienzimmer im Angebot. Dort beherbergte man nicht nur Urlauber, sondern auch Kindergärten und Schulklassen. „Wir hatten viele Stammgäste“, sagt Taffertshofer, bestens bekannt als Bauer Sepp mit seiner Märchenbühne – seine „Leidenschaft“.

Bei der Gemeinde bedauert man, dass Taffertshofer mit dem Vermieten aufgehört hat. Wintermeier: „Ich glaube, dass er das gut gemacht hat, genauso wie er die Märchenbühne gut macht.“ Auch Helga Gretschmann, Vorsitzende des Touristikvereins, findet es schade, dass ein Großvermieter wegfällt. „Das ist sicher nicht gut für den Tourismus, aber es wird immer ein Umbruch da sein.“ Ihr zufolge gibt es auch andere ältere Vermieter, die nicht mehr investieren wollten und aufhörten. „Es fangen aber auch welche an.“ Insgesamt zählt man im Gemeindegebiet rund 40 Anbieter. Gretschmann betont, dass man in Uffing touristisch viel mehr machen könnte. Etwa eine bessere Beschilderung von Rad- und Wanderwegen, um die Gemeinde attraktiv für Gäste zu machen. Auch Ermäßigungen hält die Schöfffauerin für sinnvoll. „Damit zieht man Leute.“ Gretschmann fordert: „Es muss auf alle Fälle was passieren. Touristisch ist in Uffing gar nichts los.“

Rathauschef Wintermeier weist darauf hin, dass eine einheitliche Radwegebeschilderung auf Landkreisebene kommen soll. Hierfür gibt es ein Leader-Projekt. Von daher mache es keinen Sinn, in Uffing auf eigene Faust Tafeln aufzustellen. Gretschmann beklagt zudem, bei touristischen Fragen nicht eingebunden zu werden. Wintermeier entgegnet, der Touristikverein müsse selber aktiv werden und Vorschläge bringen – und solle „nicht immer nur schimpfen“.

Was bei vielen Vermietern jedenfalls nicht gut ankam, war die massive Erhöhung des Kurbeitrags vor zwei Jahren. Die Abgabe, die in der Regel an den Gast weitergereicht wird, beträgt seit 1. Januar 2016 einen Euro. Vorher waren es 40 Cent. „Das hat auch bei mir für Unmut gesorgt“, sagt Gretschmann. Denn der Vermieter habe davon keinen Mehrwert. Hintergrund der Anhebung war die Kooperation der Tourismusgemeinschaften Blaues Land und Ammergauer Alpen. Für Kritik sorgte damals vor allem, dass die Erhöhung so zügig kam. Mancher befürchtete, auf Kosten sitzen zu bleiben (wir berichteten). Auch die Zahl der Ankünfte sank übrigens in Uffing zuletzt deutlich. 2015 zählte man 10 523, im Jahr darauf 10 798 und 2017 nur noch 9561. Die meisten Gäste übernachten in Uffing auf dem Campingplatz. Die Resonanz ist wetterabhängig.

Roland Lory

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