Tragischer Unfall bei Waldarbeiten

76-Jähriger von Baum erschlagen: So kam es zu dem Unglück

Uffing - Zu einem tragischen Unfall bei Waldarbeiten ist es am vergangenen Samstagvormittag bei Uffing gekommen. Ein 76-jähriger Mann aus Schönberg erlitt tödliche Verletzungen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Welch große Gefahr bei Baumfällarbeiten droht, kann nicht oft genug betont werden. Auch bei erfahrenen Waldarbeitern kommt es immer wieder zu Unglücken, wie das jüngste Beispiel zeigt. Der 76-Jährige aus Schönberg, das zur Gemeinde Rottenbuch im Nachbarlandkreis Weilheim-Schongau gehört, befand sich zusammen mit seinem Sohn (44) und dessen Schwager (58) in dem Abschnitt „Unterer Fuchswald“, der südwestlich des Uffinger Weilers Kirnberg liegt. Die drei Männer waren mit Holzarbeiten beschäftigt, als der Senior gegen 9 Uhr einen Forstweg absperren wollte, um mögliche Passanten zu schützen. Dabei geschah das Unglück: „Während sich dieser auf den Weg zur Absperrung befand und dabei noch einen bereits liegenden Baum entasten wollte, traf ihn ein fallender Baum und verursachte dabei tödliche Verletzungen“, heißt es im Bericht des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Der Sohn (aus Schönberg) und dessen Schwager (aus Böbing) alarmierten sofort den Rettungsdienst, der wenig später an der Unglücksstelle eintraf. Doch für den 76-jährigen Schönberger kam jede Hilfe zu spät. Ein Notarzt konnte nur mehr dessen Tod feststellen. Die Betreuung der geschockten Angehörigen wurde durch das Krisen-Interventions-Team übernommen.

Der Kriminaldauerdienst (KDD) aus Weilheim hat in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft München II die Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen. Die Spurensicherung war bereits vor Ort. Laut Polizei-Pressesprecher Jürgen Thalmeier wird möglicherweise ein Gutachter der Berufsgenossenschaft hinzugezogen.

Es gibt eine ganze Reihe an offenen Fragen. Die drei kannten sich offenbar mit der Waldarbeit aus, wussten also, was sie taten. Wie konnte es dann zu diesem Unglück kommen? Angeblich hat der 76-Jährige seinem Sohn und dessen Schwager zugerufen, er sei weg aus dem Gefahrenbereich des zu fällenden Baums – was dann doch nicht der Fall war. Auch wird erzählt, der Gipfel sei abgebrochen und in eine andere Richtung als geplant gekippt. Den besagten Baum hat dem Vernehmen nach der Sohn gefällt. Ein tragischer Umstand, denn möglicherweise steht aus strafrechtlicher Sicht ein fahrlässiges Handeln im Raum.

Michael Gretschmann, Andreas Seiler

Rubriklistenbild: © pa

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