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Schritt in Richtung Sicherheit: Als zweite wagte Martina Peer (l.) den beherzten Schritt in den Rettungskorb, in dem Radka Duntsch bereits auf sie wartete.

Freiwillige Feuerwehren üben Großeinsatz

Übung in der Uffinger Grundschule - Lehrerinnen evakuiert

Es wäre ein Horror-Szenario: Zum Glück haben die Kameraden aus Uffing und Murnau nur den Ernstfall geprobt. Ihr Einsatzort: die Grundschule.

Alles in Ordnung: Die „Helfer vor Ort“ der Wasserwacht-Ortsgruppe Uffing kümmern sich um die „Verletzten“. 

Uffing – Feuer in einem Klassenzimmer im ersten Stock, ein verrauchtes Treppenhaus und zwei Frauen in einer Dachgeschoßwohnung, denen der Fluchtweg abgeschnitten ist: Dieses Horrorszenario hatten sich die Freiwilligen Feuerwehren aus Uffing und Murnau für eine Großübung an der Uffinger Grundschule am  Mittwoch ausgedacht. Mit 22 Mann sowie vier Fahrzeugen waren die beiden Wehren zum Einsatzort geeilt. Unterstützt wurden sie von vier „Helfern vor Ort“ der Wasserwacht-Ortsgruppe Uffing, während die 95 Buben und Mädchen aus vier Klassen von ihren Lehrerinnen auf den Pausenhof in Sicherheit gebracht wurden. Gespannt verfolgten die Kinder die „Rettung“ der Frauen mittels der großen Murnauer Drehleiter aus einem Fenster im zweiten Stock und juchzten vergnügt, als sich kurz darauf von oben ein dicker Wasserstrahl über Schulhaus und Pausenhof ergoss.

Und wie fühlten sich die beiden aus ihrer fiktiven, misslichen Lage Befreiten? „Wunderbar“, sagte Radka Duntsch mit einem Lachen, noch auf einer Trage der Wasserwachtler liegend. „Es war schon aufregend, aber auch beruhigend“, ergänzte Martina Peer. In der Zwischenzeit waren Atemschutz-Geräteträger über das per Nebelmaschine verrauchte Treppenhaus eingedrungen, um das angenommene Feuer zu löschen. „Alles ist perfekt abgelaufen, ich bin sehr zufrieden“, resümierte Einsatzleiter Klaus Rauch, der nicht nur beiden Wehren angehört, sondern zudem auch Haustechniker der Schule ist.

Geduldig beantwortete er die zahlreichen Fragen der wissbegierigen Kleinen, die sich unter anderem dafür interessierten, was die Feuerwehr bei einem Einsatz so alles darf. „Bei roten Ampeln dürfen wir vorsichtig über Kreuzungen fahren, aber vor geschlossenen Bahnschranken müssen wir genauso warten wie alle anderen auch“, erklärte er seinen jungen Zuhörern. Zum Schluss bekam diese von den Wehrleuten deren Fahrzeuge und Geräte erklärt.

„Das war ein tolles Erlebnis für unsere Kinder“, meinte Schulleiterin Gundi Stocker: „Sie müssen das erst einmal alles verarbeiten. Herr Rauch wird sicher noch einmal in die Klassen gehen, und Fragen beantworten, die erst später kommen“. Zweimal im Jahr müssen Feuerwehrübungen an der Schule ausgeführt werden – doch alle Lehrer und Kinder waren sich einig: „Heuer war es besonders spannend“. 

Heino Herpen

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