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Rechenschaftsbericht: Rathauschef Rupert Wintermeier (l.) informiert bei der Bürgerversammlung im Gasthof zur Post über aktuelle Themen.

Arzt schlägt Alarm

Mobilfunk in Uffing: Kritik in der Bürgerversammlung

Eine Zeit lang war in Uffing Ruhe in puncto Mobilfunk. Anlässlich der Bürgerversammlung kochte das Thema am Donnerstagabend wieder hoch. Dabei wurde eine Warnung laut.

Uffing – Eine Notiz in der Sitzungsniederschrift der Uffinger Gemeinderatssitzung hat Miklós Takács hellhörig gemacht. Dort steht: „Herr Minister Aiwanger hat die Gemeinde gebeten, bei der Mobilfunkstandortsuche mitzuwirken. Weiters teilt er mit, dass die zu erwartende Strahlung unbedenklich sei.“ Arzt Takács „muss da widersprechen“.

Es geht um den neuen Mobilfunkstandard 5G. Der bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist klarer Befürworter eines flächendeckenden Ausbaus. Heuer findet in Deutschland die Versteigerung der Lizenzen statt. Seit gut zwei Monaten ringen die Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica sowie United Internet um die begehrten Frequenzen.

Miklós Takács, der auch Zweiter Vorsitzender der Ortsgruppe Murnau und Umgebung des Bund Naturschutz ist, sieht erhebliche Gefahren durch 5G. Dieser Standard übersteige bei der Strahlenbelastung die Vorgänger „um den Faktor 100. Der Staat hat ein Vorsorgeprinzip zu erfüllen, wenn er neue Technologien einführt, und das macht er nicht“, kritisierte Takács am Donnerstagabend im Rahmen der Bürgerversammlung im Gasthof zur Post. „Eigentlich müsste man juristisch dagegen vorgehen.“ Der Arzt prophezeite auf zellulärer Ebene eine Kette von Folgen, „die nicht absehbar sind“. Und er machte darauf aufmerksam, dass Straßenlaternen als Basisstationen für das neue 5G-Mobilfunknetz im Gespräch sind.

„Bis jetzt ist noch niemand auf uns zugekommen“, sagte Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) am Freitag dem Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt. Er findet es „bedenklich“, wenn die Einführung einer solchen Technologie „über die Köpfe der Leute hinweg entschieden wird. Da müssten eigentlich Untersuchungen stattfinden“. Etwaige Risiken müssten im Vorfeld geklärt werden. Takács rief die Uffinger Bürger zur Zusammenarbeit auf, „um den Wahnsinn abzuwenden. Wir müssen uns vernetzen“. 

Er warb auch für die Bürgerinitiative Stopp 5 G. Sie fordert einen Ausbaustopp bis die Unbedenklichkeit dieses Standards eindeutig nachgewiesen ist. Die Bürgerinitiative ist innerhalb weniger Wochen nach eigenen Angaben auf mehr als 90 Mitglieder im gesamten Landkreis Weilheim-Schongau und darüber hinaus angewachsen. Für Freitag, 31. Mai, ist ein Vortrag des Physikers und ÖDP-Politikers Professor Klaus Buchner im Murnauer Kultur- und Tagungszentrum geplant. Beginn ist um 19.30 Uhr. Zuvor, an diesem Samstag, läuft im Küchenstudio Brenner in Huglfing der Film „Die gesundheitliche Wirkung der Mobilfunkstrahlung – Faktencheck“ (Hauptstraße 1, 18 Uhr).

Unterdessen tut sich auch etwas in Sachen Mobilfunkmast. Nach Wintermeiers Angaben will der Netzbetreiber Vodafone an der Kläranlage und am Rußbichl jeweils eine Anlage errichten. „Das soll dieses Jahr passieren.“ Das Vorhaben hat sich ziemlich verzögert. Schon 2015 war von Vodafone der Antrag für die Kläranlage gekommen. Zuvor hatte die Gemeinde viel Zeit und Geld in Planungen investiert. Das Ergebnis waren zwei Standorte, die in Frage kommen: die Kläranlage und der Rußbichl.

Auch ein Bauantrag für ein Holzhaus am Staffelsee erhitzt die Gemüter: Uffing verbietet Holzhaus - Familie stellt Strafantrag

Roland Lory

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