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Einfach mal am Rand parken – und übernachten: Je mehr öffentliche Plätze gesperrt werden, umso mehr bleiben die Wohnmobile irgendwo am Straßenrand stehen.

Einfach am Rand geparkt

Es werden immer mehr: Wohnmobile und Wohnwagen verstopfen Gemeindestraßen

Der Trend, mit dem Wohnmobil Urlaub zu machen, nimmt deutlich zu. Zum Leidwesen vieler Anwohner – wie zum Beispiel in Uffing am Staffelsee. Dort sind einige Straßen häufig von solch langen Fahrzeugen zugeparkt.

Uffing –Urlaub im eigenen Wohnmobil wird immer beliebter. Galten Wohnwagenbesitzer früher als Spießer, sind sie heute Trendsetter. Die Branche wächst und wächst. Den Traum von Freiheit und Unabhängigkeit erleben viele im Urlaub mit dem rollenden Haus. Das Klischee vom Rentnerpaar mit Gartenzwergen, Staubsauger und Fernsehgerät im sechswöchigen Sommerurlaub an der Ostsee gehört längst der Vergangenheit an, das Image hat sich gewaltig gewandelt.

Wohnmobile verstopfen Straßen: „Irgendwo müssen sie schließlich parken …“.

Dass dieser Trend zum Reisemobil auch seine negativen Folgen hat, ist überall zu beobachten, denn immer mehr Wohnmobile, nicht selten über sechs Meter lang, stehen an Straßen und Wegen und blockieren nicht immer wieder Zu- und Fahrwege. Denn: Wohin mit den Riesen-Fahrzeugen? Solange sie angemeldet sind, ist es den Besitzern erlaubt, sie am Straßenrand abzustellen.

So stehen immer wieder Wohnmobile zum Beispiel auf dem alten Fußballplatz in Uffing. Den Gemeindeparkplatz hat der Erste Bürgermeister Rupert Wintermeier schon mit Querbalken an den Einfahrten versehen lassen, „damit hier keine Wohnmobile hineinkommen“ Man müsste, sagt Wintermeier, überall Verkehrsschilder aufstellen, die auf ein Park-Verbot hinweisen, doch das sei „uferlos“. „Wenn wir das Abstellen der Fahrzeuge an einer Stelle verbieten, was wir könnten, dann suchen sich die Leute eine andere Parkmöglichkeit. Wir können den Ort doch nicht mit Schildern zupflastern“, erklärt der Rathauschef. 

Je mehr Wohnmobile, desto mehr zugeparkte Straßen

Das Problem mit abgestellten Wohnmobilen nimmt immer mehr überhand, berichtet Wintermeier weiter. So ist die Straße hin zum Gewerbegebiet in seiner Gemeinde oft derart zugeparkt, dass es kaum noch ein Durchkommen gäbe. „Die kommen aus Bayreuth oder München oder sonst woher und es sind auch immer mehr Lastwägen, die einfach so am Straßenrand abgestellt werden“, beklagt der Bürgermeister. Doch als man im Rathaus reagierte und die Parkzeit dort auf drei Stunden begrenzte, „standen die Fahrzeuge plötzlich an der Bahnhofstraße“, und das Problem sei nur verschoben worden. Und Wintermeier berichtet, dass er kürzlich in einem Gespräch mit einem Polizisten mitgeteilt bekommen hat, dass man in dieser Angelegenheit kaum etwas machen kann, denn „irgendwo müssen die Wohnmobile schließlich parken …“.

Die Hersteller der Gefährte leben gut von diesem Trend: Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit mehr als 63 000 Reisemobile und Wohnwagen neu zugelassen, mehr als je zuvor. Je nach Größe und Ausstattung kosten die Freizeitfahrzeuge von 40 000 Euro bis zu sechsstelligen Beträgen. Waren es in den 1970er Jahren die Hippies, die mit ihren klapprigen VW-Bussen in die Ferne fuhren, breitet sich das Lebensgefühl auch bei der breiten Masse aus. Ganz im Zeitgeist und einem der Trend zurück zur Natur. Man will den lauten und hektischen Städten entfliehen.

Barbara Falkenberg 

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In Miesbach parkten zahlreiche Wohnwagen-Gespanne vor einiger Zeit einen ganzen öffentlichen Parkplatz zu - quasi über Nacht. Ganz in der Nähe, an der A8, brachen Diebe mehrere Wohnmobile auf. Später wurden sie dingfest gemacht. In Wessobrunn ist eine Frau dem Wohnmobiltrend konsequent gefolgt. Sie verbringt die meiste Zeit des Jahres in ihrem mobilen Zuhause.

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