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Verursacher von Schäden: Schwarzkittel sind seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. 

Die Jagd war eingeschränkt

Streit um Wildschwein-Schutzzaun ist beendet - durch eine Art Kompromiss

Der Konflikt um den Wildschwein-Schutzzaun in Uffing ist beigelegt. Einer der Grundstückseigentümer hat wie gefordert gehandelt. 

Uffing – Die Jagd ist bekanntlich ein Minenfeld. Immer wieder gibt es Auseinandersetzungen zwischen Jägern und Grundeigentümern. Ein Beispiel ist der Streit zwischen einem Jagdpächter und einem Landwirt um eine Fläche auf dem Gemeindegebiet von Uffing. Der Bauer zäunte die Wiese ein, um sie vor Wildschweinschäden zu schützen. Die Schwarzkittel sind bekannt dafür, auf der Suche nach tierischen Proteinen Grünland aufzubrechen. Zum Leidwesen der Landwirte.

Der Jagdpächter wehrte sich gegen den Zaun. Er zog gegen den Freistaat Bayern vor Gericht. Der Mann sah sich in der Ausübung der Jagd beschränkt, weil das Wild wegen des einen Meter hohen Zauns nicht mehr auf die Waldlichtung gelangen könne. Darüber hinaus beklagte er, dass damit der Verbiss im Wald zunehme. Auch mit dem Recht auf freies Betreten der Natur argumentierte er. Nicht zuletzt führte er den Rückgang der Biodiversität ins Felde, also der biologischen Vielfalt.

Im Zuge der Klage kam das Verwaltungsgericht München 2017 zu einem Augenschein mit anschließender Verhandlung nach Uffing. In seinem Urteil wurde betont, dass die Umzäunung den Voraussetzungen des Bayerischen Naturschutzgesetzes widerspricht und in großem Umfang das (von der Verfassung geschützte) Betretungsrecht der Bevölkerung einschränkt.

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Beide Beteiligten wollen sich nicht mehr äußern

Voriges Jahr räumte das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen dem Bauern noch eine Frist ein. „Als Ergebnis der Äußerung des Grundeigentümers und entsprechender Prüfung durch das Landratsamt war die Einzäunung nicht komplett zu beseitigen“, erklärt Stephan Scharf, Sprecher der Kreisbehörde. Um das Betretungsrecht zu gewährleisten, waren jedoch vom Landwirt folgende Punkte bis Mitte September 2018 zu erledigen: Er musste die Zaunhöhe auf voller Länge auf 80 Zentimeter reduzieren, zwei selbstschließende Türen einbauen, acht Überstiegshilfen in Form von Podesten errichten sowie Hinweisschilder anbringen, die auf die Überstiege und Durchgänge aufmerksam machen. Es ist also am Ende so etwas wie ein Kompromiss herausgekommen. „Die Maßnahmen wurden vollständig und fristgerecht durchgeführt“, teilt Scharf mit.

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Der Landwirt will sich nicht mehr zu der Angelegenheit äußern. Auch der Jagdpächter möchte nicht großartig Stellung nehmen. Nur so viel: „Man muss künftig das Landratsamt fragen, ob und in welcher Höhe ein Zaun errichtet werden kann.“ Und: Ein Landwirt solle vorher mit dem Jagdpächter reden.

Roland Lory

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