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Beliebtes Ausflugsziel: Auch am Seerestaurant Alpenblick, wo bisher kostenloses Parken möglich war, werden ab dem 1. September Parkautomaten stehen. 

Großes Thema im Gemeinderat 

Uffing wappnet sich gegen Ausflugsansturm

Uffing leidet wie viele andere Landkreis-Gemeinden auch unter dem zunehmenden Tagestourismus. Mit Parkscheinautomaten, einer Beschilderung und einer freiwilligen Naturschutzwacht versucht man, dem Ansturm Herr zu werden.

Uffing – Kaum waren die Corona-Beschränkungen gelockert worden, ergoss sich eine Flut an Tagestouristen ins Voralpenland. Tausende von Autos parkten willkürlich landwirtschaftliche Flächen zu, blockierten Zufahrten zu Feldern und Rettungswege. Und ihre Lenker ließen Berge von Müll zurück. Gemeinden wie Ohlstadt, Eschenlohe und auch der Kreisort können davon ein Lied singen. Auch in Uffing nahmen die Ausflugskarawanen bisher unbekannte Ausmaße an.

Bereits am 28. Mai hatte der dortige Gemeinderat höhere Parkgebühren, eine Gebührenpflicht auf bisher kostenlosen Abstellflächen und einheitliche Beschilderungen im Ort beschlossen. Für dies alles wurde in der Sitzung am vergangenen Donnerstag mit 15:0 Stimmen eine entsprechende Verordnung auf den Weg gebracht. Überdies werden künftig zehn Freiwillige der Bayerischen Naturschutzwacht rund um die Gemeinde unterwegs sein, um fehlgeleitete Touristen auf höfliche, aber bestimmte Art davon abzubringen, Wiesen niederzutrampeln, geschützte Blumen abzureißen und brütende Vögel von ihrem Gelege zu vertreiben.

„Auf sämtlichen Parkflächen der Erholungsgebiete werden ab dem 1. September Parkgebühren erhoben“, sagte Bürgermeister Andreas Weiß (parteilos). Vorher sei die Einführung der neuen Regelungen nicht möglich: „Denn die Parkscheinautomaten können erst im August geliefert werden.“ Bei den bisherigen Geräten war laut dem Rathauschef nur Münzzahlung möglich. „Außerdem konnten dort nicht so viele Tarife wie benötigt angeboten werden.“ Bei sämtlichen Automaten kann künftig mit Karte bezahlt werden, ebenso ist ein digitaler Handy-Parkservice für sämtliche gebührenpflichtigen Parkplätze in der Gemeinde vorgesehen. „Die Möglichkeit des kostenlosen Parkens ist für Gäste von Vermietern möglich, die ihre Meldungen elektronisch abgeben“, führte der Bürgermeister aus. Die ersten 30 Minuten Parken sind kostenfrei, anschließend werden für jede weitere angebrochene Stunde 50 Cent berechnet. Die Gebühr für eine Jahreskarte wird 20 Euro betragen, für eine Halbjahreskarte 10 Euro. Diese Tickets erhalten nur Saisonkarteninhaber der Bäder, Segelbootinhaber und Ortsansässige. Die örtlichen Vereine, Mitglieder der Wasserwacht, Mitarbeiter des Seerestaurants Alpenblick und des Gemeindebads sowie Vermieter, die elektronisch melden, bekommen auf Antrag kostenlose Jahresparkkarten für den jeweils betroffenen Parkplatz. Die Höchstparkdauer beträgt jeweils 24 Stunden.

Beim Tagesordnungspunkt „Lenkung des Besucherverkehrs“ hatte Weiß für seine Zuhörer eine Überraschung parat: In Kürze werden zehn Freiwillige im Gemeindegebiet einen Probebetrieb als Naturschutzwächter beginnen. Bei einer Veranstaltung der Naturschutzwacht, die eine bayernweite Organisation ist, sei das System von Peter Strohwasser von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen und von Gebietsbetreuerin Daniela Feige vorgestellt worden. „In den geschützten Bereichen bei uns geht sehr viel kaputt“, bedauerte Weiß. „Die Wächter sollen Aufklärungsarbeit leisten und sind im Konflikt-Training geschult. Im Landkreis sind wir die ersten, wo so etwas gestartet wird.“ Die Finanzierung der Naturschutzwacht übernehme das Landratsamt.

Des Weiteren wurde in der Sitzung die Überlegung laut, an der Murnauer Straße ein von Hand zu bedienendes Schild aufzustellen, das situationsbedingt die Autofahrer mit dem Hinweis „Parkplatz Alpenblick besetzt“ warnen könnte. Auf ein weiteres Problem verwies Vizebürgermeister Josef Diepold (WGU): „Handys leiten oft Radler fehl, weil die Anzeige der Apps bezüglich des Staffelseerundwegs falsch ist.“ Als Beispiel führte er den Fußweg zwischen dem Seerestaurant Alpenblick und der Murnauer Straße an, der dort abrupt ende. Weiß versprach, sich bei einer Murnauer Firma zu erkundigen, die sich um solche Apps kümmere: „Wir werden anfragen, was eine Überarbeitung dieser Karten kosten würde.“

Heino Herpen

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