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Bewegt: Uffings Alt-Bürgermeister Rupert Wintermeier (r.) mit Josef Diepold, der sein Stellvertreter war.
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Bewegt: Uffings Alt-Bürgermeister Rupert Wintermeier (r.) mit Josef Diepold, der sein Stellvertreter war.

Uffings scheidender Rathaus-Chef ausgezeichnet 

Abschied mit neuem Titel: Wintermeier ist jetzt Altbürgermeister

Rupert Wintermeiers Abschied war von besonderen Momenten geprägt - und von einem neuen Titel, den der scheidende Rathaus-Chef erhielt. Wintermeier ist jetzt Altbürgermeister von Uffing.

Uffing – Er hielt den Rahmen mit der goldfarbenen Urkunde wie ein Neugeborenes. Blickte darauf, als starre er einen kleinen Schatz an. Er atmete schwer. Es war jedem im Saal bewusst, dass er gerade keinen normalen Wintermeier-Moment erlebte. Für ein paar Minuten war Rupert Wintermeier nicht der brummende Uffinger Bürgermeister mit den schweren blaufarbenen Augen, die Schüler früher vom Spicken abgehalten hatten. „Altbürgermeister“ stand auf der Urkunde. Das ist kein freundlicher Beinamen für einen scheidenden Rathaus-Chef, sondern ein Privileg, das nicht jeder in Wintermeiers Rang erhält.

Wintermeiers Amtszeit endete nach zwölf Jahren nicht unter den einfachsten Bedingungen, sondern sabotiert vom Coronavirus. Seine politischen Weggefährten, auch seine Frau saßen im Saal des Gasthofs Post weiter voneinander weg, als allen lieb war. Vorsicht musste sein. Doch die Würde dieses Abschieds überstrahlte den aufgezwungenen Rahmen. Josef Diepold, der Zweite Bürgermeister, erzählte in seiner Laudatio wirklich unterhaltsame Dinge. Er gab Wintermeiers Gattin Waltraut, der Traudi, ihren Rupert zurück, „ein bisschen gebraucht und optisch verändert“. Er verriet ein paar Marotten, wie Wintermeiers Vorliebe für riesige Kalenderblätter, auf deren Rückseiten er mit Bleistift und Radiergummi Uffings Zukunft skizzierte.

Aber der vielleicht rührendste und schönste Augenblick des Abends gehörte den früheren Rivalen: Wintermeier und Johannes Piegsa, seinem Vorgänger von der CSU. Sie saßen an den gegenüberliegenden Enden des Saales, und diese Distanz drückte dann auch sehr gut ihr Verhältnis in früheren Tagen aus. Dennoch zeigte sich auch in diesem Fall, was Zeit bewirken kann. Gerne gewährte Wintermeier dem ehemaligen Bürgermeister (2002 bis 2008) eine Wortmeldung, obwohl Piegsa nicht hätte sprechen dürfen. Und Piegsa sprach Worte, bereinigt von alten Kamellen, passend für diesen besonderen Anlass: „Im Großen und Ganzen ist das hervorragend gelaufen“, lobte er Wintermeier. Der Bürgermeister erhielt noch allerlei andere Gaben: eine Reise in den Bayerischen Wald mit Taschengeld, spendiert von Verwaltung und Gemeinderat, ein Buch, Kaffeetassen und Krüge „für Weißbier und Helles – weil wir wissen, dass du beides trinkst“, sagte Andreas Weiß, sein Nachfolger.

Zuvor hatte Wintermeier selbst die Präsente ausgegeben – für sechs scheidende Gemeinderäte. Anda Grotins-Sanktjohanser, Gisela Spensberger, Max Schweiger und Hubert Schwingshandl verließen das Gremium nach nur einer Periode. Neben ihnen gehen „zwei Schwergewichte, also politische Schwergewichte“, wie Wintermeier scherzte: Anton Buchner schied nach 30 Jahren aus, Josef Popp gar nach 36 Jahren. Buchner tritt als Uffinger Baumeister der vergangenen drei Jahrzehnte ab. Popp hat sich als Finanzexperte profiliert, der seit 1996 den Ausschuss leitet und eine Zeit lang Uffings inoffizieller Dritter Bürgermeister (Vertreter der Dorfchefs) war. Beide erhielten den Silbernen Ehrentaler, der nur zehn lebenden Uffingern zusteht.

Nach 70 Minuten endete die letzte und eine der kürzesten Sitzungen in zwölf Jahren Wintermeier. Dieser beschloss sie mit einem Ausblick – er wollte sich bis Donnerstag 0 Uhr ins Büro setzen – sowie einem Spruch. Einem original Wintermeier: „Ich hab’ gehört: Viele Politiker gehen, nachdem sie aufhören, in die Wirtschaft. Das ist ein schöner Gedanke.“

Andreas Mayr


Lesen Sie dazu auch: Uffings Rupert Wintermeier: Bürgermeister mit offener Bürotür nimmt Abschied

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