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Künftig mit Parkautomat: der Parkplatz von Seerestaurant Alpenblick (hinten) und Strandbad in Uffing – allerdings an einem ruhigen Wochentag.

Gemeinderat beschließt ganzes Paket an Maßnahmen

Von Ausflüglern überrollt: Uffing zieht die Notbremse

Uffing wehrt sich gegen eine ausufernde Flut an Ausflüglern. Der Gemeinderat verabschiedete dafür ein ganzes Maßnahmenbündel. Zu diesem zählen höhere Parkgebühren, die Gebührenpflicht auf bisher kostenlosen Abstellflächen und neue Beschilderungen im Ort.

Uffing – Wie andere Gemeinden im Landkreis hat Uffing viel zu bieten – und teilt deren Schicksal: Als indirekte Folge der Corona-Krise ist das Oberland am ersten Wochenende nach dem Ende der Ausgangsbeschränkungen förmlich von Ausflüglern überrollt worden. Wanderparkplätze platzten aus allen Nähten, Wiesen wurden rigoros mit Autos zugestellt, Abfalleimer quollen hoffnungslos über.

Für die Kommunen besteht absoluter Handlungsbedarf. Dies war auch den Mitgliedern des Uffinger Gemeinderats klar, die am Donnerstag in der Schulturnhalle tagten. Sie wollen dem chaotischen Treiben Einhalt gebieten. „Wir müssen dem Freizeitdruck etwas entgegensetzen und über eine Ergänzung der Beschilderung und über die Gebührenpflicht nachdenken“, sagte Bürgermeister Andreas Weiß (parteilos). „Allein rund um das Gemeindebad habe ich am vergangenen Wochenende 25 Wildcamper gezählt“, ärgerte er sich. „Die Leute kommen mit Fahrzeugen, die keine eigenen Toiletten an Bord haben, konsumieren mitgebrachte Sachen und hinterlassen uns ihren Müll, teils auch ihre Fäkalien an den unmöglichsten Stellen. Hinweisschilder ‚Übernachten verboten‘ bringen nichts.“

Flut an Ausflüglern in Uffing: Klein- und Campingbusse sollen in eigenen Bereichen stehen

Weiß schlug vor, das Parken auf den hierfür vorgesehenen Flächen auf reine Personenwagen zu beschränken und Klein- sowie Campingbussen eigene Bereiche zuzuweisen. Dies stieß auf Zustimmung. „Wenn jemand nur im Auto übernachtet, können wir ihm das nicht verbieten“, stellte Weiß nüchtern fest. Aber: „Wenn wir Tageskarten für zehn Euro ausgeben, deren Gültigkeit um 24 Uhr endet, kostet so eine Übernachtung 20 Euro“, rechnete er vor. Dafür braucht es aber erst eine neue Gebührenordnung. Dem Bürgermeister ist daran gelegen, wildes Parken zu unterbinden, aber die Einheimischen nicht durch neue Regelungen zu bestrafen.

Die Frage von Marcus von Bechtolsheim (WGU), ob Einheimische das gleiche wie Besucher zahlen müssten, verneinte Weiß: So sollen Mitglieder der Sportvereine, der Wasserwacht sowie Mitarbeiter von Gemeindebad und Seerestaurant Alpenblick kostenlose Dauerparkausweise erhalten. Thomas Hartmann (WGU) zeigte sich von der Idee solcher Ausweise wenig begeistert. Er sprach von einer „Mühsal mit solchen Parkkarten“. Und Albert Huber (WGU) schlug vor, die an der Ach- und Röthenbachstraße vorgesehenen eingeschränkten Halteverbotsschilder nur an den Wochenenden aufzustellen, was sogleich in den Beschlussvorschlag eingearbeitet wurde.

Chaotische Zustände: Uffinger Gemeinderat dreht an der Parkgebühren-Schraube

Jeweils ohne Gegenstimme votierte der Gemeinderat für weitere Schritte: So werden für den Parkplatz des Seerestaurants Alpenblick und des Strandbads drei Parkautomaten für insgesamt rund 18 000 Euro angeschafft und die Gebühren an sämtlichen gemeindlichen Parkflächen und Erholungsgebieten erhöht beziehungsweise erstmals erhoben. Zudem stellt man eine einheitliche Beschilderung auf. Betroffen davon sind neben Seerestaurant und Strandbad die Parkplätze am Seewinkel/Kirchtalstraße, am Gemeindebad (dessen Parkplatz als einziger bisher gebührenpflichtig war) und an der Achelebrücke, am alten Sportplatz (Achstraße) und am Wanderparkplatz/Obernacherstraße, wo ebenfalls Automaten installiert werden. Überdies wird es am Gemeindebad und am Seerestaurant je fünf kostenpflichtige Stellplätze für Wohnmobile geben. Einig war man sich auch darin, die Verwaltung zu beauftragen, bis zur nächsten Sitzung eine Parkgebührenordnung auszuarbeiten, die bis Ende Juli in Kraft treten kann.

Heino Herpen


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