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Elektromobilität gilt als Technologie der Zukunft. In Uffing ist der Einsatz eines Elektro-Busses im Gespräch.

Uffinger Gemeinderat diskutiert Vorschlag

Shuttle-Service mit einem Elektro-Bus

Der Klimaschützer Felix Finkbeiner schlägt für Uffing einen Pendelbetrieb mit einem Elektro-Bus vor. Der Gemeinderat reagierte skeptisch.

Uffing – Das Angebot klingt vielversprechend, stieß jedoch bei den Uffinger Gemeinderäten überwiegend auf Skepsis. In ihrer Sitzung hatten die Gremiumsmitglieder über einen schriftlich eingebrachten Vorschlag des Klima-Kämpfers Felix Finkbeiner zu beraten, der den Einsatz eines achtsitzigen Elektrobusses im halbstündigen Pendelbetrieb zwischen dem Bahnhof, dem Gemeindebad, dem „Bärtlbad“ (Alpenblick), dem Rathaus und zurück zum Ausgangspunkt vorsieht.

    Die Familie des engagierten jungen Mannes hatte den Uffinger Bahnhof erworben und in den vergangenen Jahren aufwändig saniert (wir berichteten). Entscheidend sei bei seinem Ansinnen, dass etwa Münchner Gäste nicht mehr ihr Auto zur Anreise benutzten, sondern vielmehr den Zug, betonte Finkbeiner in dem Schriftstück. Die Beobachtung seiner Schwester Franziska, die an den winterlich kalten Sonntagen in Seenähe bis zu 150 Autos mit Münchner Kennzeichen gezählt habe, die nach seinen Worten zusammen mit vielen anderen Fahrzeugen ein Verkehrschaos verursacht hätten, sei Anlass für seinen Vorschlag gewesen.

    Den Kaufpreis des Elektrobusses von 30 000 Euro könnten sich die Gemeinde, das Gemeindebad, das Restaurant Alpenblick und die von ihm gegründete Organisation Plant for the Planet teilen. Die Umweltschutzorganisation würde die Aufladung des Fahrzeuges und dessen Wartung übernehmen und könnte es außerhalb der Gästezeiten für eigene Zwecke nutzen. Den Fahrer könnte der Alpenblick stellen, heißt es weiter in dem Vorschlag.

    „Wenn 40 Münchner auf einmal am Bahnhof ankommen, muss der Bus fünfmal fahren, bis alle am See sind“, meinte Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) dazu. „Einige müssen dann über eine Stunde warten und könnten genauso gut zu Fuß zum See gehen. Die acht Plätze im Bus machen das Kraut nicht fett. Da bräuchte es mindestens zwei.“ Der Zweite Bürgermeister Josef Diepold (WGU) zeigte sich aus einem anderen Grund skeptisch: „Ich glaube nicht, dass das Angebot angenommen wird und das es gewinnbringend ist.“ Josef Popp (WGS) fand die Idee zwar nicht schlecht, wünschte sich aber eher einen Pendelverkehr nach Schöffau. Georg Pantele (CSU) hingegen wäre eine Route mit Halbstundentakt nach Eglfing lieber und regte hierzu eine Umfrage an, um die Bereitschaft der Bürger herauszufinden, vom Auto auf den Bus umzusteigen. „Wir müssen heute darüber keine Entscheidung treffen“, beendete Wintermeier die Diskussion: „Erstmal müssen wir mit der Familie Bott vom Alpenblick reden.“

Heino Herpen

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