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Eine Herausforderung: die Bekämpfung eines Waldbrands im unwegsamen Gelände. Auf dieser Archivaufnahme ist ein Einsatz am Kranzberg zu sehen.

Rund 150 Rettungskräfte werden erwartet

Waldbrand: Feuerwehren planen Großübung

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Waldbrände sind heimtückisch, weil sie in kürzester Zeit zu einer Katastrophe heranwachsen können. Bei einer großangelegten Simulation, die Anfang Juli bei Schöffau über die Bühne geht, wollen Feuerwehren und andere Rettungsorganisationen aus der gesamten Region einen solchen Ernstfall üben.

Schöffau – Es reicht eine achtlos weggeworfene Kippe, die noch glimmt. Oder eine zerbrochene Flasche, deren Scherben bei Sonnenschein wie Brenngläser wirken. Schnell entzünden sich im Wald Gräser und Äste und entfachen einen Brand, der auf die Bäume übergreift. Kommen noch Trockenheit und Wind hinzu, breitet sich das Feuer schnell aus – und kann für Siedlungen oder für landwirtschaftliche Betriebe zu einer Bedrohung werden.

Uffing ist besonders gefährdet, weil die Ortschaft über verhältnismäßig große Waldflächen verfügt. Insgesamt sind es 19 Quadratkilometer. Die Idee, sich mit dem Szenario eines Waldbrands auseinanderzusetzen, ist nicht neu. Jetzt greift die Feuerwehr des Uffinger Ortsteils Schöffau dieses Thema auf – und zwar in Form einer Großübung am Samstag, 7. Juli, die für alle Beteiligten ziemlich anspruchsvoll werden dürfte. Das ausgewählte Gelände ist der dicht bewaldete Kirnberg, eine etwa 880 Meter hohe Anhöhe. „Wir gehen von einem Brand aus, von dem drei Hektar betroffen sind“, beschreibt Schöffaus Feuerwehr-Kommandant Andreas Weiß die Ausgangslage. Seit Anfang des Jahres plant der Mitarbeiter der Rathaus-Verwaltung den Tag und wird dann auch die Rolle des Übungsleiters übernehmen.

Zwölf Feuerwehren, vorwiegend aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen, haben ihr Kommen zugesagt – und werden voraussichtlich mit rund 25 Fahrzeugen anrücken. Mit dabei sind außerdem Einheiten der Wasserwacht, der Bergwacht, des Bayerischen Roten Kreuzes und der Polizei. Sogar ein Hubschrauber wird abheben. Weiß schätzt die Anzahl der beteiligten Rettungskräfte auf insgesamt rund 150. Es dürfte sich damit heuer um die größte Übung im Nordlandkreis handeln. Etwa sechs Stunden sind dafür angesetzt.

Dabei werden es die Helfer mit einer ganzen Reihe an Schwierigkeiten zu tun bekommen. Das fängt bei der Beschaffung des Löschwassers an, das sie zu einem großen Teil mithilfe einer langen Leitung aufwändig aus der Ach pumpen müssen. Das mitunter steile Areal mit den schmalen Straßen dürfte den Einsatz nicht gerade erleichtern. Weiß will seine Kameraden mit weiteren Problemen konfrontieren, die noch nicht verraten werden. „Es werden Herausforderungen kommen. Das Drehbuch ist schon geschrieben“, sagt er. Beispielsweise könnte es Verletzte geben oder ein Fahrzeug geht kaputt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Waldbrand zu bekämpfen. Am effektivsten ist natürlich der Einsatz von Wasserspritzen. Die Floriansjünger bekommen am Kirnberg auch Hilfe von einem Polizei-Hubschrauber. Spezialisiert auf die Zusammenarbeit mit dieser Unterstützung aus der Luft ist die Partenkirchner Feuerwehr. Ein Helikopter könne große Wassermengen in Tanks befördern und über den Brandherden ausschütten, erklärt Kommandant Klaus Straub. Und er sei sehr hilfreich dabei, Einsatzkräfte und Material in unwegsames Gelände zu transportieren.

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