Traditionsunternehmen: Die mittelständische Firma Schweiger wurde 1962 gegründet.
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Traditionsunternehmen: Die mittelständische Firma Schweiger wurde 1962 gegründet.

Sanierungskonzept in Arbeit

Uffinger Werkzeugbauer Schweiger in Schieflage: Gericht ordnet vorläufiges Insolvenzverfahren an

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Die Uffinger Firma Schweiger GmbH & Co. ist in Turbulenzen geraten. Das Amtsgericht Weilheim ordnete ein vorläufiges Insolvenzverfahren an. Der Werkzeug- und Formenbauer, der rund 70 Mitarbeiter hat, feilt an einem Sanierungskonzept. Die Produktion läuft unverändert weiter.

  • Der Uffinger Werkzeug- und Formenbauer Schweiger GmbH & Co. ist in Schwierigkeiten geraten.
  • Das Amtsgericht Weilheim ordnete ein vorläufiges Insolvenzverfahren an.
  • Der mittelständische Betrieb hat derzeit knapp 70 Mitarbeiter, davon 17 Azubis.

Uffing – 2016 war die Welt noch in Ordnung. Damals investierte die Uffinger Firma Schweiger in eine moderne Fertigungsanlage – eine der modernsten in der Werkzeug- und Formenbau-Branche in ganz Europa. 5,5 Millionen Euro steckte das Unternehmen in die neue Betriebshalle.

70 Mitarbeiter, davon 17 Azubis

Doch die Geschäfte liefen an der Rigistraße in letzter Zeit nicht gut. Mit der Konsequenz, dass die Firma Schweiger GmbH & Co. KG laut einer Pressemitteilung „aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage“ beim Amtsgericht Weilheim Insolvenzantrag gestellt hat. Der mittelständische Betrieb hat derzeit knapp 70 Mitarbeiter, davon 17 Azubis.

Alternativloser Schritt

„Das zunehmend schwieriger werdende Marktumfeld im Automobilsektor belastet das Geschäft des Familienbetriebs bereits seit geraumer Zeit“, heißt es in der Mitteilung. Schon 2019 war das spürbar. Und dann kam noch die Corona-Pandemie, die der Auto-Branche und damit auch Zulieferern zusetzt. „Der Schritt in die Insolvenz ist derzeit alternativlos“, betont Firmeninhaber Anton Schweiger (46). Der Betrieb, zweitgrößter Arbeitgeber in Uffing, arbeitet an einem Sanierungs- und Restrukturierungskonzept, das er selbst umsetzen will. „Ziel ist, das Unternehmen weiterzuführen und zu gesunden“, sagt Geschäftsführer Schweiger. „Wir stecken den Kopf nicht in den Sand.“

Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

Nach seinen Angaben folgte das Amtsgericht Weilheim einem Antrag der Firma und ordnete mit Beschluss vom 18. Januar ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung an. Das Unternehmen erfüllte diesbezüglich bestimmte Vorgaben, zudem gaben wichtige Finanzierungsgläubiger ihr Plazet. Über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens entscheidet das Gericht später. Die Behörde bestellte den Weilheimer Rechtsanwalt Dr. Robert Hänel zum vorläufigen Sachwalter. Dieser rechnet damit, dass das Gericht spätestens Anfang April eine Entscheidung fällt. „Ein Insolvenzverfahren ist ein hervorragendes Sanierungskonzept“, betont er. Schweiger sei „ordentlich aufgestellt“. Es stelle sich die Frage, ob sich der Markt wieder erholt und ausreichend Aufträge hereinkommen. Denkbar wäre auch, sich weitere Branchen zu erschließen. „Vielleicht tut sich in einem anderen Marktsektor etwas“, sagt Hänel.

Produktion läuft weiter

Die Produktion läuft bei Schweiger derweil unverändert weiter. Die Auftragslage ist aktuell sogar gut. Schweigers Kundschaft sind vor allem große Autohersteller. Diese produzieren mit den Werkzeugen „Made in Uffing“ serienmäßig Teile wie Mittelkonsolen, Handschuhkästen oder Kühlergrills. Doch auch in anderen Branchen hat die mittelständische Firma Abnehmer.

Nach wie vor Herr im Haus

Die Geschäftsführung ist weiterhin verwaltungs- und verfügungsbefugt. „Wir bleiben Herr im Haus“, sagt Schweiger. Die Zahlung der Löhne und Gehälter und weiterer Posten ist gewährleistet.

Kreishandwerkerschaft drückt Daumen

Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl erfuhr am Donnerstag vom Tagblatt von dem Insolvenzverfahren. „Wir können nur die Daumen drücken und hoffen, dass das Sanierungskonzept funktioniert.“

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