Auf diesem Grundstück zwischen Bahnhofstraße und Sportplatz soll das neue Kinderhaus entstehen.
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Auf diesem Grundstück zwischen Bahnhofstraße und Sportplatz soll das neue Kinderhaus entstehen.

Großprojekt in Uffing

Widerstand gegen Uffinger Kinderhaus: Bürger befürchtet Einschränkungen

  • Andreas Mayr
    VonAndreas Mayr
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Das geplante Uffinger Kinderhaus stößt auf Widerstand. Ein Anwohner befürchtet Einschränkungen.

  • Ein Anwohner befürchtet Nachteile durch das geplante Kinderhaus.
  • Er will einen Lärm- und Sichtschutz.
  • Rathauschef Andreas Weiß (parteifrei) lieferte im Gemeinderat Details zum Großprojekt Kinderhaus.

Uffing – In Uffing gibt es viele Menschen, die sich über den neuen Kindergarten freuen, den eine anonyme Spenderin zahlt. Kai Gottlieb gehört nicht dazu. Das hat er bereits in der ersten Gemeinderatssitzung zu diesem Thema in aller Vehemenz vorgebracht. Wer sich mit ihm am Gartenzaun auf seinem Grundstück an der Bahnhofstraße unterhält, hört heraus, was Gottlieb nun in einem Schriftsatz an die Gemeinde nochmals ausgedrückt hat: Dieses neue Kinderhaus schadet ihm nur, er will es nicht. Gottlieb schreibt von „Wertminderung um mindestens 200 000 Euro“ (eine unbestätigte Angabe), von „massiver Lärmbelästigung und warf ausgerechnet dem rührigen Bürgermeister Andreas Weiß (parteifrei) vor, er habe ihm – entgegen seiner Aussage – nicht Bescheid gegeben, dass die Bauarbeiten doch schon im Jahr 2021 beginnen und der Bagger schon vor der Tür stehe. Nun sind die Gemeinderatsmitglieder längst geschult im Umgang mit dem renitenten Bürger. Seine Forderung nach einem Lärm- sowie Sichtschutz beantworteten sie knapp und sachlich – mit dem beinahe identischen Schreiben, das die Gemeinde schon einmal an Gottlieb versandt hatte.

Anwohner will Sicht- und Lärmschutz

Geht es nach dem Anwohner, soll die Gemeinde Lärm- und Sichtbegrenzungen besorgen. Für Schutzzäune oder Hecken, die den Blick auf das Kinderhaus versperren, sind jedoch die Nachbarn selbst verantwortlich. Was Schallblocker angeht, erinnerte Bürgermeister Weiß nochmals an seine Erläuterungen vom Vorjahr. Entgegen der Behauptung, die Gemeinde habe unbemerkt und heimlich die Bauphase eingeleitet, wartet die Kommune auf Ergebnisse. „Wir können keinen Lärmschutz veranlassen, wenn wir nicht wissen, was notwendig ist“, betonte der Bürgermeister.

Dafür lieferte Weiß in anderen Punkten weitere konkrete Details. Die Zufahrtsstraße zum neuen Kindergarten hat eine Bruttobreite von 8,50 Metern, wobei auf den kombinierten Geh- und Radweg 2,50 Meter entfallen und die Straße zwischen 5,20 und 5,40 Meter misst.

Zudem hat die Gemeinde den Bedarf, der für die Konzeption maßgeblich ist, ein weiteres Mal erfasst. Mit neuen Ergebnissen. Dazu hat man sich die Geburtenzahlen in den relevanten Jahrgängen angeschaut. Final rechnen die Behörden nun mit drei Kindergartengruppen (circa à 20 Kinder), drei Krippengruppen (à 15 Zwergerl) sowie einer Hortgruppe. Bislang sind im Kindergarten am Sonnenstein in zwei Kindergarten- sowie einer Hort-Einheit teilweise eineinhalb Mal so viele untergebracht. „Ziel ist, das auf ein normales Maß zu bringen“, betonte Weiß.

„Ganz schön eng“

Gemeinderat Wilhelm Oppermann (Wir für Uffing) fragte sicherheitshalber nach, ob die Zahl tatsächlich reicht. Zuletzt sei es schon „ganz schön eng“ gewesen. „Es war ein Chaos in der Pandemie“, berichtete der Volksvertreter. Auch die Einrichtung in Schöffau ist nach Angaben des Bürgermeisters „übervoll“, 40 Zwergerl im Kindergarten, 15 in der Krippe. Dennoch beließ er es bei den angestrebten Dimensionen mit einem Hinweis auf die offiziellen Zahlen, an die man sich binde. Außerdem, scherzte Weiß, sei „es von uns aus nicht abschätzbar, wie fleißig die Uffinger“ in Coronazeiten sind.

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