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Umweltschonend: Direkt neben dem Bahnhof wird eine Erdwärme-Anlage eingebaut.

Neuer Sitz der Umweltinitiative „Plant for the Planet“

Uffinger Bahnhof als "grünes" Musterhaus

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Die Pläne sind ehrgeizig: Die Familie Finkbeiner will in ihrem „Blauen Bürgerbahnhof“ in Uffing nicht nur zeigen, was in Sachen Energietechnik alles möglich ist. Das historische Gebäude soll auch zu einem Zentrum für Nachhaltigkeit werden. 

Felix Finkbeiner ist ein bemerkenswerter junger Mann: Obwohl erst 18 Jahre alt, zerbricht er sich den Kopf über den Klimawandel – und darüber, wie die Erderwärmung gestoppt werden und der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen gelingen kann. „Es geht um meine Zukunft“, sagt er. Denn er und seine Altersgenossen müssten die Folgen tragen. Sein Beitrag ist die Kinder- und Jugendstiftung „Plant for the planet“.

Felix Finkbeiner, der in London Internationale Beziehungen studiert, hat diese Initiative 2007 ins Leben gerufen und steht an deren Spitze. Die globale Bewegung hat ein großes Ziel: Sie will auf der ganzen Welt Bäume pflanzen – bis 2020 sollen es sage und schreibe 1000 Milliarden sein –, um die Klimakrise zu bekämpfen. Denn auf diese Weise, so das Kalkül, lasse sich der Kohlendioxid-Ausstoß, der für den Treibhauseffekt und damit den Klimawandel verantwortlich gemacht wird, ausgleichen. Bislang hatte die Stiftung ihren Sitz in Tutzing, künftig soll die Zentrale im „Blauen Bürgerbahnhof“ in Uffing beheimatet sein. Drei Stockwerke, bis jetzt erst provisorisch eingerichtet, stehen für Büros zur Verfügung. Die Wartehalle für die Bahnkunden befindet sich direkt daneben in einem Anbau. „Es ist ein wunderbarer Standort“, schwärmt Felix Finkbeiner.

 Wie berichtet, kaufte seine Familie das historische Gebäude und steckte viel Geld – genannt wird eine Summe in Höhe von rund 650 000 Euro – in eine aufwändige Sanierung. Das Besondere daran ist die Energietechnik. Die Immobilie mit der markanten blauen Fassade, daher auch der Name „Blauer Bürgerbahnhof“, verfügt über eine ganze Reihe an technischen Finessen – und präsentiert sich als „grünes“ Musterhaus. Das fängt bei einer konsequenten Dämmung, den dreifachverglasten Fenstern und einer kontrollierten Wohnraumbelüftung an und hört bei den über 70 Solarmodulen (Photovoltaik und Solarthermie) auf dem Dach und einer Batterie als Stromspeicher im Keller auf. Jetzt begann eine Fachfirma mit der letzten großen Investition: mit dem Einbau einer Erdwärme-Anlage. Dazu wurden neben dem Gebäude vier, jeweils etwa zwei Meter hohe Erdwärmekörbe eingegraben. Die Geothermie wird genutzt, um Warmwasser für die Heizung und den Haushalt zu gewinnen.

Anfang 2017 soll das gesamte Bauprojekt abgeschlossen sein. „Das ist der erste Plus-Energie-Bahnhof in Deutschland“, berichtet Felix Finkbeiner stolz. Das heißt: Er erzeugt mehr Energie, also Strom und Wärme, als er selbst verbraucht. Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist. Vorsichtshalber wurde eine Gasheizung eingebaut – für besonders kalte und bewölkte Wintertage. „In der Regel werden wir sie nicht brauchen“, meint der Hausherr. Dieser hat Großes mit der Stiftungszentrale vor. Ihm schwebt eine Art Zentrum für Nachhaltigkeit vor, in dem unterschiedliche Gruppen aus der Region zusammenkommen und sich, etwa in Workshops, über Zukunftsfragen austauschen. Im Kern gehe es darum, dass die nächsten Generationen die gleichen Chancen haben, erklärt der 18-Jährige. Berührungsängste hat er keine: Der Trachtenverein ist ebenso willkommen wie die Naturschutzorganisation. Demnächst will der Junior seine Ideen und Pläne dem Uffinger Gemeinderat vorstellen. Abgesehen davon hat die Zugstation einiges für den Bahnkunden zu bieten, etwa Ladeterminals für Elektro-Fahrräder und -Autos – oder ein Display im Warteraum, das über die aktuellen Energie-Daten der Haustechnik Auskunft gibt. Eine Sache steht noch ganz oben auf Felix Finkbeiners Wunschliste: eine so genannte Weltbaumuhr, die anzeigt, wie viele Bäume „Plant for the planet“ bereits gepflanzt hat.

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