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Noch mitten im Umbau: Bürgermeister Anton Kölbl (r.) mit Maurer und Verputzer Hans Schönach in der künftigen Küche der Seniorentagesstätte.

Eschenloher Kuranlage

Liaison macht beide Partner glücklich

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Eschenlohe - Nach langer Suche scheint die Gemeinde Eschenlohe eine gute Lösung für die frühere Siemens-Kuranlage gefunden zu haben: Aus Oberau zieht eine Seniorentagesstätte ein. Der Umbau lief allerdings mit Verzögerungen an. Nun darf nichts mehr dazwischenkommen.

Der Umzug der Seniorentagesstätte von Oberau nach Eschenlohe verzögert sich. Grund: Die Genehmigung für den Umbau des ehemaligen Siemens-Kurheims, die an bestimmte Voraussetzungen geknüpft ist, ließ monatelang auf sich warten und sprengte damit den anvisierten Zeitplan. „Die Arbeiten sollten im Oktober losgehen“, sagt Eschenlohes Bürgermeister Anton Kölbl (CSU). Daraus wurde kurz vor Weihnachten, ein angedachter Umzug zum Jahresbeginn war damit obsolet. Nun soll es nicht nur am 1. April losgehen – es muss sogar. Darauf legt Angelika Pasch die Betonung, die mit ihrem Sohn Michael aktuell noch die Seniorentagesstätte in Oberau betreibt, denn: „Sonst haben wir keine Kassenzulassung mehr.“

Doch zur Panik besteht kein Grund: „Wir sind bis jetzt im Zeitplan“, sagt Kölbl. Drei Monate sind angesetzt für den Umbau, der das frühere Kurheim des Siemens-Konzerns, das der Gemeinde Eschenlohe gehört, den Bedürfnissen einer Seniorentagesstätte anpasst. Die Kosten von rund 320 000 Euro trägt die Kommune. Einen Teil der Anlage in Premium-Lage mieten die Paschs langfristig an. Statt 12 Plätzen wie bisher können sie dann 32 bieten, das Personal wurde auf sechs Mitarbeiter aufgestockt.

Offenbar haben sich die Partner gesucht und gefunden. Eschenlohe auf der einen Seite hat vor rund zehn Jahren die Hiobsbotschaft erhalten, dass sich Siemens mit seinem Kurangebot aus dem Dorf zurückziehen wird. Lange Zeit stand das Objekt praktisch leer und musste unterhalten werden, die Suche nach einem neuen Pächter gestaltete sich kompliziert. „Das war echt schwierig“, sagt Kölbl, der nun „sehr glücklich“ ist mit der Lösung. Die Paschs auf der anderen Seite betreiben ihre Einrichtung in beengten Verhältnissen. „Die Räumlichkeiten in Oberau sind zu klein geworden und abgewohnt“, sagt Pasch. Sie bezeichnt es als „Geschenk des Himmels“, in Eschenlohe eine Gemeinde gefunden zu haben, die für sie den Umbau finanziert. „Sie ist unser rettender Engel – sonst hätte es die Einrichtung ab Ende Dezember nicht mehr gegeben.“

In dieser werden pflegebedürftige Menschen, oft auch Demenzkranke, in einer Gemeinschaft tagsüber betreut und die Angehörigen entlastet, die teils schwer zu tragen haben oder im Berufsleben stehen. „Viele Senioren kommen fünfmal in der Woche“, sagt Pasch. Die Tagesstätte kann ein Weg sein, einen Pflegeheim-Aufenthalt hinauszuzögern. Ähnlich dem Pendant für Kinder gibt es auch ein Programm für die Gäste.

Pasch freut sich „riesig“ auf den Umzug, „weil wir erweitern können“. Es bestehe Nachfrage nach Plätzen, für Eschenlohe liegen Voranmeldungen auf dem Tisch. „Natürlich gibt es eine Anlaufzeit, aber ich denke, wir werden gut ausgelastet sein.“ Theoretisch bestünde nach Angaben Kölbls sogar die Möglichkeit, die Tagesstätte zu erweitern – mit einem Durchbruch zu einer weiteren Turnhalle.

Noch aber laufen die Arbeiten, die das Objekt erst mal seniorentauglich machen und eine Einheit schaffen, die sich generell besser vermieten lassen dürfte als der Gesamtkomplex. Unter anderem entstehen entsprechende Toiletten und Duschen, einige Räume werden umgestaltet, Wände versetzt, komplett neue Wasserleitungen verlegt, der Brandschutz wird verbessert und die Heizung umgebaut. Diese soll ab heute laufen – ein wichtiges Etappenziel.

Silke Jandretzki

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