Umbruch im Marktgemeinderat: Friedensangebot der CSU

Murnau - Die CSU denkt mit Blick auf die anstehende Neubesetzung der Ausschüsse darüber nach, hinzugewonnene Sitze teilweise abzugeben.

Pech für die Freien Wähler. Sie könnten nach dem personellen Umbruch im Murnauer Gemeinderat als die großen Verlierer dastehen - und jeweils einen Sitz in den vier großen Ausschüssen (Bau-, Hauptverwaltungs-, Sozial- und Schul- sowie Werkausschuss) verlieren. Wie bereits berichtet, muss aufgrund des Wechsels der Gemeinderätin Barbara Grabmaier vom ÖDP/Bürgerforum zur CSU und des Austritts von Andreas Müssig aus der Fraktion der Freien Wähler die Besetzung der vorberatenden Gremien neu berechnet werden.

Diese bilden, vereinfacht gesagt, die Stärke der politischen Gruppierungen im Gemeinderat ab. Nach dem aktuellen Stand der Dinge gewinnt die CSU einen Sitz hinzu und kommt dann auf sechs (inklusive Bürgermeister). Dafür haben die Freien Wähler nur noch einen. ÖDP/Bürgerforum und SPD bleiben bei jeweils zwei. Die Genossen werden trotz ihrer Aufspaltung als eine Gruppe mit den gleichen Zielen betrachtet.

Doch es könnte auch ganz anders kommen. Denn bei der CSU wird derzeit ernsthaft darüber nachgedacht, die hinzugewonnene Macht in den Ausschüssen zumindest teilweise nicht in Anspruch zu nehmen. „Es ist wichtig, dass die Arbeit sinnvoll weitergeht“, gibt sich Zweiter Bürgermeister und Fraktionssprecher Josef Bierling versöhnlich. Es dürfe nicht sein, dass Kollegen abgestraft und vom Informationsfluss abgetrennt werden. Er denkt dabei vor allem an Müssig, der künftig als Fraktions- und Parteiloser arbeiten will und seine Posten in den Ausschüssen räumen müsste.

Bierling hält es für vorstellbar, dass Müssig in manchen Gremien von der CSU quasi einen Sitz geschenkt bekommt - aus Großzügigkeit. Er persönlich hätte auch kein Problem damit, so Bierling weiter, in den Ausschüssen alles beim Alten zu belassen. Davon würden auch die Freien Wähler profitieren. Ihm gehe es um ein Miteinander, betont Bierling. Nicht tangiert wird bei all diesen Gedankenspielen die absolute Mehrheit, die die CSU mit dem Grabmaier-Wechsel im Gemeinderat erlangt hat.

In einer Sondersitzung am kommenden Donnerstag soll das brisante Thema der Ausschüsse behandelt werden. Bis dahin wird es noch einige Verhandlungen geben. Müssig würde sich nach eigenen Angaben auf das CSU-Angebot einlassen - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass er eigenständig bleiben kann. Auf ein Geschäft, bei dem Gegenleistungen erwartet werden, etwa bei Abstimmungen, lasse er sich nicht ein. Zurückhaltend reagiert Freie-Wähler-Chef Welf Probst auf den Vorstoß der „Schwarzen“. Es habe noch keine Gespräche darüber gegeben. „Ich kann dazu nichts sagen“, stellt Probst klar. (as)

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