Umfahrung zur Mautstraße: Freistaat zahlt 240.000 Euro

Wallgau - Gipfelglück in Wallgau: Der Freistaat zahlt 80 Prozent der Umgehung zur Mautstraße. Damit wird ein lang gehegter Wunsch im Dorf Wirklichkeit - und eine gefährliche Stelle entschärft...

Einen altenPlan hat Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) jetzt wieder zutage gefördert: die Entwürfe für die Umfahrung zur Mautstraße nach Vorderriß. Er witterte im Rahmen des G7-Gipfels die Chance, dieses Projekt nach mehr als 15 Jahren - und mit einer großzügigen Finanzspritze - umsetzen zu können. Mit Erfolg. Für eine Förderung von 80 Prozent hat Zahler die schriftliche Zusage vom Freistaat. Im Frühjahr 2015 sollen die Bagger anrollen.

Und dann „einen großen Knoten lösen“, der zu gefährlichen Situationen führt, sagt der Rathauschef. Denn immer wieder spielen sich an der schmalen, steilen Zufahrt von der B 11 zur Risser Straße, die weiter zur Mautstraße nach Vorderriß führt, groteske Situationen ab. Beim Abbiegen und auf rund 100 Metern Länge der Risser Straße ist an Gegenverkehr nicht zu denken. Der Weg ist zu schmal. „Teilweise gibt es Rückstau bis zur B 11“, verdeutlicht Zahler.

Mit noch massiveren Problemen rechnet er im Juni 2015, wenn die B 2 während des Gipfels gesperrt wird und der Verkehr über die B11 durch sein Dorf fließt. „Da würde ein völliges Chaos entstehen.“ Genau so argumentierte er auch bei den Vertretern der Regierung von Oberbayern. Denn zunächst scheint Wallgau zu weit weg vom Tagungsort im Elmauer Tal, um direkt von den Auswirkungen betroffen zu sein - und satte Zuschüsse für Projekte kassieren zu können. Bislang hatte der Freistaat immer nur eine Förderung von 60 Prozent für die Umfahrung in Aussicht gestellt.

Doch Zahlers Argumente scheinen überzeugend gewesen zu sein. Nun gibt es 20 Prozent mehr Unterstützung. Insgesamt fließen rund 240 000 Euro in die neue Trasse, deren Kosten der Rathauschef mit 300 000 Euro beziffert. So blieben 60 000 Euro, die die Gemeinde schultern muss. Noch im Juli war der Bürgermeister von nur 165 000 Euro für das Gesamtprojekt ausgegangen. „Die Trasse hat sich etwas verschoben, um die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten“, nennt er die Gründe für die Kostensteigerung.

Geplant ist, die 120 Meter lange Umgehung unterhalb des Karwendelhofs von der B11 direkt an die Risser Straße anzubinden. Sie führt durch eine Wiese, die zum Großteil auf Gemeindeflur liegt. Derzeit arbeitet ein Ingenieurbüro den Förderantrag aus, der Zahler zufolge in den nächsten vier Wochen bei der Regierung von Oberbayern eingehen wird.

Sollte diese Grünes Licht geben, könnten die Arbeiten im Frühjahr 2015 starten. Der Bürgermeister rechnet mit „vier bis fünf Wochen“ Bauzeit für die Umfahrung.

(nine)

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