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Straßenbau-Projekte im Landkreis

Umfahrung Oberau: Dobrindt sprengt den Weg frei

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Oberau - Politische Prominenz in Gummistiefeln: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die West-Röhre der Oberauer Umfahrung erkundet. Bei seiner Stippvisite sorgte er gleich für einen gewaltigen Krach.

Ein Hupen dröhnt durch die Dunkelheit und Kälte. Ein Signal, dass man sich unverzüglich in Sicherheit begeben soll. Nur noch wenige Minuten, dann kracht’s gewaltig in der West-Röhre der Oberauer Umfahrung. Ein Arbeiter befestigt die Zündschnur am Fernzünder. Dann übernimmt der Sprengmeister. Am Montag ist das Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Er zählt den Countdown: Drei, zwei eins. Explosion. Eine mächtige Druckwelle donnert Dobrindt und den anderen Tunnel-Erkundern wie Landtagsabgeordneter Harald Kühn (CSU), Oberaus Bürgermeister Peter Imminger (CSU), Landrat Anton Speer (Freie Wähler) und Vertretern der Autobahn-Direktion Südbayern entgegen, während sie sich die Ohren zuhalten. Für einige Sekunden vibriert die Röhre. Der Körper. Der Bundesverkehrsminister hat mit einem Knopfdruck die nächsten gut drei Meter für den Tunnelvortrieb freigesprengt.

Mehr Sprengungen künftig möglich

Dreimal am Tag erschütterten bisher die Sprengungen die Erde. Früh, mittags, abends, zwischen 7 und 20 Uhr. Innerhalb von sechs Monaten haben die Arbeiter auf diese Weise einen Weg von rund 700 Meter durch das Dolomit-Gestein gebrochen. Pro Sprengung fahren sie etwa 300 Tonnen Geröll aus der Röhre. Das Tagespensum steigt künftig noch weiter an. Weil die nötigen Entfernung zu den Gebäuden inzwischen ausreicht, sind seit vergangenen Samstag Nachtsprengungen erlaubt. „Wir machen jetzt viereinhalb bis fünf Abschläge pro Tag“, schildert Projektleiter Karsten Läufer. Dafür werden zahlreiche Löcher mit Sprengstoff gefüllt, die Zündkabel wie eine Art Spinnennetz über die Wand gespannt und zu einer Lunte gebündelt. Dobrindt und seine Begleiter nehmen das vor der Sprengung noch genau unter die Lupe. Ausgerüstet mit Gummistiefeln, Helm, Anorak und Oropax. Nur einen Nasenschutz gegen den beißenden Geruch von Ammoniak, der durch die Verbindung von Sprengstoff und dem Spritzbeton, mit dem die Wände fixiert werden, hätte sich der eine oder andere gewünscht.

Viel wichtiger für Dobrindt war allerdings, was er am Nordportal des 204-Millionen-Euro-Projekts gesehen hat. Den Fortschritt bei der insgesamt 4,2 Kilometer langen Umfahrung, die 2021 fertig sein soll. Zu Verzögerungen ist es bisher noch nicht gekommen, weil keine negativen Überraschungen aufgetreten sind. Denn selbst mit dem Thalium-Fund habe man kalkuliert, nur nicht in diesen Mengen, erläuterte Läufer. Eine Bremswirkung ist damit aber nicht einhergegangen, nur die Baustelle hat sich dadurch in eine Geröllwüste verwandelt. Der Zeitplan wird also eingehalten. Vier Jahre hatte die Altlastensanierung am Nordportal gedauert, auch am Südportal war sie nötig. „Der Tunnelrohbau dauert noch bis 2020“, sagte Wolfgang Wüst, Präsident der Autobahndirektion Südbayern.

Größte Herausforderung: Tunnelbau im Gießenbachtal

Bereits ab 2019 soll im Bereich vor, in und hinter den Röhren der Straßenausbau starten, ein Betriebsgebäude entstehen, ehe im Anschluss noch etwa ein Jahr für die technische Ausstattung und die Sicherheitsvorkehrungen einkalkuliert wird. Die größte Herausforderung steht aber nun bevor: die Arbeiten im Gießenbachtal. „Das wird der spannendste Teil des Tunnelbaus“, betonte Wüst. Dort sind aufgrund der geringen Überdeckung des Tunnels sogenannte Injektionsbohrungen nötig, um die Gebäude vor Setzungen zu bewahren. Auch auf Sprengungen verzichtet man in diesem komplizierten Bereich. Dort stoßen die Arbeiter auf Lockergestein und Kies. „Das kann man abgraben.“ Dobrindt gefallen die Entwicklungen vor Ort. Gerne lässt er sich von Landrat Speer und Bürgermeister Imminger über die Akzeptanz der Bevölkerung informieren. „Die braucht man“, sagt er, angesichts des Lärms und der Erschütterungen. Darum erachtet er auch die Idee eines Tags der offenen Tür – oder besser gesagt des offenen Tunnels – der am 23. Juli für die Bürger geplant ist, als richtige Vorgehensweise. Gleiches gilt für Eben genauso wie den Bau der Umfahrung. „Das ist eine hochbelastete Strecke und die Tunnel die logische Verlängerung der Autobahn“, machte der Minister deutlich. Als nächstes will er sich dafür einsetzen, dass die Einschleifung der B23 in Richtung Oberammergau „schnell angegangen“ wird, ebenso wie zum Beispiel eine Ortsumfahrung für Murnau und Weilheim. Allerdings nicht als Geschenk für seine Heimat, sondern um das Gesamtkonzept mit Kramer- Wank- und Auerbergtunnel zu realisieren.

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