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Ist vielen Murnauern zu trist geraten: Der umgestaltete Eingangsbereich des Kultur- und Tagungszentrums. Die schwarzgraue Fläche vor dem Eingang erhält noch eine Deckschicht aus gelbem Asphalt. 

Kultur- Und Tagungszentrum Murnau: Kritik an  der Neugestaltung des Umfeldes

KTM: Aus der Asphaltwüste wird ein Pflastersee

Murnau - Allmählich nimmt die Gestaltung im Umfeld des Kultur- und Tagungszentrums Murnau (KTM) Gestalt an. Doch was bisher zu sehen ist, stößt bei den Bürgern auf ein geteiltes Echo. Das Tagblatt wollte es genauer wissen und hat einige Stimmen dazu eingefangen.

Zwei ältere Herren, die ihre Namen nicht in der Presse lesen wollen, stehen kopfschüttelnd vor dem ehemaligen Postgebäude an der Kohlgruber Straße. „Früher war an dieser Stelle eine riesige Asphaltfläche, heute ist es ein Pflastersee“, ärgert sich der eine – und der andere fügt hinzu: „Besonders hässlich finde ich die neuen Lampen, außerdem beleuchten sie die Straße schlecht.“ Eine alte Dame hingegen äußert sich positiv: „Der Platz ist offener geworden. Mir gefällt’s.“

Wolfgang Köglmayr (CSU), langjähriger ehemaliger Gemeinderat und direkter Grundstücksnachbar, kann den Neuerungen indessen wenig abgewinnen: „Der Platz ist eine Steinwüste geworden, und ein wunderbarer Parkplatz für viele Autos.“ Der barrierefreie Zugang zum KTM sei ja gut und schön, sagt er weiter, „aber er ist auch barrierefrei für eindringendes Wasser. Als der Baum vor der Post gefällt wurde, hat man schon gesehen, dass das ein kleines Fiasko werden würde.“

Besonders ärgert Köglmayr die voraussichtliche Verteuerung des Projekts: „Ursprünglich war es mit 1,2 Millionen Euro kalkuliert, jetzt sollen es schon über 1,8 Millionen sein. Und es wird viel Geld in die Hand genommen werden müssen, um diesen Platz wieder lieblicher zu machen, damit das wieder ein Aufenthaltsort für Menschen und nicht nur für Autos wird.“

CSU-Gemeinderat Josef Bierling findet es schade, dass die Arbeiten an der Bahnhofstraße aus Kostengründen gestoppt worden sind. „Sie sollte zur zweiten attraktiven Einkaufstraße gegenüber der Fußgängerzone werden. Doch dann ist ihr Ausbau zurückgestellt worden.“ Dies wurde, wie berichtet, aus Kostengründen vom Gemeinderat beschlossen, der andere Projekte als noch vorrangiger einstuft. Die jetzige Gestaltung des KTM-Vorplatzes empfindet Bierling als wenig einladend: „Es schaut relativ kahl aus mit sehr viel Pflaster und einer tristen Betonwand vor dem Postgebäude. Ich hätte mir mehr Grün gewünscht. Mir fehlt momentan der Aufenthaltscharakter.“

Diese Meinung teilt auch Gärtnermeister Georg Schmötzer aus Riedhausen: „Das ganze Umfeld gleicht eher einem Platz in einer Großstadt. Was noch genau an Grünflächen kommen wird, weiß ich nicht, da kann ich kein Urteil abgeben. Aber wer auf das KTM zugeht, sieht überwiegend eine riesige Steinfläche. Wenn ich dort hingehe, fühle ich mich nicht wohl. Gott sei Dank hat man die Linden linkerhand stehen gelassen.“

Marktbaumeister Klaus Tworek versucht gegenüber dem Tagblatt, die vorgebrachte Kritik zu entkräften. „Wir sind noch gar nicht fertig mit der Umgestaltung. Die Pflasterfläche ist Teil des Konzepts. Wir hatten dort eine 10.50 Meter breite Asphaltfläche, die im Bereich der Tiefgaragen-Zufahrt auf 4,50 Meter zurückgebaut wurde“, sagt der Baufachmann. „Die Pflanzungen auf den mit Humus bedeckten Flächen kommen noch, aber wir haben damit wegen des asiatischen Laubholzbockkäfers, der in Murnau bereits Gehölze befallen hat, noch gewartet. Und für die Linde, die vor der Post stand, ist ein Ersatzbaum vorgesehen.“

Auch das Argument mit der schlechten Lichtausbeute der neuen Lampen will der Marktbaumeister so nicht so stehen lassen: „Am Schützenplatz haben wir drei der klassischen Bavaria-Leuchten. Ich war vier Abende mit den Anwohnern unterwegs, weil sie ihnen zu hell waren. Am Schluss haben wir die Lichtleistung halbiert und jede Lampe an zwei Seiten dicht gemacht.“ Das solle im Umfeld des Kultur- und Tagungszentrums nicht passieren: „Die neuen Lampen dort haben extra spezielle Lamellen, um Blendungen zu vermeiden. Ich weiß manchmal gar nicht mehr, was wir noch alles machen sollen.“

Heino Herpen

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