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Die Probleme jetzt anpacken wollen (v.l.) Jens Wucherpfennig von der IHK Weilheim und Peter Lingg vom IHK-Gremium Garmisch-Partenkirchen.

Unternehmen fordern von Behörden eine bürokratieärmere Verwaltung

Umfrage der IHK: Mittelmäßige Noten für den Landkreis

Gesamtnote 2,5: Damit kann der Wirtschaftsstandort Garmisch-Partenkirchen nicht zufrieden sein, liegt er doch deutlich unter dem oberbayerischen Durchschnitt. Dies hat eine repräsentativen Standortumfrage der Industrie- und Handelskammer ergeben. Vor allem fordern die Unternehmen Bürokratieabbau.

Garmisch-Partenkirchen – „Wo drückt die Unternehmen im Landkreis der Schuh? Wo liegen die Stärken, wo die Schwächen?“ Zu diesen Fragen hat Peter Lingg, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Garmisch-Partenkirchen, nun gemeinsam mit Jens Wucherpfennig, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Weilheim, bei einem Pressegespräch referiert. Anlass waren die Ergebnisse einer repräsentativen Standortumfrage, bei der 140 stichprobenartig ausgewählte IHK-Mitgliedsunternehmen über 40 Standortfaktoren in den Kategorien Infrastruktur, Arbeitsmarkt, Kosten, Netzwerke, Standortattraktivität und Wirtschaftsfreundlichkeit der Verwaltung hinsichtlich Bedeutung und Zufriedenheit bewertet haben.

Nur mit der Gesamtnote 2,5 ging dabei der Wirtschaftsstandort Garmisch-Partenkirchen aus der Beurteilung hervor. Er liegt damit deutlich unter dem Wert 2,0, den Oberbayern insgesamt erreichte. Die Betriebe im Landkreis sind nur bedingt mit ihrem Wirtschaftsstandort zufrieden. Gegenüber der Befragung 2015 hat sich die Endnote, die vor zwei Jahren noch bei 2,6 lag, allerdings leicht verbessert. „Bewerteten bei der ersten Umfrage weniger als die Hälfte der Betriebe zwischen Staffelsee und Zugspitze ihren Standort mit sehr gut, sind es diesmal 13 Prozent mehr“, bleibt Lingg zuversichtlich.

Zufriedenheit beim Freizeit- und Sportangebot

Höchste Zufriedenheit herrscht laut seinen Ausführungen beim Freizeit- und Sportangebot (Note 1,8). Die medizinische Versorgung bekommt dank der Gesundheitsregion eine 2,0, und die Energieversorgung wird immerhin mit 2,3 beurteilt. Mangelhafte Noten (4,0 und schlechter) erhalten das fehlende Angebot und die Nähe an Fachhochschulen und Unis, zu Forschungseinrichtungen und Innovationstransfer sowie die nicht vorhandene Anbindung an den Luftverkehr.

Den größten Handlungsbedarf sehen die Unternehmen in der Dauer von Genehmigungsverfahren. Sie fordern von der Politik eine bürokratiearme Verwaltung und Unternehmerfreundlichkeit. „Bürokratieabbau bleibt der Dauerbrenner“, gibt Lingg unumwunden zu. Er verweist nach Landsberg am Lech: „Der Landkreis dort unterzieht sich aktuell dem Prozess für das RAL-Gütesiegel, mit dem bürokratiearme Verwaltungen ausgezeichnet werden.“ Um das zu erreichen, müssen Bauanträge innerhalb von 40 Tagen beschieden werden, die Reaktionszeit auf Anrufe und Emails darf maximal einen Arbeitstag betragen. Eine Anregung, die Sebastian Kramer, Geschäftsführer der Zugspitz-Region-GmbH weitergeben möchte, kennt er doch das Bemühen von Landrat Anton Speer in dieser Richtung. „Das wäre ein klares Signal für Wirtschaftsfreundlichkei.“

UnzureichendeBreitbandversorgung

Auch das Thema der unzureichenden Breitbandversorgung und die Bereitstellung bezahlbarer Flächen und Immobilien stehen auf der Tagesordnung. Auch hier ist die Zugspitz-Region-GmbH schon aktiv. Kramer hat erste Infos zu einem Innovationszentrum, das in einem leer stehenden Gebäude in der Breitenau eingerichtet werden soll. „Wir sind dabei, ein Konzept zu erstellen“, verrät er. „Unser Landkreis braucht für seine Weiterentwicklung eine starke Wirtschaft“, so das Schlussplädoyer des IHK-Regionalausschuss-Vorsitzenden. „Wir müssen die Probleme anpacken. Die Umfrage ist dabei eine gute Orientierung und das Ziel eine deutlich bessere Bewertung 2019.“

Margot Schäfer

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