Veränderungen durch neunstufiges Gymnasium ergeben sich erst 2018

G9, die Zweite: Umstellung im Landkreis unproblematisch

Es ist wieder da, das neunstufige Gymnasium. Das Wahl-G9 quasi. Doch was bedeutet dies für die Gymnasien im Landkreis? Die Schulleiter reagieren entspannt. 

Landkreis– Das neue Schuljahr ist noch nicht alt. Und doch hat der Alltag Schüler und Lehrer bereits eingeholt. Die einen vermutlich etwas mehr als andere. Für Fünftklässler zum Beispiel, die auf eine weiterführende Schule gewechselt sind, dürfte vieles neu und aufregend sein. Auf frischgebackene Gymnasiasten trifft dies besonders zu. Sie sind auch etwas Besonderes. Sie sind die ersten G9er, also die ersten Schüler des wiedereingeführten neunstufigen Gymnasiums. Nach dem Beschluss des Kultusministeriums kann die Allgemeine Hochschulreife künftig wieder ab der 13. Klasse erworben werden. Das heißt weniger Nachmittagsunterricht und mehr Zeit, das Gelernte zu verinnerlichen.

Was bedeutet die Umstellung für die die Gymnasien im Landkreis?

Die Thematik sei in Murnau „völlig unproblematisch“, sagt Josef Holzmann, Direktor des Staffelsee-Gymnasiums. Zumindest noch. „An der Stundentafel für die fünften Klassen hat sich erst einmal nichts verändert.“ Auch Hubert Hering vom Gymnasium in Ettal teilt mit: „Aktuell macht das keinen zusätzlichen Aufwand.“ Die Fünftklässler haben dieselben Fächer und Stundenausstattungen wie die des G8. Dem schließt sich Otmar Würl vom St.-Irmengard-Gymnasium an. Auch Nachmittagsunterricht wird keiner ausfallen. „Den hatten die Fünftklässler ohnehin nicht“, betont Tobias Schürmer, Direktor des Werdenfels-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen.

2018 tritt neuer Lehrplan für Oberstufen in Kraft

Veränderungen stehen erst 2018 an, wenn die Fünftklässler in die sechste Jahrgangsstufe kommen. Dann tritt auch der neue Lehrplan für die Oberstufen in Kraft. Sechstklässler profitieren vom reduzierten Nachmittagsunterricht. Die zweite Fremdsprache kommt nach Angaben des Ministeriums wie gehabt dazu. Wie sich die Oberstufe zukünftig gestalten wird, soll im Laufe des Schuljahres bekannt gegeben werden. Mehr Klassenräume brauche es dafür erst einmal nicht. Das ist erst dann nötig, wenn es in neun Jahren wieder die 13. Klasse geben wird.

Der Wechsel zurück zum neunjährigen Gymnasium wird von vielen Lehrern und Schulleitern begrüßt. „Ich bin persönlich sehr dafür“, sagtSchürmer. Auch, weil die Schüler nun wieder mehr Zeit haben, den Stoff zu verinnerlichen. Er findet das sinnvoll. Vor allem für die Kinder und Jugendlichen, die auf dem Land leben. Sie können so auch ihren Hobbys wie Sport nachkommen. Was gut zum Start des G9 passt, ist der neue Lehrplan plus, der ebenfalls dieses Jahr in Kraft tritt. „Dabei sollen sich die Schüler nicht nur Wissen, sondern auch Kompetenzen aneignen“, sagt Würl. Konkret heißt das, dass die sie nicht nur Inhalte lernen, sondern diese auf verschiedene Problemstellungen anwenden können. Transferfähigkeit nennt man das im Fachjargon. Auch wenn der Lehrplan plus eigentlich nichts mit dem G9 zu tun hat, hält es Würl für sinnvoll, dass beides zeitgleich eingeführt wird. Das Plus an Zeit mit dem zusätzlichen Schuljahr komme dem Erwerb der geforderten Kompetenzen zugute. „Das passt gut zusammen.“

Magdalena Kratzer

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