Streitfall: Der Bereich des Bahnhofs soll umgebaut werden – das sorgt in Ohlstadt für Ärger. foto: mas

Umstrittener Bahnhofs-Umbau: Ohlstadt kämpft um Kompromiss

Murnau - Die Gemeinde Ohlstadt will das heftig diskutierte Vorhaben stoppen und eine Alternativlösung erreichen, mit der Kommune und Bahn leben können.

„Wir dürfen die Flinte nicht ins Korn werfen und müssen dagegen ankämpfen“, betont Bürgermeister Anton Fischer (Neue Liste Ohlstadt). Nach wie vor treiben ihn die Pläne der Deutschen Bahn Netz AG zur Weißglut. Diese will den Bahnhof in Ohlstadt für rund 2,5 Millionen Euro umbauen und unter anderem den barrierefreien Bahnsteig in Richtung Süden verlagern - rund 110 Meter weg vom Bahnhofsgebäude. Hintergrund: Die Züge sollen schneller fahren, mit dem Umbau werden die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen. Fischer will alle Mittel ausschöpfen, um das Vorhaben zu stoppen und einen Kompromiss herbeizuführen.

Rückenwind bekommt die Gemeinde vom Fahrgastverband Pro Bahn, der einen Alternativvorschlag ausgearbeitet hat. Dieser sieht vor, statt zwei Außenbahnsteigen, wie die DB Netz AG sie bauen will, nur einen Mittelbahnsteig zu errichten, der vom Bahnhofsgebäude aus erreichbar wäre. Der Großteil des Zugverkehrs spielt sich dann weiter auf Gleis zwei ab.

Eine Idee, die bei Fischer aus mehreren Gründen auf offene Ohren stößt. Anders als bei dem Plan, der im Gemeinderat auf massive Kritik gestoßen war, entstünden auf diese Weise kleinere Wege für die Zuggäste, nur ein Bahnsteig müsste gebaut werden. Kurzfristige Fahrplanänderungen wären ohne Gleiswechsel möglich. Außerdem bezieht das Alternativ-Konzept das Bahnhofsgebäude ein. „Wir sind uns einig, dass der Zugang zentral vom Hauptgebäude ausgehen muss“, unterstrich Fischer in der Sitzung des Gemeinderats. Dennoch will sich das Gremium nicht auf den Pro Bahn-Entwurf festlegen

Nur noch bis 31. Januar können Einwände vorgebracht werden: „Die Zeit läuft uns davon“, klagte Fischer. Bisher kam Ohlstadt bei der DB nicht weiter. Deshalb sieht sich die Gemeinde gezwungen, einen Anwalt zu engagieren, mit dessen Hilfe das Verfahren ausgesetzt werden soll. Unterstützung erhält Ohlstadt zudem vom Bayerischen Gemeindetag.

Nun soll ein direktes Gespräch mit der DB Netz AG gesucht werden, um eine Alternative zu finden, mit der beide Seiten leben können.

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