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Steht in der Kritik: Die Mauer, die derzeit am Postgebäude entsteht.

Größere Korrekturen kein Thema

Umstrittener Mauerbau am Murnauer Postgebäude

Murnau - Der Mauerbau am Murnauer Postgebäude erhitzt die Gemüter. Das Thema wurde jetzt im Bauausschuss behandelt. Die Meinungen gehen weit auseinander.

Ekkehard Gorski gefällt die Konstruktion nicht. „Das ist gestalterisch nicht schön.“ Dass die Mauer am Murnauer Postgebäude so ausfallen werde, sei den meisten nicht bekannt gewesen, vermutet er. Gorski hatte seine Kritik bereits vergangene Woche in der Bürgerversammlung geäußert. Am Dienstagabend kam der Mauerbau im Bauausschuss auf den Tisch. „Die Wirkung des historischen Gebäudes wird dadurch stark beeinträchtigt, ja zerstört“, hatte Gorski in der Bürgerversammlung moniert. Es handelt sich um eine optische Barriere.“ Der Murnauer forderte eine Umplanung. Nach der Sitzung des Bauausschuss ist allerdings klar: Größere Korrekturen wird es nicht geben. Allerdings will man bei der Gestaltung des Geländers „genau hinschauen“. Dies betonte Bürgermeister Rolf Beuting ( ÖDP/Bürgerforum). Das Geländer wird lackiert (Farbe: anthrazit).

Die Meinungen der Gemeinderäte gingen auseinander. Alexander Weinhart („Mehr bewegen“) gab Gorski „völlig recht“. Es handle sich um ein einzigartiges historisches Gebäude, das zudem unter Denkmalschutz stehe. „Der Blick von der Postgasse muss erhalten bleiben.“ Für eine Treppe, die Gorski angeregt hatte, sei es zu spät. Veronika Jones (Die Grünen) empfand die Konstruktion hingegen als nicht massiv. „Die Mauer wird ja auch noch bearbeitet.“ Um „zurück auf Los“ zu gehen, „da sind wir zu weit fortgeschritten“, warf CSU-Vertreter Johann Scherrer ein. „Da hätte sich der Bürger früher zu Wort melden müssen.“ Vize-Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) zeigte Verständnis für die Kritik. „Wenn man von etwas Abschied nehmen muss, schmerzt das.“ Doch Stewens ist überzeugt: „Wenn das begrünt ist, schaut das hervorragend aus. Da können wir dann stolz drauf sein.“ Beuting vertrat die Meinung, dass die optische Beeinträchtigung am Ende „nicht groß ausfallen wird“. Stefan Lechner ( ÖDP /Bürgerforum) wiederum empfand die Betonsäulen als „zu massiv“. Sie abzusägen, wäre aus seiner Sicht „kein großer Aufwand“. Gedanken über die Situation hatte sich vor der Sitzung auch Welf Probst (Freie Wähler) gemacht, Referent für Wege, Plätze und Parkanlagen. In einer E-Mail an Marktbaumeister Klaus Tworek bat er „um eine Überarbeitung der Eingangssituation zur alten Post und den Vorplatz des Ludwigdenkmals, hier auch im Sinne der Trachtler“.

Der Markt Murnau möge „trotz der schon fortgeschrittenen Bautätigkeiten eine Änderung und Verbesserung in Erwägung“ ziehen. Denn diese Gestaltung habe dann für die nächsten Generationen Bestand. Nach Probsts Ansicht steht zudem eine Laterne „äußerst ungünstig“ fast vor dem Denkmal. „Dies sollte unbedingt abgeändert werden.“ Tworek hält den Standort hingegen für richtig. Denn sie illuminiere das Denkmal als Platz. Außerdem fänden dort abends auch Führungen statt. Eine Abstimmung über die Mauer gab es nicht. Sie wird wohl im Wesentlichen so bleiben, wie sie ist. „Wenn die Gemeinderäte das so entscheiden, ist das zu akzeptieren“, sagte Gorski nach der Sitzung dem Tagblatt. Dem Murnauer ist klar: „Der Zug ist weit gefahren, ihn zurückzuholen ist schwierig.“

Roland Lory

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