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Hier geht’s lang: Der Eingang zum Ersatzrathaus auf der Rückseite der ehemaligen Klinik.

 Altes Gemeinde-Krankenhaus

Umzug der Rathaus-Verwaltung: Der Kraftakt ist gelungen

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Murnau - Murnaus Rathaus-Verwaltung hat nach einer aufwändigen Umzugsaktion den Betrieb im Ersatzquartier im alten Gemeinde-Krankenhaus aufgenommen.

Von den Spuren des Umzugs ist kaum mehr etwas zu sehen an diesem Dienstagvormittag. Es stehen einige Kartons herum, manch ein Bild oder eine Lampe sind noch nicht aufgehängt, ein Arbeiter schleppt Stühle in ein Besprechungszimmer. Aber sonst herrscht ganz normaler Betrieb am Tag eins im „neuen“ Murnauer Rathaus an der James-Loeb-Straße 11. Geschäftsleiter Josef Neuner ist zufrieden: „Wir haben das wunderbar hingebracht. Alles hat funktioniert.“ Zurück liegen vier anstrengende Tage – die „heiße Phase“ vom vergangenen Freitag bis einschließlich Montag, wie Neuner sagt. In dieser Zeit wurde die komplette Hauptverwaltung vom historischen Rathaus am Untermarkt in das Übergangsquartier im Nordtrakt des alten Gemeinde-Krankenhauses umgesiedelt.

Der Grund ist bekannt: Der Verwaltungssitz im Zentrum des Marktes wird aufwändig saniert. Heuer im Sommer soll’s mit dem millionenschweren Projekt losgehen. Da der Umbau voraussichtlich bis zu drei Jahre dauert, ist das Rathaus-Team mit rund 30 Mitarbeitern im hinteren Teil der ehemaligen James-Loeb-Klinik untergebracht. Dazu zählen neben dem Bürgermeister und der Geschäftsleitung das Amt für öffentliche Ordnung, das Amt für Soziales und Familie, das Einwohnermeldeamt, die Friedhofsverwaltung, das Fundamt, die IT-Abteilung, die Personalabteilung, die Öffentlichkeitsarbeit, das Standesamt und die Wirtschaftsförderung. Besucher haben Zugang über den Eingang am Schererweg. Schilder weisen den Weg. Parkplätze sind vorhanden, ebenso ein Aufzug in dem Anbau, der in den 1980er Jahren entstand.

Der Umzug war ein Kraftakt, den in erster Linie die Bauhof-Mitarbeiter mit ihren Fahrzeugen stemmten. Es mussten unzählige Kisten, Schränke, Stühle, Geräte und sonstige Dinge von A nach B gebracht werden. „Alle haben Hand in Hand gearbeitet“, berichtet Neuner. Sichtlich stolz ist er darauf, die Aktion mit eigenem Personal bewältigt zu haben. Lediglich im IT-Bereich standen externe Spezialisten zur Seite. Das Unternehmen war im Vorfeld genau geplant worden. Beispielsweise wurden die neuen Räume ausgemessen und die Standorte der Möbelstücke bestimmt. Viele Gegenstände waren bereits in den zurückliegenden Wochen in das neue Domizil gebracht worden, um sich in der „heißen Phase“ auf die wirklich „dicken Brocken“ konzentrieren zu können. Dazu zählte etwa das Mobiliar, die Registratur, die allein schon 500 laufende Meter mit Akten aufweist, und die EDV-Anlage, an der auch die anderen Gemeinde-Einrichtungen wie das Bauamt oder die Kämmerei hängen. Neuner war nach der ganzen Aktion die Erleichterung anzumerken, dass die Server-Anlage wieder läuft. Immerhin ist diese das elektronische Herzstück der Verwaltung, in der alle möglichen Daten gespeichert sind. Auch wenn die neuen Räume etwas kleiner sind als die bisherigen: Provisorisch wirkt das Übergangsrathaus auf vier Ebenen (plus Keller) keinesfalls. Im Gegenteil: Die Mitarbeiter haben die Zimmer bereits gestaltet, etwa mit Bildern oder Pflanzen. „Da war Eigeninitiative gefragt“, sagt Neuner. Die Glasfenster seines Büros – früher war das mal der Aufwachraum der OP-Abteilung – sind mit einer Fotofolie beklebt. Von außen blickt man auf den Riegsee – und von innen auf das Murnauer Moos. Gleich gegenüber ist Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) eingezogen – in den einstigen OP-Saal, der sich hinter großen Schiebetüren mit Bullaugen verbirgt. Rund 140 000 Euro wurden in das Ersatzrathaus investiert, beispielsweise für den Brandschutz und die EDV. Um die Verwaltung vom Hauptgebäude abzutrennen, wurden Wände eingezogen. In dem Hauptkomplex der Liegenschaft, die der Gemeinde gehört, soll ein Innovationsquartier entstehen.

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