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Hier geht es eng zu: (v.l.) Pressesprecher Jörg Jovy, Rettungsdienst-Wachleiter Christian Fischer und sein Stellvertreter Frank Bauer vor dem BRK-Haus an der Murnauer Seidlstraße.

Haupt- und Ehrenamtliche brauchen mehr Platz

Eng und alt: Standortdebatte um Murnauer BRK-Haus

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Nein, es liegt kein akuter Notfall vor. Doch die Verantwortlichen sehen im Fall des Murnauer BRK-Hauses Handlungsbedarf. Die Rettungskräfte, Haupt- und Ehrenamtliche, brauchen mehr Platz, das Gebäude selbst ist in die Jahre gekommen. Das BRK will an der Seidlstraße investieren – oder umziehen. Am Standort Murnau wird jedoch nicht gerüttelt.

Murnau– Eng geht es zu in der Murnauer BRK-Rettungswache: im Aufenthaltsraum ebenso wie in der Garderobe mit der Einsatzkluft, in der sich Schuh an Schuh drängt und Jacke an Jack hängt, sowie im medizinischen Lager, in dem Verbrauchsmaterial teils bis unter die Decke gestapelt liegt. In der alten Garage, in der einst Rettungs- und Krankenwagen standen, bevor diese immer moderner und größer wurden, findet heute nur noch das NotarztautoPlatz. Vier Einsatzfahrzeuge stehen dauerhaft unter freiem Himmel, weil passende Unterbringungsmöglichkeiten fehlen. Im Winter müssen diese rund um die Uhr beheizt werden.

Allein die Mitarbeiter des hauptamtlichen BRK-Rettungsdienstes in Murnau rücken 5600 Mal im Jahr aus – eine Zahl, die sich nach Angaben des zuständigen Wachleiters Christian Fischer in den vergangenen zwei Jahrzehnten wie die Mannschaftsstärke etwa verdoppelt hat. Das stark frequentierte Clostermann-Haus an der Seidlstraße ist allerdings in rund 50 Jahren das gleiche geblieben. Nun sehen die Verantwortlichen Handlungsbedarf. „Das Gebäude ist in die Jahre gekommen, und die größeren Fahrzeuge passen nicht mehr richtig in die Garagen. Es ist viel zu eng, und es muss etwas getan werden“, stellt Jörg Jovy, Pressesprecher des BRK-Kreisverbands, klar. „Irgendwann kollidieren Vorschriften mit dem Raum.“

Deshalb gelangten die Verantwortlichen zur Überzeugung, dass es Zeit ist zu handeln. Wo und wie, bleibt noch offen: „Der aktuelle Standort wird genauso in die Überlegungen einbezogen wie Alternativen. Aber wir müssen etwas in Murnau finden“, sagt Jovy. Denn daran wird nicht gerüttelt. Ein Gespräch mit der Marktgemeinde, die von der schwierigen Situation weiß, steht noch in dieser Woche an. „Wir sind in einer Phase, in der wir schauen, was wir brauchen. Und wir prüfen im Moment alles: Sanierung, Erweiterung, Umzug“, erklärt Jovy. Wobei die Möglichkeiten am alten Standort, der günstig in Unfallklinik-Nähe liegt, begrenzt sein dürften: Das BRK-Haus findet sich eingepfercht zwischen Neuapostolischer Kirche, Vhs-Geschäftsstelle und einem Hotel mit Restaurant wieder. Doch für andere Murnauer Grundstücke werden Mondpreise ausgerufen. „Mal sehen, was machbar ist – hier und woanders.“ Auch ein gemeinsames Rettungszentrum mit der Feuerwehr, deren Gerätehaus ebenfalls nicht mehr genügend Platz bietet, soll im Gespräch gewesen sein.

Ende des Jahres wird die Lösung wahrscheinlich feststehen. Egal, welche letztlich realisiert wird: Der BRK-Kreisverband, der das Projekt hauptsächlich finanzieren muss, wird viel Geld investieren müssen. Projekte dieser Kategorie gehen schnell in die Millionen. Jovy betont, es gebe bisher „keine seriöse Kalkulation – aber das wird ein Unterfangen, das die Belastbarkeit des Kreisverbands auf eine Probe stellt.“

Zum Clostermann-Haus: Die Gemeinde Murnau hat das Grundstück an der Seidlstraße nach BRK-Angaben Mitte der 1960er Jahre in Erbpacht übernommen, dann wurde gebaut. Gegen Ende der 1960er Jahre zog das Bayerische Rote Kreuz ins Gebäude. Heute nutzen rund 150 Ehrenamtliche Haus und Grundstück, dazu kommen deren Fahrzeuge beziehungsweise Anhänger. Darunter sind die 40 Mitglieder große BRK-Bereitschaft, Hundestaffel, Jugendrotkreuz und Bergwacht. Die Rettungswache im Erdgeschoss verfügt über 14 hauptamtliche Mitarbeiter, zwei Bundesfreiwilligendienst-Leistende und zwei Notfallsanitäter-Schüler. Dem Rettungsdienst stehen sechs Fahrzeuge zur Verfügung. 30 Ehrenamtliche unterstützen ihn. Im Lehrsaal im Obergeschoss finden auch Ausbildungen auf Kreisebene statt, zum Beispiel Erste-Hilfe-Kurse.

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