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Im Visier der Justiz: Das Verfahren wurde nun gegen den Jäger wegen geringer Schuld eingestellt.

Nach Unfall mit Jagdgewehr

Mittenwalder entgeht Strafe

Mittenwald - Im November hatte sich aus einem Gewehr ein Schuss gelöst. Das Verfahren gegen einen Mittenwalder Jäger wurde nun aber eingestellt. 

Es hätte im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen können. Damals, im November 2015. Mitten in Mittenwald. Aus dem Gewehr eines Einheimischen hatte sich ein Schuss gelöst. Außer an seinem Auto entstand kein Schaden. Trotzdem: Ein Fauxpax wie dieser sollte nicht passieren. Wie das Ganze hätte enden können, will man sich gar nicht ausmalen. Zum Glück ging das Malheur glimpflich aus. Ein juristisches Nachspiel zog es trotzdem nach sich. Ende Januar hat nun die Staatsanwaltschaft München II eine Entscheidung getroffen.

„Das Ermittlungsverfahren wurde wegen geringer Schuld eingestellt“, teilt Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich auf Tagblatt-Anfrage mit. Als Grund gibt er an, dass der Beschuldigte für das Jagdgewehr über eine Waffenbesitzkarte verfügt. Der 37-Jährige kommt also mit einem blauen Auge davon.

Wie berichtet, kam es am 11. November vergangenen Jahres an der Prinz-Eugen-Straße – direkt bei der Polizei-Inspektion – zu dem Vorfall. Der Mann wollte nach der Jagd an seinem Auto die Waffe prüfen, als sich plötzlich eine Kugel löste, durch den B-Holm des Pkw drang und schließlich im Motorraum stecken blieb. Die Polizei Mittenwald hat den Ermittlungsvorgang damals an das Landratsamt übergeben. Dieses darf aber aus Datenschutz-Gründen keine Auskünfte erteilen, wie Sprecher Stephan Scharf mitteilt.

Das gilt vor allem für den Aspekt, ob der Mittenwalder seinen Jagdschein behalten darf oder nicht. Wie Scharf im Allgemeinen erklärt, könne dieser entzogen werden, wenn zum Beispiel die Annahme rechtzufertigen ist, dass Waffen oder Munition missbräuchlich oder leichtfertig verwendet werden oder damit nicht vorsichtig und sachgemäß umgegangen wird. Personen, auf die das zutrifft, besitzen nicht die erforderliche Zuverlässigkeit.

Dass der Isartaler im Besitz seines Scheins bleiben darf, bezweifelt ein Jäger, der namentlich nicht genannt werden möchte. Die Vorschriften seien ihm zufolge streng. Es ist strikt verboten, eine geladene Waffe im Auto zu transportieren. Dass man dafür Sorge trägt, weiß er aus eigener Erfahrung. „Wer heute seinen Jagdschein macht“, sagt er im Bezug auf die Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen, „wird richtig gedrillt“. Über Wochen, solange bis man es verinnerlicht hat, dass man sein Gewehr schon beim Verlassen des Hochstands sichert. Er räumt aber auch ein, dass es Unterschiede bei den Waffen gibt. „Bei manchen sieht man, ob sie scharf ist, bei anderen nicht.“ Es braucht schlichtweg gute Kenntnisse über die Technik. Der Jäger will den Mittenwalder aber gar nicht in Schutz nehmen. „Ich mag mir nicht vorstellen, wie das ausgehen hätte können“, betont er. „Der Mann hatte wahnsinniges Glück.“ Manuela Schauer

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