Zwei Fälle, keine Lösung

Keine Spur vom Norma-Räuber und vom Messer-Stecher

Garmisch-Partenkirchen - Die Akten sind noch nicht geschlossen:  Weder der Norma-Räuber noch der Messer-Stecher wurden bisher gefasst. Die Ermittlungen laufen noch.

 „Die Ermittlungen laufen“ – das ist im Grunde die einzige Auskunft, die die Polizei zu zwei schweren Verbrechen in Garmisch-Partenkirchen machen kann. Mehr als zwei Monate nach dem Überfall auf den Norma-Supermarktan der Schornstraße ist völlig unklar, wer der Täter ist. Gleiches gilt bei der schrecklichen Messer-Attacke auf eine Frau, die inzwischen ein Jahr und drei Monate her ist. Letzter Fall könnte demnächst in der ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ behandelt werden.

„Das wird gerade geprüft“, sagte Andreas Guske vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim. Wie der Pressesprecher betont, sei dieser Schritt gar nicht so einfach. „Das gibt es gesetzliche Vorschriften.“ Gerade mit Blick auf die Veröffentlichung von Fotos. Und: Bevor der Stand der laufenden Ermittlungen und damit viele Details einem Millionen-Publikum offenbart werden, müsse zuvor praktisch jede andere Alternative erfolglos gewesen sein. „Es kann sein, dass der Fall bei der nächsten oder übernächsten Sendung dabei ist.“

Das bedeutet aber auch, dass die Beamten immer noch keine heiße Spur haben. Zu der Messer-Attacke war es am 26. März 2015 um 8.30 Uhr in der Lagerhausstraße in der Marktgemeinde gekommen. Der Täter – schlank, etwa 35 Jahre alt und bis 1,75 Meter groß – klingelte bei seinem Opfer. Als die 55-jährige Frau öffnete, stach er unvermittelt mit einem japanischen Messer samt 12,5 Zentimeter langer Klinge zu. Die Garmisch-Partenkirchnerin kam schwerstverletzt ins Klinikum und überlebte den schrecklichen Überfall letztlich.

An eine Horrorgeschichte erinnert auch das, was der Norma-Mitarbeiterin am 18. April dieses Jahres widerfahren ist. Die 43-Jährige wurde um 6 Uhr von einem bewaffneten Mann überfallen, gefesselt und gezwungen, ihm das Geld aus dem Tresor zu geben. Danach gelang dem Täter – um die 50 Jahre alt, zirka 1,75 Meter groß, dunkle Haare, angeklebter Bart sowie Brille – die Flucht. „Derzeit läuft noch die Spuren-Auswertung“, erklärt Guske und fügt an: „Es geht um die Verfeinerung.“ Damit können etwa DNA-Tests gemeint sein.

Die Beamten haben nicht aufgegeben, dem Supermarkt-Räuber doch noch auf die Spur zu kommen.  

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