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Runder Tisch mit CSU-Granden: (v. l.) Oberaus Bürgermeister Peter Imminger, Kreisvorsitzender Dr. Michael Rapp, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Landtagsabge ordneter Harald Kühn, Bezirksrätin Alexandra Bertl und Oberaus Ortsvorsitzender Peter Bitzl.

CSU-Neujahrsempfang in Oberau

Unter Freunden

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Die Beziehung zwischen Oberau und Alexander Dobrindt ist eine besondere. Der Bundesverkehrsminister hat die Umfahrung des Dorfes durchgesetzt. Dafür hat ihm die Orts-CSU beim Neujahrsempfang mit minutenlangem Beifall gehuldigt.

Oberau– Der Name Dobrindt fiel zig Mal, geradezu inflationär. Die meisten CSU-Granden, die beim Neujahrsempfang der Christsozialen in Oberau sprachen, nannten Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (46) beim Vornamen, umschmeichelten ihn als „lieben Alexander“ und sangen Lobeshymnen auf den Peißenberger, der für seinen Wahlkreis, zu dem auch die Region Garmisch-Partenkirchen zählt, seit 2002 im Deutschen Bundestag sitzt. Die CSU-Mitglieder und -Sympathiesanten wissen, was sie an dem Mann haben, der ihnen die Tunnel und die Umfahrung und damit in Zukunft mehr Lebensqualität gebracht hat. Als Bürgermeister Peter Imminger die Anwesenden aufforderte, aufzustehen und Dobrindt minutenlang Beifall zu zollen, kamen diese seinem Wunsch nur zu bereitwillig nach. Ovationen, die Dobrindt sichtlich genoss, denn allzu häufig dürften sie ihm in seiner politischen Karriere in dieser Form und Intensität noch nicht zuteil geworden sein.

Imminger waren sie trotzdem zu kurz. Er hatte „sieben bis acht Minuten“ für angemessen gehalten, um den Mann zu würdigen, der „außergewöhnlichen Mut“ aufgebracht habe, als er die Tunnel für Oberau durchsetzte, den Kramer- und Wanktunnel sowie die Umfahrung Murnau – die Kosten für alle Projekte belaufen sich dafür auf mehr als 600 Millionen Euro – in den vordringlichen Bedarf hob. Dafür musste er sich besonders von SPD- und Grünen-Landespolitikern – ganz speziell von Sozi Florian von Brunn – schelten lassen. Von Brunn kritisiert Dobrindt dafür, dass er üppige Straßenbauprojekte in seinen Wahlkreis schob. Dem politischen Gegner schrieb CSU-Kreisvorsitzender Dr. Michael Rapp ins Stammbuch, „dass wir eine Zielregion sind, die eine gute Infrastruktur braucht“.

Die Huldigungen seiner Parteikollegen und fünf Vorredner nahm Dobrindt, der dem Anlass entsprechend im Trachtenanzug, statt im modischen Outfit, das er sonst in Berlin präferiert, erschienen war, manchmal gerührt, manchmal wahrscheinlich nur mit halbem Ohr entgegen. Vor ihm, neben einem Glas Wasser und einige Akten, in die er Anmerkungen und Verbesserungen schrieb, lagen zwei Handys, die ununterbrochen piepsten und einen Teil seiner Aufmerksam forderten. Einmal ließ er Harald Kühn, der am Freitag schon beim Besuch des Ministers gemeinsam mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Altenstadt und Mittenwald Dobrindts ständiger Begleiter gewesen war, an den Neuigkeiten teilhaben. Kühn nannte seinen Parteifreund „einen Glücksfall für diese Region“.

Das Wissen, sich unter Freunden zu befinden, behagte Dobrindt. „Für mich ist ein Besuch in Oberau wie heimkommen“, sagte er und wärmte mit diesen Worten Herz und Seele der Oberauer CSU. Und er versprach, sich weiter einzusetzen, dass Tunnel und Umfahrung im Zeitplan bleiben. „Ich bin regelmäßig vor Ort“, sagte er. Falls nötig, komme er und schaue nach dem Rechten. „Wenn’s sein muss, übernehme ich auch schnell mal eine Sprengung.“ Er hob hervor, dass nach der B2- auch die B23-Umfahrung von Oberau realisiert werden muss. „Das ist eine ganz wesentliche Baumaßnahme.“ Eine volle Entlastung sei erst gegeben, wenn beide fertiggestellt sind.

CSU-Neujahrsempfänge hat Dobrindt seit dem Jahresanfang zahlreiche besucht. Wie viele waren’s denn? „Sehr viele, die genaue Zahl kann ich nicht sagen“, meinte er nach längerem nachdenken. Den in Oberau wird er mit Sicherheit in Erinnerung behalten.

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