Da freut sich einer: Michael Gansler (l.) wird Ehrenbürger, und sein Unterammergauer Weggefährte, Landrat Anton Speer, findet das absolut verdient.
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Da freut sich einer: Michael Gansler (l.) wird Ehrenbürger, und sein Unterammergauer Weggefährte, Landrat Anton Speer, findet das absolut verdient.

Festakt am 15. Oktober

Altbürgermeister wird Ehrenbürger: Hohe Auszeichnung für Michael Gansler

  • VonChristof Schnürer
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Sage und schreibe 42 Jahre hat Michael Gansler (70) die Lokalpolitik in Unterammergau mitbestimmt. Am 15. Oktober erfährt der ehemalige Rathauschef bei einem Festakt die höchste Auszeichnung, die seine Heimatgemeinde zu vergeben hat.

  • Der Unterammergauer Altbürgermeister Michael Gansler wird zum Ehrenbürger ernannt.
  • Der Festakt ist für 15. Oktober geplant.
  • Eine weitere Ehrung folgt am 30. November.

Unterammergau – Die Kommunalpolitik liegt Michael Gansler in den Genen. Schon als Bub hört er immer fleißig zu, wenn sein Vater Johann Geschichten aus dem Gemeinderat zum Besten gibt. „Du hast das einfach im Blut“, beschreibt der 70-Jährige seine große Leidenschaft. Am 15. Oktober wartet in Unterammergau die Krönung seines ehrenamtlichen Engagements: Dann wird Michael Gansler auf dem Dorfplatz offiziell die Ehrenbürgerwürde angetragen. „Das freut mich natürlich enorm“, betont der Mann, der viele Jahre die unangefochtene Nummer eins unterm Pürschling war.

„Der Michi hat’s verdient“, sagt einer, der es wissen muss: Landrat Anton Speer. Die beiden standen sich 2002 als Kandidaten gegenüber, Speer zog den Kürzeren, avancierte aber sechs Jahre später zu Ganslers Vize. „Der Toni durfte einmal unter mir dienen“, sagte dazu einmal Schlitzohr Gansler gegenüber dem Tagblatt.

Einstimmiges Votum

Das Votum zu seiner Beförderung fiel am Donnerstag nahezu einstimmig im Gemeinderat aus. Nur Ganslers Sohn Florian hat sich aus Befangenheitsgründen an der Abstimmung nicht beteiligt. Bereits im Juli hatte das Gremium nicht-öffentlich über die Causa Gansler beraten. Schon damals zeichnete sich ein klares Meinungsbild ab.

„Unumwunden“ hinter der Entscheidung steht Michael Spindler (CSU). „Denn Michael Gansler hat unglaublich viele Projekte angestoßen.“ Dem kann auch der Landrat nur beipflichten. In diesem Kontext erwähnt Speer die Dorferneuerung, das Einheimischenmodell und das Gewerbegebiet.

In all den Jahren legte Gansler Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen an den Tag – sei es als Gemeinderat (1978 bis 2002), als Zweiter Bürgermeister (1990 bis 1996) oder als Rathauschef (2002 bis 2020). Daneben darf nicht vergessen werden, dass sich der Vater von vier Kindern und Opa von zwölf Enkeln auch in der Pfarrei engagierte. 36 Jahre, also sechs Amtsperioden, gehörte der einstige Ministrant zu den Stützen in der Kirchenverwaltung.

Sitz im Kreistag, aktiv im Betrieb

Natürlich ist der Altbürgermeister und erfolgreiche Bauunternehmer nach wie vor an der Kommunalpolitik interessiert. Und auf dem Abstellgleis befindet er sich ohnehin nicht – zum einen gehört Gansler dem Kreistag (seit 2008) an, zum anderen gibt er jetzt wieder im Familienbetrieb Gas. „Und zwar volle Pulle, 120 Prozent.“

In knapp vier Wochen darf er sich neben dem langjährigen Gemeinderat und Feuerwehr-Kommandanten Josef Lindauer Ehrenbürger nennen. Besondere Privilegien sind damit nicht verbunden. „Man wird halt zu Festen eingeladen und darf umsonst essen und trinken“, scherzt Lokalpatriot Gansler, den diese Ehrbezeugung mit unglaublich viel Stolz erfüllt.

Die Auszeichnung am 15. Oktober ist heuer aber nicht die letzte: Am 30. November darf der Ammertaler nach Rosenheim reisen. Dort erhält er vom bayerischen Innenminister die Silberne Ehrenmedaille für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung.

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