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Wie geht es weiter? Die Obere Dorfstraße wird Untermammergau noch einige Zeit beschäftigen.

Bürgerinitiative zur Oberen Dorfstraße

Alternativen zum Ausbau

Die Gemeinde Unterammergau will die Obere Dorfstraße verbreitern. Dagegen sind die Anwohner und fordern teilweise sogar das Gegenteil. Sie haben alternative Vorschläge eingereicht. Darüber muss nun beraten werden.

Unterammergau – 75 Namen umfasst die Liste, die bei Michael Gansler auf dem Tisch liegt. 75 Unterammergauer bekunden mit ihrer Unterschrift, dass sie hinter der Alternativplanung für die Oberere Dorfstraße stehen. „Das sind nicht 75 Hausbesitzer“, erklärt der Bürgermeister (FDU). In einem Haus können auch mehrere Familienmitglieder unterschrieben haben.

Nichtsdestotrotz ist die Liste ein starkes Zeichen. Zumal die Bürgerinitiative, die sich gegen den geplanten Ausbau der Straße formierte, Anfang Oktober noch mit vielen Zungen gesprochen hat. Beim damaligen Infoabend zu dem Streitthema wurden verschiedene Meinungen geäußert. Seitdem haben sich die Anwohner abgestimmt, geeinigt und ihre alternative Version zur Entwurfsplanung der Kommune vorgelegt. Den Vorschlag, erklärte Initiativen-Sprecherin Agnes Bitterlich, in einer Info-Mail, hat auch ein Rechtsberater angeschaut und „für konstruktiv“ befunden

Den Inhalt ist eine Kost, die den Gemeinderäten nicht unbedingt gut schmecken dürfte. Sie haben, wie berichtet, den Ausbau der Straße auf 5,5 Meter beschlossen – verbunden mit der Erneuerung der völlig veralteten Wasserleitungen. Sie stammen teilweise noch aus dem Jahr 1898. Zweites großes Problem ist die Oberflächenentwässerung mit zu wenigen Gullys. Grundsätzlich hat die Straße keinen Unterbau und gilt nur als Provisorium.

Gerade ihr besonderer Charakter als „Wegerl“ ist es aber, was die Anwohner so lieben. Damit präge sie den Charakter des Viertels. Wegen der beengten Verhältnisse ist Parken am Straßenrand bislang nicht möglich. Und das soll nach Wunsch der Bürger auch so bleiben. Deshalb fordern sie sogar, dass die Straße, die derzeit zwischen drei und fünf Meter breit ist, in manchen Bereichen verschmälert wird. „Die generelle Straßenausbaubreite soll 4,50 Meter betragen“, heißt es in dem Vorschlag. Der asphaltierte Bereich umfasst in dieser Version 3,50 Meter. „Mit seitlich überfahrbaren Randbegrenzungen.“ An der schmalsten Stelle würde die Straße 3,80 Meter betragen. „Wir fordern darüber hinaus eine durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometern“ heißt es weiter.

In dem Schriftwerk wird die Straße in Abschnitte unterteilt, zu verschiedenen einzelnen Grundstücken gibt es konkrete Vorschläge. Etwa für das Anwesen an der Pfarrgasse 3: „Wir schlagen vor, die Ecke zur Pfarrgasse nicht abzurunden, sondern den Baum im Garten als natürliche Sicht-Einschränkung und damit als Verkehrs-Entschleunigung stehen zu lassen.“

Über diesen Einwand und die restliche Liste muss nun der Gemeinderat beraten. „Wir werden das aufarbeiten“, kündigt Gansler an. Er rechnet dafür mit zwei notwendigen Bauausschuss-Sitzungen, bevor das Thema wieder in den Gemeinderat kommt. Bis zur Grundsatz-Entscheidung braucht es also noch Zeit. Im Februar könnte es soweit sein.

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