Noch unbebaut: Auf der Fläche vor der Kunsthalle (Gebäude links) und dem Boutique-Hotel (Gebäude Mitte) sollen die 16 „Boutique-Chalets Lartor“ entstehen.
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Noch unbebaut: Auf der Fläche vor der Kunsthalle (Gebäude links) und dem Boutique-Hotel (Gebäude Mitte) sollen die 16 „Boutique-Chalets Lartor“ entstehen.

Gemeinderat gibt grünes Licht

Bahn frei fürs Chalet-Dorf: 16 Ferienhäuschen sollen entstehen - 2021 noch Spatenstich anvisiert

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Das nächste Großprojekt in Unterammergau ist abgesegnet: Die Gemeinde bewilligt den Bau von 16 Boutique-Chalets im Weiherfeld. Wenn alles nach Plan läuft, soll das Vorhaben bereits 2022 fertiggestellt sein.

Unterammergau – Ruhe herrscht im Weiherfeld. Das Hotel Lartor, die Kunsthalle mit Skulpturengarten sowie das Restaurant Hieronymus sind geschlossen. Kein Gast kommt. Wegen Corona. Und trotzdem rührt sich etwas in der Unterammergauer Au. Vor Ort unsichtbar, auf Papier lesbar. 12:1 steht geschrieben. Unter einem bedeutenden Beschluss des Gemeinderats. Mit diesem deutlichem Ergebnis stimmt er dem Bauantrag für die „Boutique-Chalets Lartor“ zu und ebnet den Weg für das nächste Millionenprojekt im Dorf.

Seit über zehn Jahren existiert ein gültiger Bebauungsplan, mehrfach kauten die Lokalpolitiker das Vorhaben durch. Stets scheiterte es, weil Vorgaben nicht erfüllt wurden. Jetzt gibt die Gemeinde aus kommunaler Sicht die Bahn frei für die Ferienhäuschen, die an das Ensemble von Unternehmer Christian Zott angrenzen sollen. „Sie haben alles erfüllt, was wir wollten“, sagt Michael Spicker (FUZ) über den Antragssteller, die „Boutique-Chalets Lartor Projektgesellschaft mbH“ um Gesellschafter Zott.

Hot Tub mit Blick in den Himmel

Das Konzept sieht 16 rechteckige Unterkünfte auf dem knapp 8000 Quadratmeter großen Areal vor. Zwölf zweistöckige im oberen Abschnitt, vier einstöckige in Richtung Hofstadelstraße. Damit die Höhenentwicklung passt. Jedes verfügt unter anderem über einen offenen Wohn-Essbereich, eine kleine Sauna und einen Hot Tub, den erhitzbaren „Topf“, wie ihn Bürgermeister Robert Stumpfecker (FUZ) betitelt. Er steht später einmal im Freien, positioniert im Gebäudeeinschnitt. „Dadurch hat man Privatsphäre“, sagt Andreas Klement, dem neben der Leitung der Kunsthalle die Verantwortung für Zotts Gebäude-Trio obliegt. Und dank des dort offenen Dachs „schaut man in den Himmel“. Holzstelen auf Traufhöhe bieten einen weiteren Schutz vor fremden Blicken. „Man sieht gut raus“, sagt Klement, „aber keiner kann reinschauen.“ Ein wichtiges Element, schließlich wird auf eine helle Architektur mit viel Glas gesetzt.

Die Zufahrt zum Chaletchalet-Resort erfolgt über den asphaltierten Weg neben der Kunsthalle, der dann in eine Grünstraße übergeht. Doch Autos haben dort nichts mehr zu suchen. Es gibt eine Lösung für das Problem, das zuletzt für Diskussionen gesorgt hatte. „Die Stellplatzsituation war oberirdisch kaum lösbar“, urteilt Stumpfecker. Die Projektgesellschaft erklärte sich bereit, unter den Gebäuden im oberen Bereich eine Tiefgarage mit 16 Plätzen in ausreichender Größe zu bauen. „Die Gäste werden nicht mit einem Kleinwagen, mit einem Fiat 500, kommen“, sagt der Rathauschef und grinst. Bei Bedarf werden die Urlauber von der Garage mit einem Golfcart zu ihrem Domizil gebracht. Eine Erschließung über die Hofstadelstraße ist nicht gewünscht. Ein Not-Tor riegelt den Weg ab, der nur Rettungsfahrzeugen dienen soll.

Wir wollen keine toten Betten haben.

Andreas Klement

Über die Kosten für das Chalet-Resort – Check-in und Check-out werden übers Hotel laufen – schweigt sich Klement aus, spricht nur von einem „Millionenbetrag“. Dafür verrät er, dass ein sogenanntes buy-to-let-Modell zum Einsatz kommt. Heißt: Investoren kaufen die Häuschen und vermieten sie. Das wird vertraglich geregelt. Die Unterkunft „darf kein verdeckter Zweitwohnungssitz sein“, betont Klement. „Wir wollen keine toten Betten haben.“

Mit einem Schnäppchen-Urlaub braucht aber niemand zu liebäugeln. Wenngleich Klement klarstellt: „Das Chalet-Dorf wird nicht super-exklusiv.“ Doch bewegen sich die Preise freilich über denen eines Hotels. Denkt er an das Gästeklientel, denkt er auch an Familien. Oder an Paare, die vielleicht nur ein Doppelzimmer im Häuschen mieten und die Natur erleben wollen. Nicht dagegen an den klassischen Wellnesstouristen. Wichtig ist ihm, dass alle von den Besuchern profitieren. Nicht nur das Restaurant oder die Kunsthalle, sondern auch Geschäfte, Lokale und andere Betriebe im Ort. „Ich hoffe, dass das für alle eine gute Entwicklung nimmt.“ Auch, dass der Tourismus durch Wiederholungstäter eine nachhaltige Stärkung erfährt – vor allem zwischen den Passionsjahren.

Zu den Passionsspielen 2022 vielleicht schon ein paar Chalets vermietbar

Nun gehen die Pläne aber erst einmal zum Landratsamt, das endgültig seinen Segen geben muss. Wovon nach vielen Gesprächen zu rechnen sein dürfte. Der Spatenstich soll noch heuer erfolgen, die Fertigstellung 2022. Der Zeitplan ist ehrgeizig, räumt Klement ein. Doch steht ein großer Termin im Kalender: die Passionsspiele im kommenden Jahr. Für nahezu unmöglich hält er es, dass bis dahin alle Arbeiten abgeschlossen sind. „Wenn’s optimal läuft, ist ein bisschen was fertig.“

Aktuell freut er sich einfach über die Entscheidung des Gemeinderats und das Wohlwollen der Ortspolitiker, das er in der Sitzung spürte. „Unsere Idee beim Weiherfeld-Projekt war immer, das gemeinsam mit der Gemeinde zu machen.“

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