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Oberbayern in Amerika: Der Tross der Unterammergauer Blasmusik-Gruppe.

Zur 62. Steuben-Parade eingeladen

Unterammergauer Blasmusik erklingt in New York City

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Ein Ereignis, das lange nachwirken wird: Auf große Reise begab sich jetzt die Blaskapelle Unterammergau.

Unterammergau – Berni Wiedl gerät immer noch ins Schwärmen, wenn er zurückdenkt: „Es waren unvergessliche Tage, einfach grandios, ein wahnsinniges Erlebnis.“ Ein Dreivierteljahr haben der Chef des Musikvereins Unterammergau und ein kleines Gremium im Verein geplant, organisiert, telefoniert, Mails verschickt und vieles mehr, um einen Höhepunkt in der 208-jährigen Historie der Blaskapelle vorzubereiten – die Reise nach New York mit der Teilnahme an der berühmten Steuben-Parade. „Es hat sich gelohnt, dass wir uns so reingehängt haben“, ergänzt der Vorstand: „Neben den Reisen nach Kolumbien gehört dieser Auftritt sicher zu den herausragenden Ereignissen in der Geschichte unseres Vereins.“

Mit 52 Teilnehmern, darunter 35 Musikanten und Trommler, bestiegen die Ammertaler den Flieger in Frankfurt. Die großen Instrumente der Kapelle (Trommel, Baß) fanden Platz im Frachtraum. Nicht entgehen ließen sich dieses Event Landrat Anton Speer und Bürgermeister Michael Gansler. Jüngster Teilnehmer war der eineinhalbjährige Toni, Sohn von Trommlermajor Hubert Strauß. Der erste Abend in der hochgradig pulsierenden Metropole mit 21 Millionen Einwohnern stand zur freien Verfügung; ein Trupp der Jungen besuchte ein Eishockey-Match der New York Islanders in der NHL vor über 16 000 Zuschauern.

Begrüßung in bairischem Englisch

Am folgenden Tag stand ein Empfang bei der Bayerischen Landesbank auf dem Programm, wo die Unterammergauer Kapelle vor geladenen Gästen im Rahmen eines Oktoberfestes aufspielte. Für reichlich Erheiterung sorgten dann am Freitag bei der offiziellen Begrüßungszeremonie der Teilnehmer an der Steuben-Parade Landrat Speer und Dirigent Harti Buchwieser, die in einem bunten Sprach-Mix aus Englisch und Bairisch die Kapelle auf sympatische Weise vorstellten. Bei diesem Anlass erhielt man auch eine Teilnahme-Medaille, die inzwischen den Musikpavillon in Unterammergau schmückt.

Am Samstag war dann der große Tag gekommen: Nach einem Gottesdienst zur Parade in der St. Patricks Kathedrale, an dem die Gruppe geschlossen teilnahm, setzte sich gegen Mittag die 62. Steuben-Parade – benannt nach dem preußischen Offizier und US-General Friedrich Wilhelm von Steuben (1730-1794) – in Bewegung. Dabei war die 2,5 Kilometer lange Strecke komplett abgesperrt. Etwas überrascht zeigte sich Berni Wiedl, dass viele der zahlreichen Zuschauer nicht wussten, was der eigentliche Anlass des Festzuges war: „Man kann die Parade nicht mit einem Zug wie bei einem Gautrachtenfest vergleichen; es läuft halt amerikanischer, bunter ab. Dennoch war es eine einmalige Sache, hier dabei gewesen zu sein.“

Sehr gastfreundlich und immer hilfsbereit

Am Sonntag stand schließlich ein Gemeinschaftskonzert mit den Foehrer Musikfreunden mit anschließendem Besuch des Oompahfestes in Long Island auf dem Programm. Der Montag war noch einmal zur freien Verfügung, wobei es die Unterammergauer nicht versäumten, das „9/11 Memorial & Museum“ zu besichtigen, ein Mahnmal, das an die rund 3000 Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 und des Bombenanschlags von 1993 auf das World Trade Center erinnert. Bernhard Wiedl beschreibt die Atmosphäre in diesem Museum „als sehr beklemmend und zum Nachdenken anregend“. Am Dienstag dann hob bereits wieder das Flugzeug Richtung Heimat ab.

In einer kurzen Bilanz lässt der Musik-Chef die Tage von New York nochmal Revue passieren: „Es hat wunderbar geklappt. Wir hatten ein Super-Wetter und alle haben sich absolut diszipliniert verhalten.“ Die New Yorker beschreibt Wiedl als „sehr gastfreundlich und immer hilfsbereit“. Etwas befremdlich empfanden die Ammertaler, wie mit dem Abfall umgegangen wird: „Es gibt überall Plastik und alles landet am Ende in großen Säcken. Sogar die Äpfel sind einzeln in Folie eingepackt.“ Was sonst noch in Erinnerung bleibt: Als die Unterammergauer Blaskapelle in der U-Bahn spontan mit Straßenmusikanten aufspielte und dort eine Super-Stimmung entfachte.

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