Uriger Boden, helle Räume, frische Farbe: Die Räume des Pflegezentrums Unterammergau sind baulich fertig. Jetzt müssen sie nur mehr eingerichtet werden.
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Uriger Boden, helle Räume, frische Farbe: Die Räume des Pflegezentrums Unterammergau sind baulich fertig. Jetzt müssen sie nur mehr eingerichtet werden.

Einzug im Sommer

Pflegezentrum Unterammergau: Corona und Wetter verzögern Eröffnung

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Das Pflegezentrum Unterammergau konnte kürzlich seine 116 Wohneinheiten an ihre Eigentümer übergeben. Der Einzug ist noch im Sommer geplant - sofern die Coronakrise keinen Strich durch die Rechnung macht.

Unterammergau – Der Holzboden ist verlegt, glänzt in der Sonne, die durch große Fenster scheint. Es riecht nach frischer Farbe. Die Parkplätze sind fertig asphaltiert. Insgesamt ist der Anblick der Traum eines jeden, der sich für seinen Lebensabend vier eigene Wände wünscht. Jetzt braucht es quasi nur mehr die Blumen im Außenbereich, und das neue Pflegezentrum in Unterammergau ist fertiggestellt. Fast im Zeitplan – aber eben nur fast. Denn der Weg bis dahin gestaltete sich als durchaus steinig.

91 Pflegeappartements und 25 betreute Wohnungen sind entstanden

Investor und Bauträger dieses Großprojektes ist die Primus-Concept-Gruppe aus München. Sie realisieren momentan das dreistöckige Pflegezentrum (2000 Quadratmeter je Etage). Die Sympathia GmbH betreibt das Seniorenheim. Die 116 Einheiten kauften private Kapitalanleger. 91 Pflegeappartements sowie 25 betreute Wohnungen für Senioren sind entstanden. Das aus vier Baukörpern bestehende Gebäude, 76 Meter lang, 50 Meter breit und elf Meter hoch, umschließt einen Innenhof, in dem ein geschützter Bereich geplant ist. Entstehen soll dort ein Garten speziell für demenzkranke Bewohner. Die Resonanz ist rekordverdächtig: innerhalb von nur 30 Wochen verkauften die Betreiber alle Wohnungen. Das zumindest ging rasend schnell.

Verzögerung: Es gab gleich in mehrerer Hinsicht riesige Stolpersteine

Doch gestaltete sich der Zeitplan vom Spatenstich bis zur Übergabe an die Eigentümer und Anleger kürzlich bei weitem nicht so flott. Die Fertigstellung war eigentlich schon für den Jahreswechsel 2020/21 geplant. Im Februar dieses Jahres hätten bereits die Lastwagen mit der Inneneinrichtung eintreffen sollen. Doch gab es gleich in mehrfacher Hinsicht riesige Stolpersteine.

Außengestaltung so gut wie abgeschlossen: Im Sommer könnten – sofern es coronabedingt zu keinen Schwierigkeiten kommt – die 116 Wohneinheiten von den Senioren bezogen werden.

Zum einen das Wetter. Der lange harte Winter im Jahr 2019 hat von Beginn der Bauarbeiten an dem Fortschritt enorm zugesetzt. „Teilweise verbrachten die Arbeiter Stunden damit, das zentimeterdicke Eis aufzubrechen“, erklärt Werner Schilcher, Vorstand der Unternehmensgruppe. Doch holte sie nach den Schlechtwettertagen die Zeit im Sommer wieder relativ gut auf – bis Corona kam und die Verantwortlichen vor völlig ungeahnte Herausforderungen stellte. Letztlich war das Covid-19-Virus ausschlaggebend für die Verzögerung, die dann folgen sollte.

Große Mengen an Baumaterial zu beschaffen, ist zurzeit nicht einfach

Unter den Mitarbeitern – bis zu 50 arbeiteten gleichzeitig auf der Großbaustelle – infizierten sich einige. Ein Ausbruchsgeschehen war nicht mehr zu verhindern. Zudem führte die coronabedingte Kurzarbeit bei den Zulieferern zu Engpässen beim benötigten Baumaterial. „Es war zum Teil sehr schwierig, größere Mengen beispielsweise an Styropor et cetera aufzutreiben“, erklärt Thomas Maaß, Leiter der Unternehmenskommunikation.

Doch trotz der Krise „sind wir ausgesprochen souverän durch die Bauphase gekommen“, fasst Schilcher zusammen. „Wir sind sehr zufrieden, dass wir das Projekt trotz der extrem widrigen Umstände in dieser Zeit fertigstellen konnten.“ Das Bauvorhaben konnten sie nahezu abschließen. Bald können sich die Bauarbeiter von dannen machen, ihre Wohncontainer neben der Baustelle wieder abbauen. Die Senioren könnten noch in diesem Sommer einziehen– sofern coronabedingte Verzögerungen den Plan nicht noch einmal ins Wanken bringen.

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