Das Trio an der Spitze: Bereitschaftsleiter Konstantin Kröniger (M.) mit seinen Stellvertretern (l.) Alfred Schärfl und Stefan Hiergeist.
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Das Trio an der Spitze: Bereitschaftsleiter Konstantin Kröniger (M.) mit seinen Stellvertretern (l.) Alfred Schärfl und Stefan Hiergeist.

Corona legte Ausbildung auf Eis

Bergwacht Unterammergau vollzieht Generationenwechsel: Neuer Bereitschaftsleiter gewählt

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Die einen gehen, die anderen kommen: Bei der Unterammergauer Bergwacht gab es ein paar Wechsel in der Führungsriege.

Unterammergau – Sie haben es sich verdient, findet Konstantin Kröniger. Sich nach jahrelangem, „außergewöhnlichem“ Engagement für die Bergwacht Unterammergau in den Ruhestand zu begeben. Die Verantwortung an andere zu übertragen. An die Jüngeren. „Es war schon klar, dass der Generationenwechsel kommt“, sagt der 31-Jährige. Viele hatten den Rückzug von ihren Aufgaben angekündigt. Deshalb tarierte man schon im Vorfeld der Jahreshauptversammlung aus, wer die vakanten Posten künftig übernimmt. Kröninger wurde schließlich im Freien, vor der Wache, von den rund 40 aktiven Mitgliedern als Bereitschaftsleiter auserkoren.

Seit 17 Jahren gehört der Statistiker bei Roche in Penzberg den Bergrettern an. Jetzt beerbt er Konrad Gast (48), der von 2014 bis 2017 als zweiter und seither als erster Bereitschaftsleiter fungierte. Kröniger schreckt die Verantwortung nicht ab. „Im Endeffekt ist’s doch eine Teamsache“, meint er. Ihm zur Seite stehen Stefan Hiergeist und Alfred Schärfl (siehe „Gewählt“). Eine seiner ersten Amtshandlungen: die Leistung der scheidenden Ausschuss-Mitglieder zu würdigen und Geschenke dafür zu verteilen. Neben Gast dankte Schriftführer Toni Bußjäger (64) ab – nach stolzen 24 Jahren. Ebenso hob Kröniger die „beachtenswerte Arbeit“ von Josef Luttenbacher (55) als Ausbildungsleiter (1998 bis 2021) sowie der beiden Naturschutzwarte Michael Luttenbacher und Roland Mayerhörmann hervor.

Gewählt:

Erster Bereitschaftsleiter: Konstantin Kröniger; Stellvertretende Bereitschaftsleiter: Stefan Hiergeist und Alfred Schärfl; Kassenwartin: Magdalena Stumpfecker; Revisoren: Josef Neumeier, Andreas Blieninger; Schriftführer: Markus Schönhuber.

Ein Jahr voller Herausforderungen liegt hinter der Bergwacht. Anpassungen im Vorsorge- und Bereitschafsdienst waren nötig. Die Ausbildung musste aufgrund der Pandemie online stattfinden. Früher traf man sich dafür jeden Freitagabend. Eine schwierige Situation, sagt Kröniger. „Man muss die Sachen üben.“ Nicht nur in der Theorie. Am kommenden Samstag geht’s wieder mit der Praxis los – draußen im Freien mit Stationen. „Pro Ausbilder sind fünf Leute erlaubt“, sagt der neue Bereitschaftsleiter und ist heilfroh darüber. „Das ist superwichtig.“ Um gewappnet zu sein für den Ernstfall. Allein 2020 rückten die Retter 27 Mal im eigenen Dienstgebiet aus, bei weiteren 49 Einsätzen im Ammertal waren sie ebenfalls gefordert.

Das Virus verlangt der Bergwacht viel ab. Zum Schutz der Patienten, zum Schutz der Mitglieder. Bei den Impfungen sind die Aktiven schon recht weit, sagt der 31-Jährige. Doch die Pandemie prägt den Alltag. Corona legte nicht nur die Übungen auf Eis, sondern auch die Feier zum 75-Jährigen der Bereitschaft voriges Jahr. Sie wird nachgeholt. Wann? „Wir müssen schauen, wie wir es machen.“ Heuer jedenfalls nicht mehr. Kröniger wäre schon glücklich, wenn ein kleines, internes Sommerfest klappen würde. Eines, bei dem sich die alte und die neue Generation austauscht. „Das hat schon immer den Kern der Unterammergauer Bergwacht ausgemacht.“

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