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Gestandener Mann: Als Landrat ist Anton Speer zu vielen Veranstaltungen eingel aden. 

Viele Amts-Kollegen sind geladen

Ein Hoch auf den „Hansa“! Landrat Anton Speer wird 60

Er arbeitet viel und lang: Am Donnerstag legt Anton Speer eine Pause ein. Aus gutem Grund: Der Landrat feiert einen runden Geburtstag - mit 200 Gästen im Kloster Ettal. 

Unterammergau – Er ist bei jedem Verein, jeder Veranstaltung gern gesehener Gast. Sitzt regelmäßig mit Kabinettsmitgliedern in Ehrenkutschen. Hat mit den Regierungsoberhäuptern von Liberia und Senegal beim Abendessen geplaudert und US-Staatschef Barack Obama mit den Worten „Welcome, Mister President“ bei sich daheim im Landkreis begrüßt. Ein Lebenswandel, den Anton Speer bei seinem 50. Geburtstag niemals hätte ahnen können. „Wenn mir das jemand gesagt hätte – dem hätte ich wohl ,Ja, bist Du verrückt?‘ geantwortet“, sagt der Unterammergauer. Doch die vergangenen zehn Jahre seines Lebens waren für ihn – er wurde 2014 zum Landrat gewählt – mehr als ereignisreich. Entsprechend groß wird am Donnerstag gefeiert. Anton Speer erwartet 200 Gäste, die mit ihm auf den 60. anstoßen wollen.

Braver Bub: Anton Speer als Schulanfänger – mit offenem Lächeln und adretter Kleidung.

„Eigentlich feiere ich meine Geburtstage ja nicht groß“, betont der Ammertaler. Mit Ausnahme der Runden. 2008 beim 50. hat der „Speer Doni“ mit 100 Gästen in einem Zelt an der Steckenberg-Alm gefeiert. Ein Zelt ist es auch diesmal. Nur ein bisserl größeres. Jenes, das für das Hoffest am Wochenende ohnehin im Brauerei-Innenhof im Kloster Ettal aufgestellt wird. So kann das Geburtstagskind den Platz und die ebenfalls installierte Küche nutzen. Das passt: Denn diesmal kommen nicht nur die Familie und Freunde, die vielen Bekannten aus den Vereinen, in denen der „Hansa“ Mitglied ist, oder aus der Zeit als Hochzeitslader. Als Landkreis-Chef hat er auch seine Kollegen eingeladen. 10 bis 15 andere Landräte erwartet der Freie Wähler in Ettal. Aber auch politische Vertreter wie die oberbayerische Regierungspräsidentin Maria Els haben eine Einladungskarte bekommen. Für die passende Musik sorgt die Unterammergauer Blaskapelle. Und wer Lust hat, kann an einer Führung durch die Bayerische Landesausstellung teilnehmen. „Die ich natürlich selbst bezahle“, betont der Behörden-Chef.

Ihm ist klar: So groß wie beim 60. Geburtstag wird er nicht mehr feiern. Wenn er mal 70 ist, „hab’ ich nichts mehr zu sagen“, meint er mit einem verschmitzten Lächeln. In zwei Jahren, dann endet seine erste Amtsperiode, wäre er 62 Jahre alt. Eine erneute Kandidatur ist vom Alter her auf jeden Fall möglich. Dazu äußern will sich der Behörden-Chef – ganz wie zu erwarten – zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht. Für ihn und seine Familie sei das alles noch gar kein Thema. Eher würden ihn andere mit den Worten „Du machst schon weiter, oder?“ darauf ansprechen. Speer kommentiert das – ganz Politiker – nicht. Auch nicht, dass er mit einer erneuten Kandidatur die CSU im Landkreis in die Bredouille bringen würde. Sie hat im Jahr 2014 das Amt an Speer verloren – der mit seiner bodenständigen Art zum Beispiel auch das gesamte, sonst so tiefschwarze Isartal hinter sich hatte. Wer soll gegen einen solchen Volkstribun kandidieren? Gleichwohl dürfen die Christsozialen nicht ihr Gesicht verlieren und nur einen Pseudo-Kandidaten ins Rennen schicken. „Da kann ich nichts dazu sagen“, meint Speer und lächelt.

Die kleine Landwirtschaft daheim ist sein Ausgleich

Mitten im Dorfleben: Anton Speer als junger Erwachsener bei einem Fest im Schützenhaus.

Dass ihm die Arbeit als Landrat Freude bereitet, weiß jeder. Trotz der langen Tage, an denen meist erst nach 23 Uhr Schluss ist. „Zu der normalen Büroarbeit komme ich oft erst am Abend.“ Termin reiht sich an Termin. Urlaub war in diesem Jahr bislang ein Fremdwort für den tüchtigen Unterammergauer. Und wird es wohl auch bleiben. Seine Familie ist schon gewohnt, ihn wenig zu sehen. Und steht voll hinter ihm. Sowohl Tochter Maria, die als Stewardess in der ganzen Welt unterwegs ist, als auch Sohn Anton und Ehefrau Maria. Sie kümmern sich hauptsächlich um das große Haus samt kleiner Landwirtschaft mitten in Unterammergau. Wobei letztere auch Anton Speer sehr am Herzen liegt. „Sie ist mein Ausgleich.“ Morgens und in der wenigen freien Zeit am Wochenende geht er in den Stall und genießt die Ruhe. Viel davon gibt es nämlich nicht im Leben des Landrats. Die Menschen haben keine Berührungsängste, sprechen ihn auf der Straße an, lassen das Telefon daheim klingeln oder stehen gleich selbst vor der Tür. Das ist auch nach mehr als vier Jahren im Amt nicht anders. „Ich habe oft Bürgersprechstunde.“

Politik war ihm schon immer wichtig – allein 24 Jahre lang saß er im Gemeinderat. Dass sich aber einmal alles in seinem Leben darum drehen würde, hätte er nicht gedacht. Als gelernter Zimmerer hat Speer bei der Holzindustrie in seinem Heimatort gearbeitet. Später war er als Vertriebsleiter maßgeblich am Aufbau der Schaukäserei in Ettal beteiligt. Seine alte Wirkungsstätte liegt in Ettal einen Katzensprung vom Brauereihof entfernt, wo heute das große Fest stattfindet.

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