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Ein Flammen-Inferno – der Großbrand in der Holzindustrie Unterammergau vor einem Jahr.

Ein Jahr nach dem Großbrand legt die Kripo den Fall ad acta

Holzindustrie Unterammergau: Brandstiftung bleibt ungeklärt

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Nach einem Jahr Ermittlungsarbeit steht fest: Das Großfeuer in der Holzindustrie Unterammergau war zweifelsfrei Brandstiftung, doch der Täter kann wohl nicht überführt werden.

Unterammergau – Es war ein gewaltiger Einsatz, der alle Kräfte der Beteiligten – manchmal bis an die Grenze der Belastbarkeit – forderte. 172 Helfer, 55 Fahrzeuge, Löschwasserverbrauch von 2,5 Millionen Liter aus der Ammer, Brandbekämpfung und Bereitschaft über vier Tage, Gesamtschaden von über 800 000 Euro. In der kommenden Woche jährt sich der Großbrand der Holzindustrie Unterammergau: Am Abend des 2. Oktober 2017 zerstörte ein Flammeninferno eine große Lagerhalle im südwestlichen Bereich des Sägewerks, in der Hackschnitzel und Holzware gelagert waren. Ebenfalls dem Feuer zum Opfer fielen eine Garage und mehrere Fahrzeuge, darunter ein Lastwagen. Nur durch das beherzte Eingreifen der Feuerwehren konnte letztlich vermieden werden, dass Nachbargebäude, darunter eine neue Schreinerei, nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Nach den fünfwöchigen Auswertungen von Brandexperten der Kripo stand fest, dass als Ursache für das Großfeuer wohl nur Brandstiftung in Frage kommen könnte. Intensive Ermittlungen folgten. Inzwischen liegt ein Ergebnis vor, das Werner Burger, Chef der Kripo in Garmisch-Partenkirchen, so zusammenfasst: „Es gab einen konkreten Tatverdächtigen, gegen den wir wegen vorsätzlicher Brandstiftung ermittelt haben. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft München II das Verfahren eingestellt, weil die Beweise nicht ausreichend gewesen sind, um Anklage zu erheben.“ Weiter stellt Burger fest, dass der Fall „im Prinzip jetzt abgeschlossen ist“. Es werde nicht mehr weiter aktiv ermittelt, alle Möglichkeiten seien ausgeschöpft worden.

Vieles wird wohl im Dunkeln bleiben

Bis zu acht Personen umfasste in den ersten Tagen nach dem Brand die Ermittlungsgruppe der örtlichen Kripo. Dass jetzt trotz des großen personellen und zeitlichen Aufwands das Ergebnis nicht zufriedenstelle, löst auch bei der Polizei keine Jubelstürme aus. Werner Burger: „Das ist nun mal so, damit müssen wir uns abfinden. Es ist generell bei Großbränden mit hohem Sachschaden sehr schwierig, Täter zu greifen, weil ja alle Spuren vernichtet worden sind. Was verbrannt ist, kann auch der beste Gutachter der Welt nicht mehr wiederherstellen.“

Großbrand in Holz-Betrieb in Unterammergau: Bilder

Als sehr nützlich hat sich nach Burgers Worten für die Arbeit der Kriminalpolizei der Umstand herausgestellt, „dass wir nach einem Presseaufruf umfangreiches Bildmaterial vom Brandausbruch bekommen haben“. Dadurch konnte der Brandherd, die Außenwand der Hackschnitzelhalle, sehr gut lokalisiert werden. Im Zuge der Nachforschungen hat die Polizei keinen Zweifel, dass hier aus Vorsatz Feuer gelegt wurde.

Sämtliche Details der Ermittlungen hat die Kriminalpolizei an die Staatsanwaltschaft in München weitergeleitet. Nach der Sichtung und Bewertung kam es vor kurzem zur Einstellung des Verfahrens – ganz offenbar war die Spurenlage nicht beweiskräftig genug. Damit ist für die Polizei, so Kripo-Chef Burger, „der Fall ad acta gelegt“. Zu einer Wiederaufnahme würde es erst dann kommen, „wenn sich neue Erkenntnisse einstellen“. Davon sei nach dem momentanen Stand nicht auszugehen. Viele Fragen rund um das Großfeuer werden also vielleicht im Dunkeln bleiben.

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