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Endlich raus aus dem Sumpf: Trainingsplatz des WSV Unterammergau ist fertig - „Ein Gewaltakt“

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Von: Christof Schnürer

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 Spieler des WSV beim Beton-Schieben mit dem Schubkarren.
Jeder packt mit an:  Spieler des WSV beim Beton-Schieben mit dem Schubkarren. © privat

Das Projekt hatte es in sich. Viel Arbeit und noch mehr Nerven haben die Fußballer des WSV Unterammergau in die Sanierung ihres Trainingsgeländes gesteckt. Das hat sich ausgezahlt.

Unterammergau – Um in der Sprache der Oberammergauer Nachbarn zu bleiben: Die Sanierung des Trainingsplatzes war für die Fußballer des WSV Unterammergau eine Leidensgeschichte. Doch nach zwei intensiven und extrem stressigen Jahren wächst nun Gras über die Sache. Das wird auch höchste Zeit, findet Abteilungsleiter Leonhard Gansler. „Irgendwann werde ich mir einen hinter die Binde kippen.“

Das eine oder andere Verdruss-Schnapserl war wahrscheinlich angesichts der Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie beim „Jenny“ und all seinen Mitstreitern schon mal zum Frust-Runterspülen nötig. Doch jetzt sieht es umso besser aus. Die morastige Problemzone ist dank der vielen freiwilligen Arbeitsstunden und zusätzlicher Finanzmittel das geworden, was sie sein soll: ein strapazierfähiger Fußballplatz – 94 auf 63 Meter plus einem 15 Meter breiten Randstreifen. Mit anderen Worten: Über 7000 Quadratmeter sportliche Zukunft für den Kreisklassen-Aufstiegsaspiranten.

Gesamtkosten von rund 600.000 Euro

„Wir haben das geschaffen, was heutzutage jeder Verein braucht“, unterstreicht Gansler. Damit zielt er nicht nur auf den Trainingsplatz ab, der ab Frühjahr genutzt werden soll, sondern auch auf die 1994 eingeleitete Runderneuerung des Hauptplatzes, den Bau des Klubgebäudes und der Bandenwerbung mit 50 Partnern. 600 000 Euro soll das alles laut Gansler insgesamt verschlungen haben. Und es ist nicht so, dass die Gemeinde mordsmäßig in Geld schwimmt.

Für den WSV-Trainingsplatz, der inzwischen kommunaler Grund ist, steuerten die Rathausvorderen immerhin 18 000 Euro bei. Ein warmer Geldregen angesichts der Kostensteigerung. Ursprünglich kalkulierte man beim Wintersportverein mit Gesamtkosten von 163 000 Euro. Doch dann kamen im Laufe des Jahres 2020 die massiven Probleme mit dem morastigen Untergrund. In Anlehnung an das Reich des Bösewichts Sauron im Filmklassiker „Der Herr der Ringe“ hatte sich das Geläuf im Zuge der Bauarbeiten in ein wahres Mo(o)rdor verwandelt. „Wenn wir all das gewusst hätten, hätten wir vieles anders gemacht“, hatte ein sichtlich genervter Gansler noch im September 2020 bei der Jahresversammlung gesagt, wohlwissend, dass im Dorf bereits böse Gerüchte kursierten.

Wichtige Zuschüsse

Alles Schnee von gestern. Allerdings schlägt die Anlage jetzt mit stolzen 200 000 Euro zu Buche. 30 000 Euro kosteten alleine die 700 Tonnen Kies, die man auf 20 Zentimeter Höhe als Basis verfüllen musste. Weitere 10 000 Euro durften für das Humusgemisch hingeblättert werden, das Gansler und Co. aus dem Garmisch-Partenkirchner Skistadion ankarrten. Die gleiche Summe wurde nochmals für einige Tonnen Sand fällig. Allerhand Bares also, das letztlich investiert werden musste. Umso erfreulicher sind neben den Fördermitteln des Bayerischen Landesportverbands (BLSV) in Höhe von 109 000 Euro die Spenden von Unternehmer Christian Zott (20 000 Euro) und vom Autohaus Stanglmair (5000 Euro). „Diese zwei Zuschüsse tun richtig gut“, verdeutlicht Gansler. „Aber der Rest bleibt uns“ – knapp 50 000 Euro.

„Es war schon ein Gewaltakt“, bilanziert Ludwig Hutter, der nimmermüde Sportliche Leiter. Mit Grausen erinnert er sich an Phasen, „die nicht mehr lustig“ waren. „Wenn du etwa mit den Knien im Batz feststeckst.“ Doch „mit vereinten Kräften“ hat’s doch noch geklappt.

Allerbeste Trainingsbedingungen.

Ludwig Hutter, Sportlicher Leiter

Einen „Zufallstreffer“ gab’s obendrein. Denn München steuerte sechs ausrangierte Flutlicht-Masten bei – zum Nulltarif. Diese holte man mit dem Tieflader aus der Landeshauptstadt. Neue Wasser- und Stromleitung tun ihr Übriges. Und fertig ist ein zeitgemäßer, drainierter Trainingsplatz mit einem Gefälle von 1,20 Metern und ordentlichen Lichtquellen mit acht Strahlern.

„Allerbeste Trainingsbedingungen“, schwärmt Hutter. Nun fehlt im kommenden Jahr eigentlich nur noch das Sahnehäubchen: die Meisterschaft der Ersten Mannschaft in der Kreisklasse. Doch eines versichert Leisetreter Hutter in gewohnter Inbrunst: „Das Wort Aufstieg nimmt bei uns keiner in den Mund.“

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