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Nicht mehr wiederzuerkennen – die frühere Küche des „Stern“. Dort werden derzeit gerade die Ablaufleitungen verlegt.

Platz für Stammtisch ist reserviert

Traditionsgasthof muss umbauen - Eigentümer waren in Sorge

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Der Umbau des Gasthofs Stern in Unterammergau läuft seit zwei Monaten auf Hochtouren. Voraussichtlich im Juni wird er wiedereröffnet. Ein Besuch auf der Baustelle.

Die Südost-Ecke muss unterfangen werden, weil es hier zu Setzungen gekommen ist.

Unterammergau – Er war ein beliebtes Thema heuer bei Faschingsaufführungen: Der legendäre Stammtisch des Gasthofs Stern in Unterammergau, der nach der Schließung der Dorfwirtschaft Ende Oktober vergangenen Jahres von Unbekannten zu später Stunde am letzten Öffnungstag gestohlen worden ist. Die „Diebe“ wollten das gute Stück vor dem Abbruchcontainer retten, es bewahren für den „neuen Stern“, als Herz und Mittelpunkt der Gaststätte.

Schon daran mögen die neuen Eigentümer der Immobilie, Tiziana und Peter Höldrich aus Oberammergau, ermessen haben, wie wichtig den Einheimischen dieser Ort war – und ist. Und so ist längst klar, dass dieser einfache Tisch bei der Wiedereröffnung „wieder da stehen wird, wo er immer stand“. Höldrich: „Wir gehen davon aus, dass wir ihn wieder kriegen.“

Blick in den Eingangsbereich: Der alte Kachelofen (links) in der Wirtsstube soll übrigens erhalten werden, ebenso die Holzdecke.

Der Stammtisch dürfte die kleinste Sorge des Architekten und seiner Frau sein: Der Umbau des dominanten Gebäudes, dessen Ursprung auf das Jahr 1777 zurückgehen soll, „ist schon eine große Nummer“, betont Höldrich: „Es ist so eingetreten, wie ich erwartet beziehungsweise befürchtet habe. Bei einem Umbauvorhaben in dieser Größenordnung muss man immer mit der einen oder anderen Überraschung rechnen.“ Inzwischen freilich treten er und seine Frau von der „Was haben wir uns da nur aufgetan?“-Phase in den Status „Es entwickelt sich etwas und es kommt Freude auf“ über. Obwohl inzwischen seit zwei Monaten „mit Vollgas“ auf der Baustelle gearbeitet wird mit zehn bis 15 Leuten pro Tag“, können die Besitzer den ursprünglich anvisierten Wiedereröffnungstermin Mai nicht halten: „Wir und die Handwerker versuchen alles, dass wir im Juni aufmachen können. Wenn es so weitergeht und wir noch zwei Monate unter Volldampf werkeln, könnten wir es tatsächlich schaffen.“

Im hinteren Teil blieb kein Stein auf dem anderen

Eine große Menge an Bauschutt musste bisher abgefahren werden. Blieben im vorderen Teil des Stern die Außen- und Tragmauern stehen, so wurde der rückwärtige Bereich mit der Tenne, wo Wohnungen und Ferienwohnungen entstehen sollen, nahezu komplett entkernt. Da blieb quasi kein Stein auf dem anderen. In der Tenne musste außerdem eine neue Stahlbetondecke eingezogen werden. Ein weiteres Problem ist die Südost-Ecke des Gasthofs: Hier kam es zu Setzungen und diese müssen nun durch neue Betonfundamente gestoppt werden. Fast täglich in der Früh ist Peter Höldrich auf der Baustelle, um sich ein Bild vom Fortgang der Arbeiten zu machen: „Aber die Zusammenarbeit mit und unter den Handwerkern klappt hervorragend. Alle ziehen an einem Strang, das macht richtig Spaß.“ Auch von den Einheimischen bekommen die neuen Eigentümer viele positive Rückmeldungen: „Man spürt, dass sie es ehrlich meinen. Ein Bauer, der gleich nebenan wohnt, hat mir kürzlich sogar viel Glück gewünscht. Die Leute sehen, dass es vorangeht.“

Tische und Bänke werden restauriert

Bei der Inneneinrichtung setzen die Höldrichs auf Nachhaltigkeit: „Die Tische und Bänke, die sich in der Wirtschaft befanden, werden soweit möglich restauriert und kommen dann wieder hinein.“ Der „neue Gasthof Stern“ soll übrigens auch einen Zusatznamen erhalten – „Zum Ratscherwirt“, weil er früher so geheißen haben soll. Dafür haben die neuen Pächter Katrin und Christian Klingen aus Oberammergau auch schon ein neues Logo anfertigen lassen. An der Fassade dürfen die Betreiber übrigens nichts verändern, da der Stern zum Ensemble Hinterdorf gehört und unter Schutz gestellt ist. Eher um ein ideelles Denkmal handelt es sich bei dem gestohlenen Stammtisch. Wo er sich befindet, wissen nur Insider. Auf jeden Fall kennt Höldrich die Maße desselben: Ihm ist nämlich anonym ein kleiner Zettel mit den entsprechenenden Angaben zugespielt worden. Ein Restaurator bekommt den Kult-Tisch mit den abgewetzten Ecken und Kanten und dem Loch in der Mitte übrigens nicht in die Hände: Er bleibt so, wie er in den vergangenen 50, vielleicht 100 Jahren geworden ist. Traditionen werden in Unterammergau schließlich hochgehalten.

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