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„Eine Idealbesetzung“: Die neuen Eigentümer des Stern, Tiziana und Peter Höldrich (li.), mit den künftigen Wirtsleuten Katrin und Christian Klingen, vorne deren beiden Kinder Luca und Angelina.

Eröffnung ist vielleicht schon im Mai

Gasthof Stern: Das sind die neuen Pächter

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Katrin und Christian Klingen pachten die Traditionswirtschaft in Unterammergau. Auch die Wiedereröffnung haben sie im Visier: Mai ist das Ziel

Unterammergau – Wenn man die Einfahrt von der Ammerbrücke her nach Unterammergau wählt, fährt man schnurstracks auf den Gasthof Stern zu. Dort brannte in den vergangenen Jahrzehnten immer Licht. Seit November, als Thea Jurdzinski nach 25 Jahren als Stern-Wirtin aufhörte, ist es dunkel in dieser Dorfwirtschaft, die für Unterammergau weit mehr ist und immer weit mehr war als ein pures Speiselokal. Die neuen Besitzer, Tiziana und Peter Höldrich aus Oberammergau, haben nun das Sagen, und gleich bei ihrer Vorstellung bekräftigten beide, „dass wir den Stern als bodenständige, bayerische Wirtschaft weiterführen wollen“, nach vorheriger umfassender Sanierung.

Immer wieder in den vergangenen Wochen hat sich Höldrich, der beruflich als Architekt und Städteplaner arbeitet, gefragt, „warum wir uns das aufgetan haben“. Der Sanierungsumfang ist riesig – und wie so häufig entpuppte sich ein Umbau dieser Größenordnung als ein Fass ohne Boden. Die Arbeiten indes laufen bereits auf Hochtouren, über 160 Kubikmeter Schrott hat man schon entsorgt. Exakt in diese erste intensive Bauphase hinein können die Eigentümer Vollzug bei einer anderen wichtigen Angelegenheit melden – in diesen Tagen kam beim künftigen Pächter, sprich Wirt, der Deckel drauf. Zuletzt kursierten im Dorf bereits diverse Gerüchte . . .

Die Neuen „kommen vom anderen Stern“ – jenem in Oberammergau: In diesen Tagen haben Christian und Katrin Klingen ihren Pachtvertrag unterschrieben, der über zehn Jahre mit anschließender Option läuft. Seit 17 Jahren ist Klingen, der aus dem Westerwald stammt und als 14-jähriger Bub nach Oberammergau kam, Küchenchef im Gasthof Stern („Beim Wecker“). Dort lernte Christian auch seine Frau, die im Service der Gaststätte arbeitete, kennen. „Wir haben in den letzten Jahren schon im Hinterkopf gehabt, uns selbständig zu machen.“ Die Kontaktaufnahme zu den neuen Eigentümern gestaltete sich denkbar einfach, denn Tiziana Höldrich und Christian Klingen drückten bereits gemeinsam die Schulbank in Oberammergau. Danach sei es „recht flott“ gegangen, man sei sich schnell einig geworden, betont Peter Höldrich: „Wir haben die Suche nach einem neuen Wirt gar nicht so intensiv betrieben, umso schöner, dass es jetzt schon geklappt hat.“ Es hätten sich zwar auch ausländische Interessenten griechischer oder italienischer Nationalität beworben, „aber wir haben uns was anderes vorgestellt.“ Der Architekt bringt es auf den Punkt: „Wir wollten ein Pärchen vom Fach und aus der Region.“ Dass das Ehepaar aus dem Nachbarort die Aufgabe anpackt, „ist unsere Wunschvorstellung, eine Idealbesetzung“.

Christian Klingen hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt: Im Hotel Sonnenhof absolvierte er eine Kochlehre, und nach vier Jahren Bundeswehr war er fünf Jahre Küchenchef im Hotel Wittelsbach, danach kurz im Ammergauer Haus und im Gasthof Stern, ehe er nach der 2000er Passion wieder zum „Wecker“ zurückkehrte. Und dort 17 Jahre blieb und für eine bekannt gute Küche stand. Wie die Höldrichs wollen auch die neuen Wirtsleute vor allem „in einem guten Einvernehmen mit der Dorfgemeinschaft“ die Tradition des Unterammergauer Sterns fortführen. Die Küche soll laut Klingen „bayerisch-modern mit mediterranem Flair“ werden, in der mit einheimischen Produkten alles frisch zubereitet werde. Auch für vegetarische und vegane Gaumen sei etwas dabei. Wann „die Neuen“ antreten, hängt vom Fortschritt der Umbauarbeiten ab. Nach wie vor bleiben die Höldrichs bei ihrem Ziel, bis Ende Mai wieder aufzumachen: „Es kann funktionieren – wenn nichts dazwischen kommt . . .“

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