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In Lebensgröße ist der Hl. Nikolaus auf dem Altarbild der Unterammergauer Pfarrkirche dargestellt.

Restaurierung des Hochaltar-Gemäldes in der Pfarrkirche von Unterammergau

Frischzellenkur für historisches Nikolaus-Bild

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140 Jahre alt, drei Meter groß und wunderschön - das Altarbild mit dem Hl. Nikolaus in der Unterammergauer Pfarrkirche. Jetzt steht es in der Werkstatt einer Restauratorin.

Unterammergau – Es ist ein vertrautes, liebgewonnenes und tausendfach betrachtetes Bild für die regelmäßigen Kirchgänger der katholischen Pfarrgemeinde Unterammergau: Der Hl. Nikolaus sitzt auf eine Wolke, flankiert von zwei Engeln, die drei goldene Äpfel und den Bischofsstab halten. Oben sieht man sechs Engelsköpfe, im unteren Bildausschnitt liegt eingebettet und idyllisch Unterammergau, mit der Kappelkirche und den Bergen im Hintergrund. Dieses Ensemble hat der bekannte Münchner Historienmaler Ulrich Halbreiter anno 1877 auf eine Leinwand gezaubert. Die Darstellung wurde der zentrale Blickfang des Hochaltars in der Pfarrkirche, und auch 140 Jahre später ist das Altarbild noch ein freudiger Anblick für die Gläubigen, der zum Ausdruck bringen soll: Der Heilige Nikolaus, der Kirchenpatron, hält seine schützende Hand über das Dorf.

Doch der Zahn der Zeit hat an dem Gemälde genagt: Diverse Schadstellen in Form von Rissen, Löchern, Kratzern und stumpfen Ecken setzten dem 3 x 1,50 Meter großen Bild im Laufe der Jahrzehnte so zu, dass sich die örtliche Kirchenverwaltung zusammen mit Pfarrer Thomas Gröner zu einer Restaurierung entschloss. „Ein Glücksfall“ (Gröner) war es dabei, eine ausgewiesene Expertin für solche diffizile Tätigkeiten unmittelbar vor Ort zu haben – in Person der Diplom-Restauratorin Irmgard Schnell-Stöger in Oberammergau. Sie erhielt den Auftrag, dem Hl. Nikolaus neuen Glanz zu verleihen. Dazu musste als erstes die Oberfläche vorsichtig gereinigt werden. Staub und Schmutzpartikel durch Kerzen, Weihrauch, Insekten und Heizung hatten sich abgelagert und ihre Spuren hinterlassen. Die Flüssigkeit nach der Reinigung – pechschwarz! Weitere Arbeiten folgten.

Inzwischen ist die Maßnahme so gut wie beendet. Die Künstlerin freut sich über das Ergebnis und stellt die Bedeutung des Werks heraus: „Dieses Altarbild ist schon etwas Besonderes und verdient eine intensivere Auseinandersetzung damit.“ Besonders angetan ist Schnell-Stöger von der topografisch offenbar originalgetreuen Malweise Ulrich Halbreiters: „Nach Unterammergau hinein führte damals wohl eine Art Alleestraße.“

Der Schöpfer des Kunstwerks war zu Lebzeiten viel unterwegs, auch im Ausland. In Vorderasien fertigte er unzählige Bleistiftskizzen an. Er kam auch nach Jerusalem, Damaskus, Smyrna und Rom. Dass Halbreiter den Auftrag für die Pfarrkirche in Unterammergau erhielt, hängt nach Einschätzung von Dekan Thomas Gröner eventuell damit zusammen, dass das Kloster Rottenbuch hier die Mittel dafür bereitstellte.

Jetzt erstrahlt das Altarbild in neuem Glanz: Ein wenig Sorge bereitet dem Pfarrer die Finanzierung. Auf 11 500 Euro, dazu nochmal 2000 Euro für einen Rückseitenschutz, ist das Kostenangebot beziffert. Gröner: „Für eine kleine Pfarrgemeinde wie Unterammergau ist das sehr viel Geld. Ich hoffe, dass viele Spenden eingehen. Eventuell beteiligen sich auch die Erzdiözese und der Landkreis.“ Die Notwendigkeit der Restaurierung stand für den Pfarrherrn nie in Frage: „Es ist für uns eine Verpflichtung, das Bild eines so bedeutenden Malers für die Zukunft zu sichern.“ Wann der Hl. Nikolaus in die Unterammergauer Kirche zurückkehrt, ist offen. Es muss noch eine Vorrichtung für eine sachgerechte Lagerung der beiden Altarbilder im Hauptaltar geschaffen werden.

Spendenkonto

DE81 7039 0000 0001 9128 01

Vermerk „Restaurierung Altarbild Unterammergau“

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