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Mit einem Schrecken davongekommen: Catriona McNabs Hündin Nandi geht es wieder gut. Sie hat eine Nacht um ihr Leben gekämpft. 

Auch Lebensgefahr für kleine Kinder

Giftköder in Unterammergau ausgelegt: Hund wäre fast gestorben

Die Geschehnisse der vergangenen Monate machen Catriona McNab nachdenklich. Ein Giftköder in ihrem Garten hätte ihrem Hund fast das Leben gekostet. Schlimmer noch: Auch ihr Sohn hatte den mit Rattengift versehenen Shrimp schon in der Hand.

Unterammergau – Wer zu Catriona McNab und ihrer Familie will, der muss am Weiherweg in Unterammergau suchen: Der Eingang ist ein bisschen versteckt, das Grundstück mit Bäumen und Hecken kaum einsehbar. Umso erschreckender ist es für die Familie mit den zwei kleinen Kindern und zwei Hunden, dass mitten in ihrem kleinen Idyll mehrere Giftköder lagen. Gekochte Shrimps, die mit reinem Strychnin versehen waren. Der Stoff ist früher als Rattengift verwendet worden und heute legal nicht mehr erhältlich.

Catriona McNab geht davon aus, dass die Köder ausgelegt worden sind, um Marder oder Füchse zu bekämpfen. Dass Vögel sie aufgeschnappt und fallen gelassen haben. Die Hundetrainerin, die sich derzeit nur um die Familie kümmert, möchte darauf aufmerksam machen, was passieren kann. „Schließlich hatte mein Sohn schon einen Shrimp in der Hand.“ Die Tage Anfang Juli wird die Unterammergauerin so schnell nicht vergessen. Dass die Familie es dabei tatsächlich mit Strychnin zu tun hatte, weiß sie erst seit Kurzem. McNab hatte einen Shrimp in der Tierärztlichen Fakultät der Universität München untersuchen lassen. Das geht, wenn das Objekt sofort eingefroren wird. Der Test läuft dann auf eigene Kosten. „Man denkt immer, dass so etwas wahnsinnig viel kostet.“ Letztlich waren nur 150 Euro notwendig, um Gewissheit zu haben.

Schon seit den verhängnisvollen Ereignissen im Sommer lässt McNab ihre kleinen Kinder nicht mehr unbeaufsichtigt im Garten spielen. Schließlich könnte es wieder passieren. Gut erinnert sie sich noch daran, wie sie ihren zweijährigen Sohn beim Spielen vor dem Haus mit etwas Seltsamem in der Hand sah. Rechtzeitig konnte seine Mutter eingreifen. Bei Hündin Nandi war das anders: Sie bekam plötzlich Muskelzuckungen, die immer heftiger wurden, war völlig verkrampft und schreckhaft. Beim Tierarzt wurde ihr der Magen ausgepumpt, dann galt es, die Nacht zu überstehen. Catriona McNab war bei Nandi in einem abgedunkelten Raum, hielt sie im Arm. So lange bis klar war, dass es der tapfere Vierbeiner schaffen würde. Bis sie ganz wieder die Alte war, hat es aber Tage gedauert.

Die Erinnerung daran schmerzt die Unterammergauerin. Zugleich ist sie so froh, dass nicht noch mehr passiert ist. „Es kann Haustiere erwischen, aber eben auch Kinder.“ Deshalb will sie ihre Geschichte öffentlich machen und sensibilisieren.

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