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Standen lichterloh in Flammen: Teile der Holzindustrie in Unterammergau.

SUV-Fahrer liefert wichtige Hinweise

Großbrand in Unterammergau: Es war definitiv Brandstiftung

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Die Indizien verdichten sich: Nach dem Flammeninferno in Unterammergau spricht die Kriminalpolizei mittlerweile von Brandstiftung. Ein Zeuge hat dafür wichtige Hinweise geliefert: der gesuchte SUV-Fahrer.

Unterammergau - Die Flammen hat er im Vorbeifahren bemerkt. Auf dem Weg nach Garmisch-Partenkirchen. Daraufhin kehrte der SUV-Fahrer, der am Abend des 2. Oktober mit seiner Tochter im Ammertal unterwegs gewesen war, noch einmal um und schaute, was auf dem Gelände der Holzindustrie Unterammergau los ist. Das Lagergebäude brannte bereits. Der Mann setzte sofort den Notruf ab. Dass er mit seinem schwarzen Geländewagen an der Unglücksstelle unterwegs gewesen war, hatten Anwohner beobachtet – und der Polizei gemeldet. Deren Aufruf, der Fahrer möge sich melden, war für die Ermittler ein voller Erfolg. Der Garmisch-Partenkirchner entpuppte sich als wichtiger Zeuge.

Nach seinen und weiteren Hinweisen sowie der Auswertung der Spuren gehen die Kriminalbeamten inzwischen von Brandstiftung aus. Die Gutachter, die die Überreste des Holzlagers nach dem Vollbrand akribisch unter die Lupe genommen hatten, haben den Herd des Feuers lokalisiert. „Zu 99 Prozent schließen sie einen technischen Defekt aus“, erklärt Werner Burger, Leiter der Kripo Garmisch-Partenkirchen. Auch der schnelle Brandverlauf – Augenzeugen berichten, dass das Feuer in Windeseile das gesamte Gebäude verschlungen hat – spricht ihm zufolge dafür, dass hier ein Brandstifter am Werk war. Um zu klären, ob dieser Benzin oder andere Brandbeschleuniger verwendet hat, wurden Bodenproben genommen. Und zwar nicht nur oberflächliche. „Da wurde tiefer gegraben“, betont der Kripo-Chef. „Auf das Ergebnis der Untersuchungen warten wir noch.“

Außerdem setzen die Ermittler auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung. „Im Bereich des Sägewerks haben sich immer wieder Jugendliche aufgehalten“, sagt Jürgen Thalmeier, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Ob diese etwas mit dem Unglück zu tun haben, kann Burger noch nicht sagen. „Wir hoffen, dass sie sich bei uns melden. Vielleicht ist ihnen eine verdächtige Person aufgefallen.“ Das Gelände der Holzindustrie ist dem erfahrenen Ermittler zufolge kein klassischer Jugendtreff. Dass 10 bis 15 Einheimische dort regelmäßig zusammenkommen, um beispielsweise mal ungestört ein Bier zu trinken, sei aber bekannt. „Davon zeugen auch Graffiti-Sprühereien“, betont Burger.

Neben den Jugendlichen könnten auch die Besucher des Weinfests, das der Junggesellenverein Unterammergau an diesem Montagabend veranstaltet hatte, den Beamten helfen. „Vielleicht hat jemand etwas wahrgenommen und bislang nicht in Zusammenhang mit dem Brand gesetzt“, sagt Thalmeier.

Der SUV-Fahrer „hat bei der Integrierten Rettungsleitstelle angerufen“, bestätigt Burger. Außerdem habe er einen Bekannten verständigt, der im Umfeld der Holzindustrie wohnt. Für Burger und seine Kollegen waren diese Hinweise wertvoll. Um einen Anrufer zurückzuverfolgen, sei eigentlich ein richterlicher Beschluss vonnöten. „Das kann dauern.“ Dadurch, dass sich der Mann gemeldet hatte, ersparten sich die Ermittler diesen Schritt.

In diesem Zusammenhang wendet sich die Kripo mit folgenden Fragen an die Bevölkerung: 

  • Wer kennt Jugendliche, die sich öfters am Sägewerk oder in dessen näherem Umfeld, aufgehalten haben?
  • Welche Jugendlichen oder auch andere Personen haben sich am 2. Oktober unmittelbar vor dem Brandausbruch an der „HU“ aufgehalten und dabei verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt?
  • Wer hat auf dem Weinfest in Unterammergau verdächtige Wahrnehmungen gemacht und bislang nicht in Zusammenhang mit dem Brand gesehen? 

Hinweise nehmen die Beamten unter Telefon 08821/9170 entgegen. 

Großbrand: Hitze und eingestürztes Blechdach erschwerten die Arbeit

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