Ein großer Baukomplex von oben ist zu sehen, die Baukörper sind so angeordnet, dass ein rechteckiger Innenhof entsteht.
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Pflegezentrum von oben: Die Arbeiten am Lachenbach sind weit fortgeschritten.

Nach Verzögerungen steht Bau vor Vollendung

Pflegezentrum Unterammergau: Im Oktober ziehen die Ersten ein

Das Großprojekt von Unterammergau ist auf der Zielgeraden: Im Oktober soll das Pflegezentrum Unterammergau eröffnen. 18,5 Millionen Euro wurden investiert.

Unterammergau – Mehrere Male ist der Zeitplan beim Bau des Pflegezentrums Unterammergau durch Corona und Widrigkeiten bei den Lieferketten im Holzsektor durcheinandergewirbelt worden. Jetzt aber sind die Arbeiten am Lachenbach so weit fortgeschritten, dass Ralf Hochscherff Optimismus versprüht. „Der bauliche Teil ist so gut wie fertig, es fehlen nur noch die berühmten Kleinigkeiten, die Handwerker sind aber mit Hochdruck dabei. Der Bau steht kurz vor der endgültigen Fertigstellung“, sagt der Geschäftsführer der Betreiberfirma Sympathia GmbH. Ende Oktober soll das Haus eröffnet werden.

Noch etwas konkreter wird Thomas Maaß. „Das Gebäude ist zu 97 Prozent fertiggestellt. Derzeit ist der bauausführende Generalunternehmer damit beschäftigt, die kleinen Baumängel zu beseitigen, die im Rahmen eines solchen Großprojekts entstehen“, berichtet der Pressesprecher von Primus Concept. Dieses Unternehmen zeichnet als Investor und Bauträger verantwortlich.

Pflegezentrum Unterammergau: Kosten steigen um etwa eine halbe Million Euro

Als Investitionssumme für das Großprojekt im Nordwesten Unterammergaus gab Primus Concept vor einem Jahr rund 18 Millionen Euro bekannt. „Die Gesamtkosten sind um rund eine halbe Million Euro gestiegen. Zu Baubeginn stellte sich heraus, dass die Tragfähigkeit des Bodens nicht in der Form gegeben war wie ursprünglich angenommen“, sagt Maaß. Infolgedessen wurden mehr als 350 Lochbohrungen auf dem Grundstück durchgeführt, bei denen Pfähle gesetzt wurden, die die Tragfähigkeit der Fundamente sicherstellen. Zudem wurde die Dicke der Bodenplatte erhöht.

Der Pressesprecher zieht ein positives Fazit: „Wir sind mit dem Verlauf des Projekts sehr zufrieden.“ Jedoch erschwerten viele unangekündigte Herausforderungen die Entstehung des Pflegezentrums. Neben dem zu weichen Untergrund war die Baustelle zwischenzeitlich von einem Corona-Ausbruch betroffen, der einen Arbeitsstopp nach sich zog. „Zu guter Letzt haben Lieferverzögerungen und Schwankungen bei den Baustoffpreisen den Zeitplan der Baustelle überbeansprucht“, bedauert Maaß, der betont: „Nichtsdestotrotz haben alle Beteiligten, von der Gemeinde über das Planungsbüro bis hin zu dem Generalunternehmer und den beteiligten Handwerksbetrieben, erstklassige Arbeit vollbracht.“

Verzögerungen beim Bau wegen Corona

Dass es wegen der Auswirkungen von Corona Verzögerungen bei der Realisierung des dreistöckigen Bauvorhabens gab, kann auch Hochscherff nicht verhehlen. „Die Pandemie hat weltweit Auswirkungen auf sämtliche Lieferketten in einem Ausmaß, welches nur sehr schwer zu verstehen ist“, berichtet der Geschäftsführer. So seien etwa Dekore für die Holzmöbel zur Zeit mit einer Lieferzeit von bis zu 20 Wochen keine Seltenheit. Trotz der Erschwernisse ist er zuversichtlich, Ende Oktober die ersten Bewohner im betreuten Wohnen begrüßen zu dürfen, danach werden auch rasch die ersten vollstationären Bewohner einziehen können. Derzeit wird die gesamte Telefon-, Internet- und Brandmeldeanlagen-Technik verbaut.

Alle 116 Wohneinheiten des Heims sind an private Kapitalanleger verkauft. „Die maximale Belegung des Pflegeheims sind 91 Bewohner, ebenso stehen 25 Wohnungen zur Verfügung“, sagt Hochscherff. Dabei können die Senioren die Annehmlichkeiten der hauseigenen Küchen und des Hausnotrufs in Anspruch nehmen.

Pflegezentrum: Gemeinde nur für Infrastruktur rund um das Gebäude zuständig

Sympathia ist der alleinige Betreiber des Hauses. Die Einrichtungsleiterin wird Sabine Fäller sein, die sich aber erst äußern will, wenn das Objekt fertiggestellt ist und die ersten Gäste eingezogen sind. Auch Robert Stumpfecker hält sich in der Sache noch bedeckt. „Die Gemeinde hat keine Hand drauf“, sagt der Bürgermeister über das neu entstandene Pflegezentrum. Jedoch befindet sich der Rathauschef in Kontakt mit dem Betreiber. Wenn dann erst mal der Laden läuft, wird der Austausch verstärkt werden. „Denn wir sind für die Infrastruktur rund ums Gebäude und den Weg dahinter zuständig“, macht Stumpfecker deutlich.

Alexander Kraus

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