Der neu gebaute Kindergarten in Unterammergau, daneben die Grundschule.
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Der Neubau des Kindergartens, der an den Bestand andockt, rechts die Grundschule.

Große Investition für die Kleinen

Kindergarten in Unterammergau: Neubau und Bestandsanierung für 750 000 Euro

  • Ludwig Hutter
    vonLudwig Hutter
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Durch die wochenlange Schließung aufgrund der Corona-Pandemie konnte der Kindergarten in Unterammergau früher als geplant fertig gebaut beziehungsweise saniert werden. Er birgt Platz für 87 Kinder.

Noch immer rätselt Melanie Löw ein wenig, was an diesem Jahr 2017 Besonderes gewesen sein mag. 20 „Neuzugänge“ drängten da plötzlich in den gemeindlichen Kindergarten. Die Leiterin der Einrichtung wertete dies für ein relativ kleines Dorf wie Unterammergau schon als sehr beachtlich. Der Anstieg der Zahlen führte vor allem zu einem – nämlich einem massiven Raumproblem. „Wir sind aus allen Nähten geplatzt!“ Ein Umstand, der auch der Kommunalpolitik nicht verborgen blieb. An einer Erweiterung des bestehenden Kindergartens führte kein Weg vorbei, der Gemeinderat mit dem damaligen Bürgermeister Michael Gansler gab 2019 grünes Licht.

Heute können die Verantwortlichen das Bauende vermelden. Nachdem die Staatsregierung nach dem Lockdown Kindergärten und Schulen wieder öffnete, werden die jüngsten Einwohner Unterammergaus in einer neuen beziehungsweise komplett sanierten Einrichtung betreut. Der neue Rathauschef Robert Stumpfecker freut sich: „Es ist alles richtig schön geworden, da möchte man glatt noch einmal Kind sein.“ Auch Melanie Löw, seit 2012 hier und seit 2016 Leiterin des Kindergartens, ist rundum zufrieden: „Wir fühlen uns alle sehr wohl, die Kinder und meine Kolleginnen.“ Die aktuelle Belegung war noch nie so gut: 15 Krippenplätze, 50 im Kindergarten, 22 im Hort für die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung – macht insgesamt 87. Dazu Löw: „Noch haben wir diese Zahlen nicht erreicht, aber es wird im Laufe der Zeit darauf hinauslaufen.“

Rund 750 000 Euro Gesamtkosten

Es war ein Doppelprojekt, das die Kommune stemmen musste: rund 600 000 Euro für den Neubau und noch einmal gut 145 000 Euro für die Sanierung des Altbaus. Von der Gesamt-Investition von 750 000 Euro sind ordentlich staatliche Fördermittel noch abzuziehen. Bürgermeister Stumpfecker: „Für die Ertüchtigung des Bestands hatten wir nur mit rund 80 000 Euro gerechnet, doch Anforderungen des Brandschutzes für neue Raumdecken und Türen haben die Kosten in die Höhe getrieben.“ Koordiniert wurde der Bau von der Architektin Daniela Höldrich aus Oberammergau.

Corona-bedingt kann die Segnung der Räumlichkeiten nur in einer kleinen, internen Einweihungsfeier am Samstag, 17. Oktober, über die Bühne gehen. Von Seiten der Gemeinde will man sich jedoch Gedanken machen, dass auch Eltern und interessierte Bürger Gelegenheit erhalten, den neuen Kindergarten besichtigen zu können.

Unseren Kleinen soll es gut gehen

Unterammergaus Bürgermeister Robert Stumpfecker

Herzstück des Neubaus ist ein großer Gruppenraum in Parterre sowie ein Raum für die Hausaufgabenbetreuung im Obergeschoss. Dort können 22 Schulkinder von der ersten bis zur vierten Klasse nicht nur das Mittagessen einnehmen, sondern anschließend auch ihre Hausaufgaben machen. Hinzu kommen eine Küche, Schlaf- und Wickelraum, ein Zimmer für die derzeit zehn Mitarbeiterinnen sowie Toiletten für die Kinder. Der Neubau verfügt zudem über einen eigenen Eingang. Im Kindergarten gibt es jetzt außerdem im Altbau einen eigenen Therapieraum sowie ein Büro für die Kindergartenleiterin. Bei der Umsetzung des Vorhabens ist der Gemeinde die Corona-Zeit (ohne Kindergartenbetrieb) entgegengekommen. Bürgermeister Stumpfecker: „Sonst hätten wir alles im Einklang mit den beteiligten Firmen und Handwerkern nie so schnell durchziehen können.“

Dass es so zügig ging mit der Umsetzung, hat auch Melanie Löw mit Freude zur Kenntnis genommen. Die Peitingerin ist „richtig gern in Unterammergau“. Zumal sie spürt, dass für die Verantwortlichen der Gemeinde der Kindergarten ein wichtiges Anliegen ist. Was der Bürgermeister bestätigt: „Unseren Kleinen soll es gut gehen.“

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